Freitag, 29. September 2017

LONDON TRAVELGUIDE


Oft war ich schon in London, vor zwei Wochen noch habe ich versucht, euch durch Bilder ein wenig an meiner letzten Reise in diese schöne Stadt teilhaben zu lassen. Falls euch der Weg ebenfalls nach London führt, ihr vielleicht noch nie dort wart und auf der Suche nach der ein oder anderen Empfehlung seid, die euch eventuell neu ist, könnt ihr euch gerne diesen Beitrag durchlesen. Ich hoffe, die Texte und Bilder sind eine kleine Hilfe - und Motivation - bei der Planung eurer Reise ins wunderschöne London.


ANREISE 
Wer nach London reisen möchte, bucht wahrscheinlich einen Flug. Zwar gibt es auch Busreisen ins Vereinigte Königreich, aber wenn man bedenkt, dass diese einen ganzen Tag in Anspruch nehmen - ein entsprechender Flug jedoch nur eine gute Stunde dauert - ist die Entscheidung, zumindest in meinem Fall, schnell gefallen. Ich bin bis jetzt jedes Mal mit einer günstigen Airline nach London geflogen, mit EasyJet oder RyanAir. Egal ob nur mit Handgepäck (sehr günstig) oder mit zusätzlichem Koffer (etwas teurer), bisher habe ich nie mehr als 50€ für einen solchen Flug gezahlt. Ob ihr wirklich einen Koffer braucht, solltet ihr von der Reisedauer abhängig machen. Für einen Wochenendtrip reicht ein gut durchdachtes Handgepäckstück vollkommen aus. Falls ihr noch nie mit RyanAir & Co geflogen seid, und negativ behaftete Vorstellungen im Kopf habt ("extra Gebühren", "Unzuverlässigkeit", ...) - wenn ihr euch an die Anweisungen auf der Website haltet, zum Beispiel nicht vergesst, die Boardkarte selbst auszudrucken, wird nichts schiefgehen. Garantie für ein reibungsloses Ablaufen gibt es aber nicht. So wurde der Rückflug meiner letzten Reise kommentarlos annulliert, und die Umbuchung war nicht gerade bequem. 
Nun ist es so, dass Billigairlines vor allem Londons Randflughafen (z.B. London Luton oder London Stansted) anfliegen. Um in die City zu kommen, müsst ihr euch also um einen Transfer kümmern. Das geht sehr günstig, für wenige Pfund, mit einer NationalExpress-Busfahrt (entspricht ungefähr FlixBus hierzulande) oder einer Zugfahrt; es gibt Zugverbindungen, die speziell vom Flughafen in die Innenstadt fahren, etwa der Stansted Express. Solltet ihr nach Heathrow fliegen, könnt ihr euch einfach in die U-Bahn setzen. Um Tickets für die entsprechenden Transfers könnt ihr euch im Vorhinein kümmern, es ist aber auch problemlos möglich, vor Ort Fahrkarten zu erwerben.

UNTERKUNFT
Da eine Städtereise normalerweise kein Hotelurlaub ist, sollte eure Priorität auf einer sauberen, zentralen und bezahlbaren Unterkunft liegen, ein Luxushotel bzw. gehobener Standard - so wie man es vielleicht von anderen Reisezielen kennt - würde das Budget der meisten ohnehin sprengen. Wie so oft habt ihr auch hier die Wahl: Hotel, Hostel, AirBnB, Couchsurfing - je privater, desto teurer, aber nicht unbedingt besser. Ich persönlich finde AirBnB großartig, ihr übernachtet in individuell eingerichteten Apartments (was den Charme ausmacht!) von Einheimischen, bezahlt oft nicht so viel Geld und seid viel näher an Land und Leuten als ihr es in einem Hotelzimmer wäret.
An Hotels kann ich aus eigener Erfahrung "The Lodge Putney" (nicht super-zentral, ca. 15 U-Bahn-Minuten von Westminster entfernt, dafür super eingerichtet, plus auswahlreiches Frühstück) und "Hotel Edward Paddington" (2 Gehminuten vom Hyde Park, also super zentral, dafür in etwas lauterer Umgebung mit eher bescheidenem Frühstück, aber modernen, kleinen Zimmern) empfehlen. Solltet ihr tatsächlich ein Hotel buchen wollen, dann schaut dafür am besten auf Websites wie booking.com vorbei, vielleicht wird euch dort sogar ein gutes Angebot gemacht; lest euch einfach durch die Bewertungen, dann kann nicht allzu viel schief gehen.
Schöne Hostels gibt es von der Kette YHA, sogar an mehreren Standorten in London. Ihr könnt auswählen, ob und mit wieviel Fremden ihr euch ein Zimmer teilen wollt, optional ist ein Frühstück für etwa 5€ pro Tag. 

FORTBEWEGUNG
London ist nicht gerade klein, vieles könnt ihr allerdings problemlos zu Fuß abklappern. Vor allem, wenn ihr eure Reise so plant, dass ihr nicht kreuz und quer durch die Stadt pilgert, sondern immer die Attraktionen abklappert, die in einem Viertel liegen. Wie ihr erfahren könnt, welche sehenswerten Orte in der Nähe voreinander liegen, erkläre ich im nächsten Abschnitt.
Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass die Underground das Fortbewegungsmittel Nummer 1 in London ist. Sehr geläufig bei Touristen ist die Oyster-Card, die nach dem System "Pay as you go" funktioniert, also nach dem Prepaid-Prinzip. An einem Fahrkartenautomaten könnt ihr euch für 5£ Pfand eine solche Karte ausstellen lassen und diese dann mit Geld aufladen, pro Fahrt werden euch etwa 1,50£ von der Karte abgezogen, egal ob in U-Bahn oder Bus (mit den bekannten roten Doppeldeckern könnt ihr euch auch durch die Stadt begeben, diese brauchen, verglichen mit der Underground, allerdings ewig lang und sind deshalb eher zu empfehlen, wenn man eine günstige Stadtrundfahrt machen will, sich London also aus einer anderen Perspektive ansehen möchte). Solltet ihr länger in London sein, für eine Woche zum Beispiel, lohnt sich vielleicht schon die Investition in eine Travelcard, diese gibt es zum Beispiel im 7-Tage-Format und ermöglicht euch unbegrenzte Fahrten in dieser einen Woche. Infos zu Preisen und Bestellmöglichkeiten von Oyster-Card, Travelcard & Co erhaltet ihr auf dieser Website (hier habe ich auch schon einmal eine Travelcard bestellt).


