Samstag, 19. Dezember 2015

Deutsch Leistungskurs - Erfahrungsbericht zum DeutschLK


Heute möchte ich ein wenig über den Deutsch Leistungskurs berichten. Einen Erfahrungsbericht zum BiologieLK habe ich bereits verfasst, diesen könnt ihr hier einsehen. In diesem Post soll es jedoch um meinen zweiten Leistungskurs gehen, der mit Sicherheit eine große Mehrheit von Schülern interessiert. Das kann ich zum Beispiel daran sehen, dass die Hälfte meiner Stufe den DeutschLK gewählt hat. Doch sind all diese Schüler wirklich am Fach Deutsch interessiert? Sicherlich nicht. Denn jeder von euch kennt die Klischees: "Für Deutsch muss man nicht lernen", "Wer nicht weiß, was er wählen soll, sollte Deutsch wählen. Damit kann man nichts falsch machen", "Wer Deutsch als LK hat, der macht ein Loserabi." Doch ist an diesen coolen Sprüchen wirklich etwas dran? Und für wen ist es wirklich sinnvoll, Deutsch zu wählen? Lernt man überhaupt etwas im DeutschLK, wenn man angeblich nichts lernen muss? Davon möchte ich euch ein wenig erzählen. 



Zum Erfahrungsbericht
Vorab muss ich noch ein paar Dinge anmerken. Zum einen ist das hier ein persönlicher Erfahrungsbericht, das heißt, dass meine Sichtweisen nicht rein objektiv sind oder sein könnten. Deswegen solltet ihr diesen Bericht nicht verallgemeinern. Außerdem unterscheiden sich Leistungskurse in ihrer Aufmachung von Bundesland zu Bundesland. In meinem Fall (NRW) habe ich wöchentlich fünf Schulstunden DeutschLK. Normale Klausuren (kein Abi oder Vorabi) sind vier Schulstunden lang.

Welche Themen behandelt man im DeutschLK?
Bezüglich der Unterrichtsinhalte muss man nicht nur zwischen den einzelnen Bundesländern, sondern auch zwischen den einzelnen Abiturjahrgängen unterscheiden. Zwar werden überall grundlegende Dinge behandelt, beispielsweise die drei literarischen Gattungen (Lyrik, Epik, Dramatik), aber nicht alle deutschen Schüler lesen die gleichen Lektüren. Die genauen Inhalte für euer Bundesland und euer Abiturjahr könnt ihr den Internetseiten eures Schulministeriums entnehmen, für NRW gibt es die Lehrpläne hier. Das heißt, dass ihr - noch bevor ihr euch für den DeutschLK entscheidet - die Themen "abchecken" könnt. 
Ich persönlich (Abitur 2016) musste  - um euch mal ein Beispiel für Unterrichtsinhalte zu geben - Schillers Kabale und Liebe lesen sowie Hiob von Joseph Roth und Der Prozess von Franz Kafka. Außerdem haben wir im Themenbereich Lyrik die Epochen Romantik, Expressionismus und jüngste Gegenwart (ab 1990) behandelt. Ein weiterer großer Themenkomplex ist Sprache. Hierunter fallen der Sprachursprung (hierzu wird Herders Abhandlung über den Ursprung der Sprache gelesen), Sprachskepsis (im Chandos-Brief) und Sprachwandel. Außerdem haben wir noch weitere Werke der Epoche der Neuen Sachlichkeit behandelt. 

Wie sieht der Unterricht im DeutschLK aus?
Den Unterricht zu beschreiben ist schwierig, da mir sofort tausend Dinge einfallen, die beschreiben würden, wie der Unterricht im DeutschLK nicht aussieht. Wer den DeutschLK wählt, der muss sich darüber im Klaren sein, dass einen nicht die große Spannung erwarten wird. Deutsch ist keine Naturwissenschaft, in der man Versuche machen könnte und im Fach Deutsch drängen sich auch keine Exkursionen auf. Ab und an geht man vielleicht mal mit seinem Kurs ins Theater, aber ansonsten sitzt man die meiste Zeit im Klassenraum und bearbeitet die Hälfte der Zeit lang Arbeitsblätter und sonstige Aufgaben. Scheinbar gibt es verdammt viele Kopiervorlagen für das Fach Deutsch, denn mein Deutschordner ist mit Abstand mein vollster. Verständlicherweise geht die andere Hälfte der Zeit dafür drauf, dass man die bearbeiteten Aufgaben bespricht. Erfahrungsgemäß melden sich dabei nicht viele Schüler und der Lehrer führt deshalb Unterrichtsgespräche, an denen immer die selben Leute beteiligt sind. Wenn einen das Thema nicht interessiert - und das passiert wirklich jedem Deutschschüler irgendwann einmal, ich zum Beispiel finde das Thema Sprache schrecklich - dann kann sich eine Deutschstunde ganz schön in die Länge ziehen. Andererseits ist der DeutschLK wirklich entspannt. Wenn man mal für fünf Minuten mit den Gedanken abschweift, an seinem Handy spielt oder vielleicht krank ist und gar nicht zur Stunde kommt, dann hat man in der Regel nicht das Problem, dass man nicht mehr hinterherkommt, wie es vielleicht in Mathe der Fall wäre. 