STADTPLAN 
Während sämtlicher Städtereisen vergangener Jahre waren die Apps von Ulmon eine große Hilfe für mich und meine Reisegefährten. Die London-App beinhaltet zunächst einmal einen Offline-Stadtplan, den ihr zuvor in Deutschland runterladen und vor Ort dann ohne Internetzugang nutzen könnt. Auf dem Stadtplan könnt ihr euch auch offline orten und die Richtung anzeigen lassen, in die ihr gerade geht - unverzichtbar, weil hin und wieder der Punkt kommt, an dem man sich im Großstadtgetummel ein wenig verloren fühlt. Des Weiteren könnt ihr euch in der App Restaurants, Supermärkte, Sehenswürdigkeiten, U-Bahn-Stationen etc. in der Umgebung anzeigen lassen, einen separaten Netzplan der Underground müsst ihr euch also gar nicht separat besorgen. Auch könnt ihr eure Reise mit der App planen, indem ihr im Voraus bekannte Sehenswürdigkeiten auf der Karte einspeichert, weitere Ziele durch Vorschläge entdeckt oder Bewertungen verschiedener Cafés und Restaurants durchlest. 
Wenn ihr nun also in einem Teil Londons seid und möglichst viel in der Nähe eures Standortes sehen wollt (ohne also kreuz und quer durch die Stadt zu fahren und womöglich am nächsten Tag nochmal wiederkommen zu müssen, weil zunächst gar nicht klar war, dass das Museum und das hübsche Café, in das ihr auch wolltet, nur 200m voneinander entfernt liegen), schaut ihr einfach in der App nach und erspart euch zusätzlichen Aufwand.
Das Beste ist: die App funktioniert nicht nur offline, sondern ist auch kostenlos und daher ein ganz großer Tipp von mir (gibt es auch für Reisen nach Prag, Paris und so weiter). Einfach mal im AppStore suchen.


WÄHRUNG
In Großbritannien gibt es den Britischen Pfund, und da führt auch kein Weg dran vorbei. Sehr nützlich ist eine Kreditkarte, falls ihr keine besitzt, ist das allerdings auch nicht schlimm. Bargeld könnt ihr in Wechselstuben am Flughafen, oder noch besser, direkt in London, eintauschen lassen. Was den Kurs angeht, unterscheiden sich Wechselstuben nicht besonders. Solltet ihr einen tollen Wechselkurs entdecken, schaut etwas genauer hin - wahrscheinlich ist hier eine Gebühr zu zahlen. Achtet also darauf, dass sich die Wechselstube eurer Wahl nicht im dunkelsten Gässchen befindet und mit "0% Commission" ausgeschildert ist, dann ist in der Regel alles gut. 

SEHENSWÜRDIGKEITEN & UNTERNEHMUNGEN 
Je nach Interesse könnt ihr in London unfassbar viel unternehmen, Langeweile ist definitiv nicht vorprogrammiert. Natürlich müsst ihr an der ein oder anderen Stelle Eintritt zahlen, und das meist nicht wenig, vieles ist aber auch kostenlos, und selbst wenn ihr die ein oder andere Kathedrale, Brücke, Palast oder Turm nur von außen bestaunt, habt ihr am Ende des Tages eine Menge gesehen. Es folgt eine kleine Auflistung von Orten, an denen ich selbst schon war und dementsprechend etwas dazu sagen kann.

Hier müsst ihr Eintritt zahlen: 
London Eye - kostet etwa 24€, der Preis wird niedriger, wenn ihr das Ticket zusammen mit z.B. der Eintrittskarte für Madame Tussaud's kauft. Ich gehe immer wieder gerne aufs London Eye, vor allem bei schönem Wetter, da man eine unglaublich gute Sicht auf die Stadt hat. Eine Umdrehung dauert auch vergleichsweise lang (ich schätze 30min), sodass ihr durchaus etwas davon habt. Eine etwa 5-minütige 4D-Vorstellung ist auch im Preis enthalten. Plus, ich musste noch nie lange anstehen.
Madame Tussaud's - Enthält die Wachsfiguren von vielen Weltstars und natürlich auch britischen Persönlichkeiten. Egal ob Emma Watson, die Royal Family oder Angela Merkel und Donald Trump, hier findet ihr so gut wie jeden. Neben den vielen Wachsfiguren gibt es auch eine kleine "Achterbahnfahrt" (nicht wirklich Achterbahn, eher Rundfahrt) und eine kleine 4D-Vorstellung.
London Dungeon - Ein Gruselhaus, in dem ihr in Gruppen durch verschiedene Räume geführt werdet, in denen Darsteller euch interaktiv Teile einer Geschichte erzählen und hie und da versuchen, jemanden zu erschrecken. Ich persönlich habe mich nicht gegruselt, das beste war meiner Meinung nach der (sehr niedrige) Free Fall Tower am Ende der Vorstellung. Ich würde nicht wieder hingehen.
Buckingham Palace (nicht ganzjährig möglich!) - Immer, wenn die Queen im Spätsommer nicht zuhause ist, öffnet der Palast seine Türen und ihr könnt die Staatsräume besichtigen. Darunter fallen Thronzimmer, Ballsäle, Galerien, Teesalons und auch der große Palastgarten. Fotos dürft ihr hier keine machen, stattdessen bekommt ihr einen Audioguide, der euch mit Informationen zu den fast 20 Räumen versorgt, die ihr bestaunen dürft. Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nichts gesehen, das so prunkvoll und goldreich ist wie der Buckingham Palace von innen. Ich fand es sehr sehr interessant.
Kensington Palace - der Palast liegt direkt am Ende des Hyde Parks und auch hier gibt es Ausstellungen, die ihr gegen Gebühr besichtigen könnt (habe ich noch nie gemacht). Kostenlos könnt ihr den Garten vor dem Palast durchschreiten, euch in eines der Cafés setzen oder wieder im riesigen Hyde Park untertauchen.

Kostenlose Aussichtspunkte:
Tate Modern Aussichtsplattform - das Tate Modern ist, so habe ich es mir sagen lassen, Europas größtes Museum für moderne Kunst. Falls ihr euch dafür gar nicht interessiert, solltet ihr trotzdem mal vorbeischauen, denn in der 10. Etage gibt es eine Plattform, die einen schönen Ausblick über London bietet.
Sky Garden - ganz oben auf einem Wolkenkratzer, in dem zahlreiche Büros sind, befindet sich ein botanischer Garten mit Gastronomie und gigantischer (!) Aussicht über London. Kaum zu glauben, dass die Auffahrt kostenlos ist, allerdings müsst ihr euch im Voraus ein kostenloses Ticket auf der Homepage sichern. Schaut am besten immer wieder auf der Website vorbei, die Tickets werden immer eine Woche im Voraus angeboten und sind schnell vergriffen.
Primrose Hill - ein Hügel im Regent's Park, ein wenig außerhalb, gar nicht so weit von Camden  (das könntet ihr also beides kombinieren) entfernt. Von hier aus habt ihr eine schöne Aussicht auf Londons Skyline, und auch der umgrenzende Park ist schön anzusehen. Im angrenzenden Viertel gibt es übrigens viele bunte Häuser (genauso wie in Notting Hill), die ganz nett anzusehen sind.
Märkte:
Borough Market - nahe der London Bridge; hier gibt es vor allem Streetfood und andere Köstlichkeiten, die zu sehr guten Preisen angeboten werden. Hier findet jeder etwas zu essen, versprochen.
Camden Market - auch hier gibt es eine Menge Streetfood, aber auch eine Menge Läden und Stände. Camden Town ist super farbenfroh und allein deswegen schön anzuschauen. Neben den zig Souvenirläden und Anbietern von T-Shirts und Oberteilen (egal ob "I love London" oder Harry Potter) kann man hier sehr gut Zeit verbringen.
Museen:
The National Gallery 
The National Portrait Gallery
Science Museum 
Natural History Museum 
Wellcome Collection - medizinische Ausstellungen
Tate Modern 


GASTRONOMIE & VERPFLEGUNG 
Dass London teuer ist, werdet ihr spätestens dann merken, wenn ihr euch in ein Restaurant setzt. Generell empfiehlt es sich, zu bestimmten Mahlzeiten einen englischen Supermarkt aufzusuchen. Britische Supermärkte sind, anders als die Läden hierzulande, bereits viel mehr auf "To Go" ausgerichtet, sodass ihr dort eine riesige Auswahl an Salaten, Sandwiches, Obstbechern und sonstigen Snacks habt, die oft auch als "Meal Deal" kombiniert werden können, sodass ihr für Essen, Snack und Getränk zusammen nie mehr als 3£ zahlt.
Wenn ihr ein typisch Englisches Frühstück zu euch nehmen wollt, ist der Gang in einen Pub zu empfehlen. Pubs könnt ihr natürlich auch abends aufsuchen, wenn ihr in geselliger Runde seid. Zu empfehlen sind zum Beispiel die Pubs "O'Neills", hier bekommt ihr für 4£ ein riesiges Stück Schokoladenkuchen mit warmen, flüssigen Schokoladenkern und Vanilleeis (ist genauso lecker, wie es sich anhört!). Gut und relatib günstig frühstücken kann man außerdem bei Bill's oder in der Patisserie Valerie. Hier gibt es nachmittags auch Afternoon Tea For Two (Tee und ein Etagere mit Sandwiches, Scones und einer Auswahl an Kuchen) für 25£.
Gutes Essen bekommt ihr auch bei Byron, Granger&Co, 26 Grains oder Shake Shack. Auch gibt es viele hübsche Bäckereien in London, z.B. Gail's Bakery, The Hummingbird Bakery, Crosstown Donuts oder das - wegen seiner rosa Fassade auf Instagram bekannten - Cupcake Café Peggy Porschen.
Und falls ihr ebenfalls Chipsliebhaber seid empfehle ich HIPCHIPS (also keine Pommes, sondern Chips bzw. auf Englisch Crisps). Neben verschiedenen Kartoffelsorten und der Wahl aus süß und salzig könnt ihr euch verschiedene Dips zu euren Chips auswählen (z.B. Kürbis-Sesam, Peanutbutter-Jelly, Vegan-Chocolate oder Indian-Curry). Teuer ist der Spaß auch nicht, und hinterher könnt ihr behaupten, im ersten Chipsrestaurant der Welt gewesen zu sein (ich hab den guten Laden mal über einen Galileo-Beitrag entdeckt, witzige Geschichte).
Was Essen in London angeht, ist es meiner Meinung nach bloß wichtig (und richtig), sich nicht sofort in den nächsten McDonald's zu setzen. Dafür hätte man sich schließlich nicht ins Flugzeug setzen müssen.


SHOPPING 
In London gibt es viele Kaufhäuser, die - zumindest meinem - Preisrahmen nicht ganz entsprechen, aber schön anzusehen sind. Darunter fallen Harrod's, Selfridges und Library (hier gibt es in der obersten Etage einen Christmas Market, sodass schon im Herbst Weihnachtsstimmung aufkommt).
Eine tolle Buchhandlung ist Daunt Books, sehr niedlich eingerichtet, als Buchliebhaber könnte man Stunden hier verbringen. Die ganz klassischen Läden, die wir auch aus Deutschland kennen - oder nicht kennen, weil es die entsprechenden Ketten hierzulande nicht gibt - findet ihr auf den ganz großen Einkaufsstraßen wie der Oxford Street, nahe Picadilly oder Charing Cross Road, auch zu empfehlen ist Covent Garden. Ein Einkaufszentrum mit vielen Läden ist zum Beispiel Westfield. Für Burberry, Chanel & Co müsstet ihr euch zum Beispiel auf die Regent Street oder New Bond Street begeben.


UND SONST?
Bleibt nicht viel mehr zu sagen als "Viel Spaß in London", für mich eine der schönsten Städte der Welt. 

Samstag, 2. September 2017

iPad im Studium - Fragen und Antworten


Für wen eignet sich ein iPad? Was muss ich vor der Anschaffung beachten? Muss es wirklich ein Apple-Gerät sein? Und wie geht es weiter, wenn die Investition erst einmal getätigt wurde? Nachdem ich an anderer Stelle bereits einen Überblick darüber gegeben habe, inwieweit mich mein iPad im Studienalltag begleitet, gab es von Eurer Seite noch eine ganze Reihe Fragen, auf die ich in diesem Beitrag eingehen möchte. 