Liest man im DeutschLK viele Lektüren? 
Ich habe oben schon geschrieben, dass ich drei Lektüren für das Abitur lesen muss. Ich glaube, dass es bei den späteren Abiturjahrgängen sogar nur noch zwei sind. In der Regel liest man jedoch nicht mehr als 3-4 Lektüren, mehr Lektüren sind auf jeden Fall nicht abiturrelevant. Kein Schulministerium wird oder kann von euch erwarten, dass ihr in zwei Jahren Leistungskurs sieben Bücher behandelt. Das hätte eine total oberflächliche Bearbeitung zur Folge. Der eigentliche Sinn, vor allem im LK, ist schließlich, in die Tiefe zu gehen. Genau deswegen haben die meisten Schüler auch mehr Lektüreschlüssel als Lektüren, da es auf Interpretationen ankommt.
Auch stimmt es nicht, dass der Grundkurs weniger Bücher liest als der Leistungskurs. Die Grundkurse meiner Stufe lesen auch drei Lektüren, wobei zwei der drei Bücher identisch sind und nur das dritte Buch ein etwas "einfacheres" ist. Ihr müsst also keine Angst davor haben, dass ihr im DeutschLK hinter einem riesigen Buchstapel verschwindet. Die meisten Schüler lesen die Lektüren ja nicht mal, jedenfalls nicht vollständig. Viele geben sich mit der Wikipedia-Zusammenfassung zufrieden.
Deshalb ist fraglich, ob ihr Deutsch als Leistungskurs wählen solltet, wenn ihr nicht gerne lest. Diejenigen, die zu den Besten im DeutschLK gehören, lesen meistens freizeitlich gerne und die, die es nicht tun, haben Deutsch meist als Notlösung gewählt. Wer kein Interesse am Lesen hat, der hat kein leidenschaftliches Verhältnis zur Sprache und sollte nicht vergessen, dass es gerade dieses gewisse Etwas ist, dass den DeutschLK spannend machen kann. Der DeutschLK ist also nicht zwingend langweilig. Auf den Bezug kommt es an. 

Kriegt man im DeutschLK viele Hausaufgaben auf bzw. muss man ständig seitenlange Texte verfassen?
Nein und nein. Deutsch gehört, bei mir zumindest, zu den Fächern, in denen ich, obwohl es ein LK ist, am seltensten Hausaufgaben aufbekomme. Aber wenn ich mal Hausaufgaben aufkriege, dann so richtig. Das heißt, dass es natürlich ab und an vorkommt, dass man eine Analyse verfassen soll. Vielen Schülern ist das zu blöd, das heißt, sie machen die Hausaufgabe gar nicht, kopieren irgendeine fertige Analyse aus dem Internet oder schreiben maximal eine Seite. Ich persönlich kann da nur den Kopf schütteln, denn a) bietet eine solche Hausaufgabe die perfekte Übung für die bevorstehende Klausur, in der auch eine Analyse verfassen werden muss und b) sollte doch gerade eine solche Hausaufgabe Spaß machen. Wer beim Gedanken an eine Dramenszenenanalyse Magenschmerzen kriegt oder sein Gegenüber auslachen würde, wenn dieser ihm sagt, dass er drei Stunden lang ein Gedicht analysiert hat, hat im DeutschLK ganz einfach nichts verloren. Niemand hat dich dazu gezwungen, den DeutschLK zu wählen. Wieso regst du dich also über das Gedicht auf? Wieso regst du dich darüber auf, dass du bis morgen eine Seite im Buch lesen sollst? Wieso regst du dich darüber auf, dass deine Lehrerin deine Analyse mit der Länge einer halben Seite belächelt? Alles Fragen, die ich mir bei einigen meiner Mitschüler schon oft gestellt habe. Ein bisschen Leistung sollte man im Deutsch Leistungskurs schon noch erbringen. Die Oberstufe ist schließlich kein Geburtstag und der DeutschLK ist nicht die Kerze auf dem Kuchen, die sich am leichtesten ausblasen lässt. 