Ich bin ein Papiermensch - trotzdem ein iPad?

Ich dachte immer, ich sei ein Papiermensch. Ich lese viel, habe ein ganzes Regel voller Büchern, weigere mich immer noch, auf einen eReader umzusteigen - das Gefühl, in richtigen Büchern zu lesen, ist schließlich nicht durch etwas Technisches zu ersetzen. Das denke ich immer noch. Ich bin ein Papiermensch. Doch gilt das auch für mein Lernleben? Muss ich Lehrbücher wirklich vor mir liegen haben? Ist es nötig, jedes Fachbuch im Regal stehen zu haben? Braucht man all die Textmarker, Fineliner und Ordner? Ich brauche all das nicht, nicht in meinem Lernleben. Festgestellt habe ich das in meiner ersten Woche als Studentin, im Hörsaal. Der Vorlesung folgen und dabei auf herkömmliches Papier schreiben, ständig blättern und bei Unklarheiten das Handy aus der Tasche kramen, um das Internet um Rat zu fragen - genau das hat für mich nicht funktioniert. Und auch das Mittippen auf dem Laptop hat sich spätestens dann als unpraktisch herausgestellt, als der Chemiedozent erste Strukturformeln angezeichnet hat. Letztendlich bin ich, ein eigentlicher Papiermensch durch und durch, ins kalte Wasser gesprungen und mit dem iPad wieder aufgetaucht. Seitdem schwimmen wir gemeinsam durch das Studium. 

Welche Vorteile bietet ein iPad im Unialltag?
Die Vorzüge eines iPads sind ziemlich einleuchtend: Ein solches Gerät ist klein, leicht und handlich, beinhaltet alles, was man eigentlich schwer mit sich herumtragen müsste: Bücher, Blöcke, Stifte. Man hat Zugang zum Internet und zu diversen Lernangeboten, die es in konventioneller Form nicht gibt, im Medizinstudium zum Beispiel auf Apps, die eine dreidimensionale Darstellung körperlicher Strukturen ermöglichen. Auch kann man Videos in seinen Lernalltag einbeziehen, und so ein iPad ist nicht zuletzt freundlich für Rücken und Umwelt.

Was sind die Nachteile?
"Nachteil" Nummer Eins ist auf den ersten Blick sicherlich der Preis, der gezahlt werden muss, wenn die Investition eines iPad getätigt werden soll. Zwar gibt es bereits Universitäten, die iPads kostenlos an ihre Studenten verleihen, die meisten Studenten jedoch müssen in die eigene Tasche greifen, wenn sie ein iPad ihr Eigen nennen möchten. Weniger schmerzlich ist die Ausgabe, wenn man bedenkt, dass ein iPad über - hoffentlich - viele Jahre seinen Zweck erfüllen wird. Der klassische "Papier-Student" etwa lässt regelmäßig Geld im Copyshop, anstatt einmal eine große Summe Geld zu investieren.
Ein anderer Nachteil ist - manchmal - die Tatsache, dass es sich bei einem iPad um ein technisches Gerät handelt. Und wo Technik im Spiel ist, besteht natürlich die Gefahr, dass etwas schief läuft. Die Auswirkungen von "Unfällen" (iPad runtergefallen, Wasserschaden o.Ä.) lassen sich durch regelmäßige Sicherung der gespeicherten Daten zwar relativieren, um die Situation des "Ich habe ganz vergessen, mein iPad aufzuladen und sitze jetzt vor schwarzem Bildschirm in der Vorlesung" bin allerdings auch ich das ein oder andere Mal nicht herumgekommen - was dann aber eher meine eigene Schuld war. 

Muss es wirklich ein iPad sein? Wie sieht es mit Apple-Alternativen aus?
Man kann ganz klar sagen, dass die Vorteile, die ein Studieren mit dem iPad bietet, auch durch Tablets anderer Hersteller geboten werden können. Prinzipiell geht es schließlich darum, digital zu arbeiten, einen kompakten Begleiter zu haben und auf das ein oder andere lernerleichternde Angebot zurückgreifen zu können. Ob es wirklich ein iPad sein soll, hängt zunächst sicherlich von eurem eigenen Geschmack ab. Bekanntermaßen ist nicht jeder ein Fan von Apple-Produkten, wobei gesagt werden muss, dass auch Surface und Co. dem iPad preislich nicht viel ergebener sind. Da ich mich nie mit Alternativen anderer Marken beschäftigt habe, kann ich nur für das iPad sprechen, hierfür aber versichern, dass es alles bietet, was ich für mein Studium brauche. Da meine Universität auch speziell Programme für das iPad zur Verfügung stellt, wäre es in meinem Fall vielleicht sogar nachteilig, ein Alternativprodukt zu besitzen. All das hängt aber vom Einzelfall ab. 

Welches iPad ist für mich geeignet? 
Solltet Ihr euch für ein iPad entscheiden, müsst Ihr auch noch zwischen verschiedenen Modellen wählen. iPad Air, iPad Mini, iPad Pro - das Sortiment ist breit aufgestellt. Zu erwähnen ist, dass der markeneigene digitale Stift, der Apple Pencil, nur mit dem iPad Pro kompatibel ist. Auf allen anderen iPad-Modellen könnt ihr  mit günstigeren Stiften anderer Hersteller ebenfalls digital mitschreiben, allerdings gibt es dann häufig Einschränkungen im Schreibfluss, wie ich bei Kommilitonen beobachtet habe. Mit dem Apple Pencil gibt es diesbezüglich keine Probleme.  

Der Apple Pencil: Wie ist das Schreibgefühl? Kann man den Handballen ablegen? 
Womit wir bei den nächsten Fragen wären. Der Apple Pencil wird über Bluetooth mit dem iPad verbunden. Alle paar Tage muss er aufgeladen werden. Solltet ihr vergessen haben, ihn Zuhause übers Kabel ans Stromnetz anzuschließen, könnt ihr ihn auch spontan an eurem iPad selbst aufladen, sodass die Situation, in der Ihr wegen akkuleerem Stift nicht schreiben könnt, quasi gar nicht existiert. Das Schreiben selbst funktioniert sehr flüssig und liefert genauso gute Ergebnisse wie mit normalem Stift auf Papier, es ist sogar fast schon einfacher, da man digital keinen "Druck" auf die Unterfläche ausüben muss, wie es etwa beim Schreiben mit einem Kugelschreiber der Fall ist. Auch kann man auf dem iPad Pro, in Verbindung mit dem Apple Pencil, den Handballen während des Schreibens problemlos auflegen. Genau hier liegt das Problem herstellerfremder Bluetooth-Stifte in Verbindung mit anderen iPad-Modellen: Besagte Kommilitonen müssen oft sehr exotische Handhaltungen einnehmen, um etwa mit dem Handballen keine ungewollten Striche über das Blatt zu ziehen. 


Welche Bildschirmgröße ist optimal?
Das iPad Pro gibt es in einer großen und in einer kleinen Version. Ich selbst besitze die kleinere, 9,7"-Version (das neue iPad ist in der kleinen Version minimal größer) und bin sehr zufrieden damit. Es ist definitiv nicht zu klein, um darauf mitzuarbeiten und passt problemlos in jede Tasche und auf jeden Hörsaaltisch. Falls ihr iPad und Stift (auch) zu künstlerischen Zwecken verwenden möchtet, ist die Überlegung, in die größere Version zu investieren, eventuell sinnvoll - für rein studiumsmäßige Zwecke aber absolut nicht nötig. Doch natürlich ist auch das Typsache und es ist generell empfehlenswert, sich iPad und auch Stift vorher in einem Elektromarkt anzusehen und auszuprobieren. Zur besseren Vorstellung: iPad neben A4-Block.


Wieviel Speicherplatz sollte das iPad haben? 
Ich habe mich für die 128GB-Version entschieden, da ich nicht sicher war, ob die Version mit weniger Speicherplatz ausgereicht hätte. Die nächstgrößere Version hingegen hielt ich für übertrieben, da ich nicht mal auf meinem Laptop über 200GB Speicher brauche. Meine Version ist im Übrigen vollkommen ausreichend. Die Speicherung meiner Dokumente läuft ohnehin über Clouds, weshalb der meiste Speicherplatz von Apps und eBooks belegt ist. Und solange ihr das iPad ausschließlich für Bildungszwecke verwendet - also nicht auch noch für massenhaft Musik, Filme, Serien oder Ähnlichem - sollte eine kleine Version ausreichen.

Brauche ich das iPad mit SIM-Karte oder reicht die Wifi-Version? 
Sprich: Brauche ich mobiles Internet oder ist es sinnvoll, sich nur auf Wlan zu verlassen? Ich war so riskant und habe mich, nicht zuletzt aus preislichen Gründen, für die reine Wifi-Version entschieden. Dazu muss gesagt werden, dass die Gebäude meiner Universität über die ganze Innenstadt verteilt liegen, sodass man eigentlich immer einen Wlan-Zugang findet, egal wo man gerade ist. Unterwegs ist es natürlich ab und an unpraktisch, keinen Internetzugang zu haben, oft muss man aber nur schnell etwas googlen, was mit dem Smartphone geschwind erledigt ist. Für das Bearbeiten von Dokumenten auf dem iPad selbst braucht man übrigens kein Wlan. Solltet ihr eure Lehrtexte allerdings über eine Online-Plattform (z.B. ViaMedici) beziehen und unterwegs arbeiten wollen, ist eine SIM-Karte womöglich keine schlechte Idee.

Welches Schreibprogramm ist empfehlenswert?
Auf Empfehlung einer Kommilitonin hin habe ich mir damals die App "GoodNotes" heruntergeladen, dafür musste ich einmalig 8€ bezahlen, was bei ähnlichen Apps wie "Notability" allerdings auch nötig ist. Dafür, dass man für diesen Preis ein vollwertiges Programm erhält, das einen die nächsten Jahre lang täglich begleiten wird, ist der Kostenpunkt nichts, was abschrecken sollte - und definitiv besser, als sich mit einer kostenlosen, aber werbeüberfluteten und funktionsarmen Light-Version herumzuschlagen. Über GoodNotes könnt ihr Dokumente (auch Vorlesungsfolien) in Ordnern verwalten, Papiergröße (z.B. DIN-A4) und Blattmuster (kariert, liniert, blank,...) einstellen, zwischen verschiedenen Stifttypen und Stichstärken wählen, darunter natürlich auch Textmarker. Ihr könnt Grafiken in euer Dokument einfügen, Formen und Tabellen - um nur die wichtigsten Möglichkeiten eines solchen Programms zu nennen. 


Braucht man die optionale Tastatur für das iPad? Kann ein iPad einen Computer/Laptop ersetzen?
In Programmen wie GoodNotes könnt ihr natürlich auch getippten Text einfügen, und auch für E-Mails und Co. kommt man mit einem digitalen Stift nicht weit. Ich selbst benutze nur die interne Tastatur (also die auf dem Display) und habe eine externe Tastatur bisher nie vermisst. Allerdings verwende ich mein iPad auch nicht als Computer-Ersatz, was laut Hersteller aber Sinn eines iPad Pros sein kann. Da das Betriebssystem des iPads durch die Apps allerdings eher an ein iPhone als an ein MacBook erinnert, ist es für mich schwer vorstellbar, alleinig das iPad zu verwenden, zumal ich meinen Laptop nach wie vor regelmäßig verwende, zum Beispiel dann, wenn es um das Verfassen langer Texte geht.

Wie erfolgt der Datentransfer vom iPad auf andere Geräte? Wie sieht es mit BackUps aus?
Wie bereits erwähnt, arbeite ich viel mit Cloud-Systemen, sodass ich mein iPad bisher kein einziges Mal an einen Computer anschließen musste. Zwischen verschiedenen Apple-Geräten können Dateien jeder Art außerdem über Bluetooth (= AirDrop) übertragen werden, falls es schnell gehen soll. Auch BackUps meiner Dokumente speichere ich in einer der mobilen Datenwolken bzw. lasse sie darin speichern. Das funktioniert ganz automatisch, sodass ich mir über die Absicherung meiner Daten nicht regelmäßig bewusst Gedanken machen muss. Gängige Clouds sind iCloud, Google Drive und Dropbox.