Braucht man für den DeutschLK wirklich nicht zu lernen?
Was ich bis jetzt geschrieben habe, klang ziemlich negativ. Deswegen mal etwas Erfreulicheres: Nein, für Deutsch muss man nicht unbedingt lernen, jedenfalls nicht so viel. Das kann ich behaupten, weil ich mit Biologie als zweiten LK den Vergleich zum anderen Extrem wagen kann. 
Generell kann man sagen, dass für Deutsch niemand wirklich ausführlich lernen muss. Deutschnoten sind auch immer relativ konstant. (Sehr) gute Schüler müssen nicht lernen, um in der nächsten Klausur wieder eine gute Note zu bekommen. Und schlechtere Schüler verbessern sich durchs Lernen entweder nicht oder aber sie schreiben eine unerwartet gute Klausur. Das kommt aber auch ohne Lernen vor und hängt einfach mit Thema und Klausuraufgabe zusammen. 
Prinzipiell sind deswegen zwei Dinge festzuhalten. Zum einen kann man für Deutsch gar nicht viel lernen. Bis auf die Struktur der jeweiligen Analyseform lerne ich oft auch nichts, denn all die Sachen, die man im Unterricht gelernt hat, bringen einem in der Klausur entweder nichts (waren also unnötig), oder lassen sich auch so aus dem Ärmel schütteln. Zum anderen kann man in Deutsch durch Lernen nicht viel verändern. Wer einmal drauf hat, wie man eine gute Analyse schreibt, der schreibt immer gute Analysen. Und wer noch nie verstanden hat, wie man eine gute Analyse schreibt, der wird auch in der Klausur keine gute Analyse schreiben. So etwas kann man auch nicht von heute auf morgen lernen. Wenn ihr also sehr gut im Verfassen von Analysen seid, dann seid ihr im DeutschLK richtig. Jede Klausur dreht sich um Analysen. 

Wie sehen DeutschLK-Klausuren aus?
Diese Frage wäre also auch schon beantwortet. Das Zauberwort heißt Analysen. Prinzipiell bestehen Deutschklausuren aus zwei Aufgaben. Die erste Aufgabe beinhaltet die Analyse (oft mit Analyseschwerpunkt), die zweite Aufgabe erfordert oft weiteres, im Unterricht erworbenes Wissen. Beispielsweise könnte die Deutung eines Zitates in Bezug auf XY gefordert sein, oder der Vergleich des vorliegenden Textes mit irgendeinem anderen, etc. Für genaue Vorstellungen von DeutschLK-Klausuren empfehle ich euch, einen Blick in alte Abiturklausuren zu werfen. Diese entsprechen so ziemlich dem, was man auch in der Oberstufe an Klausuren bearbeiten muss. Glücklicherweise kann man in einem Fach wie Deutsch immer irgendetwas schreiben, selbst wenn es Nonsens ist. In Deutsch hat wohl noch nie jemand ein leeres Blatt abgegeben.

Gibt es einen Unterschied zwischen DeutschLK und DeutschGk?
Der Unterschied zwischen einem Deutsch Leistungskurs und einem Deutsch Grundkurs ist mit Sicherheit nicht allzu groß. Wie ihr oben schon gelesen habt, behandelt man oft in beiden Kursen das Gleiche, wobei der DeutschLK aufgrund der erhöhten Stundenzahl minimal mehr Themen zu bearbeiten hat. Der Übergang vom vorherigen Deutschunterricht in den Leistungskurs sollte reibungslos verlaufen, ihr werdet also, falls ihr euch für Deutsch als LK entscheidet, keinen Weltenwechsel erfahren. Selbst ich frage mich oft noch, inwiefern sich mein DeutschLK von einem Grundkurs unterscheidet. Der Deutschleistungskurs ist nämlich nicht wirklich mit viel Arbeitsaufwand verbunden.