Zubehör: Welche Hüllen sind empfehlenswert? Wie kann man den Stift "verstauen"?
Wer sich ein so teures Gerät anschafft, möchte Kratzer verständlicherweise vermeiden. Daher habe ich sogar eine Schutzfolie auf den Bildschirm geklebt, wobei der Apple Pencil diesen mit seiner Gummispitze sicherlich nicht verkratzt. Zusätzlich liegt mein iPad in einer Hülle, die auch den Nutzen hat, das iPad "aufrecht" hinzustellen, also nicht zwingend auf dem Untergrund liegen zu haben, wie es bei einem Blatt Papier ja immer der Fall ist. Damit der Apple Pencil nicht lose in meiner Tasche liegt oder ich ihn zuhause vergesse - sprich, damit er immer beim iPad ist - habe ich auch eine Art "Stifttasche", die ganz einfach an der Hülle des iPads befestigt werden kann.
So viel zu den häufigsten Fragen rund ums Thema "iPad". Sollten noch weitere Fragen auftauchen, werde ich solche an dieser Stelle ergänzend beantworten.

Dienstag, 25. April 2017

THE ENGLISH LANGUAGE - von Sprachtipps, der Queen & British Accent


"British at heart", steht in der Profilbeschreibung meines Instagram-Accounts. Wieso, habe ich noch nie erzählt. Dennoch wurde ich immer mal wieder, und in letzter Zeit immer öfter gefragt, ob ich nicht ein wenig über das Thema Englisch reden könnte. Wie lernt man Englisch, wie verbessert man seine Aussprache, wie "erlernt" man einen Britischen Akzent? Diese Fragen, und andere, werden in diesem Post hoffentlich beantwortet. Viel Spaß beim Lesen!



Grammatik, Rechtschreibung - Wenn die Grundlagen nicht sitzen
Englisch ist, auch objektiv betrachtet, eine relativ einfache Sprache. Sobald man Englisch einigermaßen flüssig beherrscht, denkt man beim Schreiben und insbesondere beim Reden nicht wirklich darüber nach, welche Zeitform oder Formulierung gerade angebracht wäre - man geht einfach nach Gefühl, einem Sprachgefühl, das sich über viele Jahre entwickelt hat und immer weiter vernetzt, vorausgesetzt man kommt nach wie vor regelmäßig mit der englischen Sprache in Berührung (was, angemerkt, nach Verlassen der Schule nicht bei allen Menschen der Fall ist).
Vermutlich könnt ihr selbst einschätzen, ob euer Englisch "flüssig" ist, ob ihr Sätze ganz selbstverständlich bilden könnt oder euch diese und andere Grundlagen noch schwerfallen. Sollte das bei euch der Fall sein (was sich dann auch an entsprechenden, zumindest nicht sehr guten bis guten Schulnoten bemerkbar gemacht haben sollte), ist es zunächst einmal wichtig, dass ihr das Fundament der englischen Sprache erlernt. Wie ich bereits sagte, Englisch ist nicht die schwierigste aller Sprachen, weshalb das Ganze nicht Jahre dauern wird, sondern - je nach Ambition - eine Sache weniger Wochen bis Monate ist. Schnappt euch ein Lehrbuch oder sucht euch eine einigermaßen authentische Internetseite und geht noch einmal alle Zeitformen durch, unter besonderer Berücksichtigung der Satzstellung (im Englischunterricht ist mir damals immer aufgefallen, dass einige Mitschüler Wörter völlig falsch "anordnen"). Mit Sicherheit ist es vielen, vor allem älteren Personen unangenehm, dass sie die Weltsprache nicht einmal in ihren Grundlagen beherrschen - doch gerade das ist meiner Meinung nach ein Grund, ihr und sich selbst eine zweite Chance zu geben. Ihr könnt davon nur profitieren, ein ganzes Leben lang.

Feinschliff 
Vorausgesetzt, ihr beherrscht ein einigermaßen solides Englisch, ist die Basis für den Ausbau dieser Sprache bereits gelegt. Das Tolle ist, dass ihr keine Vokabelhefte oder Grammatiktabellen braucht, um eurer Englisch zu verbessern - Englisch kann man nämlich wunderbar in Alltag und Freizeit perfektionieren, ohne dabei auf Methoden zurückgreifen zu müssen, die einem aus der Schule bekannt sind. Und genau darum soll es in diesem Post gehen: Nicht um Vokabelkästen oder Online-Sprachtools, sondern um Möglichkeiten, dieser Sprache leidenschaftlich und mit Vergnügen zu begegnen.

Serien/Filme 
Wenn man jemanden fragt, was er gestern Abend, am Sonntag oder in den Ferien unternommen hat, lautet die Antwort nicht selten, aber immer öfter "Seriengucken". Die beliebtesten Serien sind selten deutscher Herkunft, weshalb derjenige, der seine Serie stets deutsch-synchronisiert schaut, mitunter ein ganzes Jahr warten muss bis er die neue Staffel sehen kann, wohingegen die englischsprachigen Zuschauer das Original viel eher zu Gesicht bekommen. Noch ein guter Grund also, Serien auf Englisch zu verfolgen. Da sich Seriencharaktere - genau wie wir auch - der Umgangssprache bedienen, bekommt ihr an dieser Stelle noch einmal einen ganz neuen Bezug zur Sprache. Durch Serien und Filme lernt ihr Redewendungen kennen, Formulierungen, die einem im Schulunterricht nie begegnet sind, spezielle Ausdrücke und Bezeichnungen, die das Grundvokabular nicht unbedingt umfasst (Beispiel: Wer Grey's Anatomy schaut, wird trotz Realitätsferne der Serie nach einer Weile das ein oder andere medizinische Vokabular auf Englisch draufhaben). 
Oft werde ich gefragt, wie man denn die Idee eines Britischen Akzentes (auf den ich noch an späterer Stelle dieses Posts eingehen werde) verinnerlichen kann. Die Antwort ist ganz simpel: Britisches Englisch hören, um es dann automatisch (unbewusst) zu übernehmen. Wer ausschließlich amerikanische Serien schaut, vernimmt kein Britisches Englisch und kann es daher auch nicht imitieren. Es hilft also, den Spieß einfach umzudrehen, sprich: Amerikanische Serien meiden, stattdessen gezielt Britische Serien, Filme, TV-Beiträge etc. gucken. Im Folgenden eine Aufzählung potenzieller Kandidaten:

* The Royals: Quasi Britische Monarchie im Gossip-Girl-Sil. Über den pädagogischen Wert dieser Serie lässt sich streiten, ich persönlich finde sie aber ziemlich unterhaltsam und aufgrund zahlreicher Plot-Twists definitiv sehenswert. 
* Downtown Abbey: Eine qualitativ wirklich gute Serie! Tolle Kulissen, Kostüme und Schauspieler. Eine nicht umsonst mit Preisen überhäufte Serie. Die Geschichte spielt vor etwa 100 Jahren, der Britische Adel und seine Angestellten stehen im Fokus. Eine wirklich tolle Serie!
* University Challenge: Keine Serie, sondern ein TV-Format. Britische Universitäten stellen je ein Team von vier Studenten auf, die dann unter Moderation des legendären Jeremy Paxman gegeneinander antreten (also Fragen beantworten, um Punkte zu sammeln und die nächste Runde zu erreichen). Ein Wettkampf der Universitäten also. Sucht auf YouTube nach einer Folge und überzeugt euch selbst. Ich persönlich bin ein großer Fan dieses Formates und wünschte, so etwas gäbe es auch hierzulande mit deutschen Universitäten. Weiterhin kann man beim Schauen dieser Serie ziemlich viel Wissen anhäufen und sich mächtig schlau fühlen, wenn man gefühlt alle 3 Folgen eine Frage selbst beantworten kann (Die Teilnehmer sind nämlich allesamt unfassbar intelligent und die Fragen dementsprechend anspruchsvoll).
* The Crown: Eine Netflix-Serie über Queen Elizabeth II und den Duke Of Edinburgh, geht ein wenig in Richtung Downtown Abbey.   
* The Theory Of Everything: Verfilmung über das Leben von Stephen Hawking, gespielt von Eddie Redmayne. Ich sehe mir den Film immer wieder gerne an und bin auch ein großer Fan der Filmmusik, bei Bedarf könnt ihr gerne den zugehörigen Soundtrack googlen. 
* Harry Potter: Ich denke, ich muss nicht viel dazu sagen. Harry Potter geht immer! Und immer wieder, und immer wieder. 
* YouTube: Natürlich gibt es den ein oder anderen (Britischen) YouTuber, egal aus welcher Branche, durch eine Eigenrecherche werdet ihr selbst sicherlich schnell fündig. Besonders hervorheben möchte ich die YouTuber JenDre und SandyMakesSense, die als Deutsche den Schritt "Migrate to the UK" gewagt haben und heute in London leben, dementsprechend auch Videos zu dieser Thematik veröffentlichen. 
* BBC: Zwar haben wir Deutschen unsere Tagesschau, aber - und das wissen viele nicht - wir können BBC World News auf unseren Fernsehgeräten empfangen, wenn auch leider nicht die andere Bandbreite an BBC- bzw. englischen Sendern. Dennoch könnt ihr ja hin und wieder einmal einschalten. Die Moderatoren sprechen nämlich allesamt "Hochenglisch", was für Englischanfänger klar und leicht zu verstehen sein sollte. 



Received Pronunciation 
Was im Deutschen Hochdeutsch ist, ist im Englischen die sogenannte Received Pronunciation - oder, einfacher ausgedrückt: Englisch, wie es vermutlich nur die Queen dauerhaft spricht, so sagt man.
Apropos Queen (gekonnte Überleitung!) - falls ihr der guten Dame schon immer einmal etwas sagen wolltet, oder euch einfach nur nach einem Brief samt Wappen und Siegel in eurem Briefkasten sehnt, könnt ihr Ihrer Majestät Post senden (Die Adresse findet ihr im Internet). Eine Tat, die ich in diesem Sommer auch noch vollbringen werde. Zwar werdet ihr eine abgefertigte Standardantwort, geschrieben vom Privatsekretär der Königin, zugeschickt bekommen - aber hey, wer kann schon von sich behaupten, royale Post aus dem Buckingham Palace erhalten zu haben?! Natürlich müsst ihr euch, wenn ihr so einen Brief schreiben solltet, diverse Formalitäten zurück ins Gedächtnis rufen (Wie ist so ein Brief nochmal aufgebaut? Wie redet man den Empfänger auf Englisch an? Was gibt es für Konnektoren? Wie lauten gängige Grußformeln?). Eine gute Übung für formales Englisch also, der gewisse Spaßfaktor inklusive. Für gesprochenes, hohes Englisch empfehlen sich übrigens auch die Weihnachtsansprachen der Queen, einsehbar auf YouTube.  



Lesen bildet
Natürlich muss ich in diesem Beitrag auch auf Bücher eingehen. Vor allem Eure Rechtschreibung könnt ihr verbessern, indem ihr Englisches lest - also die Worte vor Augen habt, und euch dabei natürlich auch unbewusst ein Gefühl für Satzbau und Sprache aneignet.
Selbstverständlich hat jeder Mensch andere Vorlieben, wenn es um das passende Genre geht, und sicherlich hängt der eigene Buchgeschmack auch vom Alter ab.
In meinen jüngeren Jahren (heute nicht mehr) habe ich gerne Bücher gelesen, die in Richtung John Green gehen, The Fault In Our Stars oder Looking For Alaska als Beispiel genannt. Weiterhin fallen mir, neben den allseits geliebten Harry-Potter-Büchern, auch noch die Panem-, sowie die Numbers-Reihe von Rachel Ward ein, die ich vor Jahren immer und immer wieder gelesen habe. 
Etwas erwachsenere, ernstere Bücher, die ich in den letzten Wochen und Monaten gelesen und für gut befunden habe, sind The Last Act Of Love (TOLLES Buch, ziemlich unbekannt, aber unfassbar lesenswert - nach wie vor bin ich froh, dass ich diese Entdeckung in einem Londoner Flughafenkiosk gemacht habe), The Girl On The Train, When Breath Becomes Air, All The Light We Cannot See.
Abgesehen von dem ein oder anderen Jane-Austen-Roman oder Shakespeare-Drama habe ich leider noch nicht viele englische Klassiker gelesen, was ich in Zukunft ändern werde. 
Und falls ihr speziell Bücher lesen möchtet, in denen Britische Kultur, Sitten etc. ein Thema sind, kann ich Bücher von Sue Townsend (z.B. The Queen And I, bei deren Lektüre ich Tränen gelacht habe) oder Gin'O Clock (bekannt geworden durch einen Twitter-Account) empfehlen. 



Ein weiterer Tipp ist das Folgen/Liken englischer Seiten im Internet. Neulich ist mir aufgefallen, dass in meiner Facebook-Timeline ziemlich viele englische Beiträge auftauchen. Das liegt daran, dass ich dort Seiten wie BBC News, BuzzfeetUK, British Memes usw. abonniert habe. Wenn man in Pausen, im Zug, im Wartezimmer oder wo auch immer also durch Facebook scrollt, um sich die Zeit zu vertreiben, kommt man ganz automatisch mit dieser Sprache in Kontakt, ohne darüber nachzudenke; darüber hinaus dann auch mit Politik und Kultur des Landes (englische Nachrichtenseiten berichten logischerweise vermehrt darüber, was auf eigenem Grund und Boden passiert). Wenn ihr euch durch englische Kommentare lest, werdet ihr zudem schnell merken, dass der Humor stellenweise ein anderer ist, falls man das so sagen kann. Auch das ist immer wieder interessant zu beobachten!

The British Accent
Vorab sei erwähnt, dass es den einen, wahren Britischen Akzent nicht gibt. Genau wie im Deutschen auch, gibt es zahlreiche regionsabhängige Dialekte, sei es ein Londoner Akzent, welcher der Received Pronunciation sehr nahe kommt, oder aber eine Aussprache eher schottischer Art, oder ein Cockney-Akzent und so weiter, und so weiter. Viele Deutsche sprechen mich auf "meinen Britischen Akzent" an, woraufhin ich stets anmerke, dass dieser wahrscheinlich bloß ein Gewusel aller möglichen englischen Aussprachen ist. Komplimente wie "Du klingst wie eine Muttersprachlerin" erfreuen mich zwar, ein englischer Native Speaker würde in mir aber vermutlich sofort eine Nicht-Engländerin erkennen. Einmal wurde ich beispielsweise für eine Neuseeländerin ("Kiwi") gehalten, die sich an Received Pronunciation versucht (lustige Geschichte). 
Dennoch, um euren Wissensdurst auf "Wie klinge ich für andere (Deutsche) Britisch?" zu beantworten: Es gibt natürlich Grundregeln, die eine Britische Aussprache von einer eher Amerikanischen unterscheiden. Drei ganz wesentliche Regeln werde ich kurz erläutern. Verinnerlicht ihr diese Regeln, werdet ihr von jetzt auf gleich wesentlich britischer klingen. Das Ganze kann und wird sich zunächst wahrscheinlich ziemlich aufgesetzt, vielleicht sogar lächerlich anhören, weshalb ihr die oben genannten Tipps beachten solltet, um euere Aussprache mit der Zeit nach und nach zu verbessern.
Regel Nummer 1: Das "a" wie ein "a" aussprechen, nicht wie ein "ä" oder "äjjj". 
Das heißt ihr sprecht "I can't" so aus, wie es geschrieben steht, und sagt nicht "I cÄn't", wie es im Amerikanischen üblich ist. Ihr sagt "castle" und nicht "cÄstle", und als extremes Beispiel sei auch noch "Dirty dAncing" statt "Dirty dÄncing" genannt. Das sagt natürlich so gut wie niemand, was aber verdeutlicht, wie sehr sich amerikanische Aussprache in unserem Englischwortschatz manifestiert hat.
Regel Nummer 2: Das "t" wie ein "t" aussprechen, nicht wie ein "d". 
Beispiel "butter". Ihr sagt "batta" und nicht "badder", "better" sprecht ihr wie "betta" und nicht "bedder" aus, ihr sagt "attitude" und nicht "ädditude". 
Sprich: Wörter so aussprechen, wie sie dort stehen.
Regel Nummer 3: Das "r" nicht rollen/betonen.
Im Amerikanischen Englisch wird das "r" oft gerollt bzw. besonders betont, beispielsweise bei "hurt" oder "better". Im Britischen lässt man das "r" hingegen eher weg und sagt "höat" statt "hörrt", und "betta" statt "bedderrrrr".
[Ich hoffe, dieser Versuch einer Lautschrift war einigermaßen verständlich. Ansonsten hilft es auch immer, sich auf Seiten wie pons.de die Aussprache von bestimmten Worten sowohl auf British als auch auf American English vorspielen zu lassen.]
Diese drei Regeln lassen sich auf so ziemlich jedes wesentliche Wort beziehen. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, aber ein gut differenziertes Sprachgefühl lässt euch die Worte im Prinzip wie von selbst aussprechen, ohne dass ihr lange vorher überlegen müsst, wie ihr was genau betonen müsst. Hier helfen euch vor allem die oben genannten Serien, Filme, ect.
Die Apple-Nutzer können Siri auch auf Britisch umstellen (ich empfehle die männliche Stimme) und sich einfach eine Weile lang mit ihr unterhalten, um so britisches Englisch zu hören und als Reaktion darauf auch gleich anzuwenden bzw. umzusetzen. 



Sich unters Volk mischen 
Last but not least, die unumstritten beste Möglichkeit, etwas über Kultur, Leben, Leute und Sprache eines anderen Landes zu erfahren: Reisen. Sich selbst unter Menschen zu begeben ist nun einmal doch etwas anderes als Bücher zu lesen, Serien zu schauen, What'sApp-Sprachnachrichten zu versenden oder eben Blogposts im Internet zu lesen. Genauer werde ich an dieser Stelle nicht auf Reisen ins Vereinigte Königreich eingehen, auf Wunsch kann ich in Zukunft aber mehr dazu schreiben. Ein London-Travelguide ist ohnehin in Planung!


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Ich hoffe, dieser doch etwas ausführlichere Blogpost hat den ein oder anderen nützlichen Ratschlag bieten können. Wenn ihr mir schon länger folgt, werdet ihr gemerkt haben, dass mir Englisch und Großbritannien in gewisser Weise am Herzen hängen. Leidenschaft und Sprache gehören für mich ganz fest zusammen und sind in dieser Kombination essentiell, wenn man seinen Lebensstil und vielleicht auch seine Persönlichkeit davon beeinflussen lässt.
"Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." (Wittgenstein)

Have a nice day!