Bin ich für den DeutschLK geeignet?
Womit wir beim Fazit wären und der Klärung der wichtigsten Frage überhaupt: Wer sollte denn jetzt überhaupt den DeutschLK wählen und wer nicht? Ich möchte ehrlich sein und nicht den Moralapostel spielen: Im Prinzip kann jeder den DeutschLK wählen, ohne Angst haben zu müssen. Wenn ihr euch für das Fach Deutsch und Sprachen interessiert, dann seid ihr im DeutschLK auf jeden Fall richtig. Wenn ihr nicht wisst, was ihr wählen sollt, dann kann euch der DeutschLK auch nicht schaden. Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr gar keine Talente habt oder euer Wunsch-LK nicht zustande kommt, dann wählt lieber Deutsch als irgendein Fach, das ihr überhaupt nicht beherrscht, zum Beispiel Mathe. Für naturwissenschaftliche LKs gibt es nämlich gewisse Voraussetzungen, oder besser gesagt, man muss Vorwissen haben. Wer Probleme mit Mathe hat und die einfachsten Grundrechenverfahren nicht beherrscht, der hat im MatheLK nichts zu suchen. Wer in der 10. Klasse in Biologie nicht aufgepasst hat, wird ein Problem im BioLK haben. Aber wer nie in Deutsch aufgepasst hat, der wird im DeutschLK nicht zwingend versagen, da absolut nichts vorausgesetzt wird. Natürlich sollte man eine Vorstellung davon haben, wie man anständige Texte verfasst, aber das Buch, das ihr in Klasse 9 oder 10 gelesen habt, wird euch für das Deutsch-Abitur nichts bringen, weil es nicht abiturrelevant ist. In Mathe hingegen hat man schon in Klasse 9 Funktionen behandelt, und darauf wird im kommenden Unterricht aufgebaut. Deswegen ist Deutsch durchaus eine Option für alle, die etwas verloren durch die Schule schlendern. Deswegen wählen so viele Schüler den DeutschLK.
Und all diejenigen, die Deutsch wirklich interessiert, die es lieben, ein Gedicht zu analysieren oder eine Lektüre auseinanderzunehmen, die sind im DeutschLK genau richtig. Euer Lehrer wird sich freuen, wenn unter all denen, die Deutsch als Notlösung gewählt haben, auch diejenigen sind, die wirklich Interesse am Fach zeigen. Und auch ruhig mal sechs Seiten schreiben, wenn es eine Analyse als Hausaufgabe aufgab. Und nicht nur eine Halbe ...

Samstag, 12. Dezember 2015

Biologie Leistungskurs - Erfahrungsbericht zum BioLK


Mittlerweile ist es fast zwei Jahre her, dass ich meine beiden Leistungskurse wählen musste. Leicht ist mir diese Wahl nicht gefallen, da ich mich zwischen 4-5 Fächern entscheiden musste, die ich gerne als Leistungskurs belegt hätte. Ich habe mir ständig den Kopf über alle möglichen Vor- und Nachteile der Fächer zerbrochen, alle möglichen Lehrer befragt, ob sie mich für "LK-tauglich" halten und natürlich auch das Internet nach Erfahrungsberichten durchsucht. Einige waren hilfreich, andere haben mich verunsichert. Einen (hoffentlich hilfreichen) persönlichen Erfahrungsbericht zu jedem meiner Leistungskurse möchte ich euch in den folgenden Posts geben. Meine Wahlkreuze habe ich schließlich bei Deutsch und Biologie gesetzt, und um letzteres Fach soll es an dieser Stelle gehen. Um den Biologie Leistungskurs. 



Zum Erfahrungsbericht 
Bevor ich euch Einblicke in die Welt des BioLKs gebe, muss ich noch kurz ein paar Dinge anmerken. Wie oben schon erwähnt, ist das hier ein persönlicher Erfahrungsbericht. Das heißt, ihr solltet meine Sichtweisen nicht verallgemeinern. Jeder Leistungskurs ist verschieden, was mit Sicherheit auch mit Schule und Bundesland zusammenhängt. In NRW sind Leistungskurse fünfstündig, das heißt, dass ich jede Woche 5 Schulstunden Biologie habe. Meine normalen Klausuren im Leistungskurs sind 4 Schulstunden lang. Die inhaltlichen Schwerpunkte für meinen Abiturjahrgang (2016) sind Genetik, Ökologie, Evolution und Neurphysiologie. 

Was behandelt man im BioLK?
Wie gerade eben schon erwähnt, gibt es für jeden Abiturjahrgang inhaltliche Schwerpunkte, die den Lehrplan bestimmen. Diese Vorgaben könnt ihr auf der Seite eures Schulministeriums einsehen, die Vorgaben für NRW gibt es hier. Das heißt, ihr könnt euch - noch bevor ihr den BioLK überhaupt wählt - ansehen, was ihr behandeln werdet. Natürlich sind große Themenkomplexe wie Genetik oder Evolution immer vertreten, denn keiner wird ein Abitur in Biologie absolvieren können, ohne jemals von Gregor Mendel oder Charles Darwin gehört zu haben. Prinzipiell behandelt man die selben Themen wie im Grundkurs, nur ausführlicher. Das heißt, man macht ein Unterthema mehr oder geht etwas mehr "in die Tiefe". Allerdings muss erwähnt werden, dass es für Biologie ziemlich viel Lernstoff gibt. Schon der Grundkurs muss ziemlich viel behandeln und beim Leistungskurs ist es logischerweise noch mehr, weshalb Biologie zurecht als eines der lernintensivsten Fächer überhaupt gilt. Wie für jedes Fach gilt auch für Biologie, dass es Themen geben wird, die euch mehr interessieren werden und solche, die es eher weniger tun. 

Wie sieht der Unterricht im BioLK aus?
Der Unterricht im BioLK ist zum Großteil theoretisch. Wer sich auf großes Mikroskopieren und Sezieren gefreut hat, muss von mir enttäuscht werden. Natürlich sitzt man nicht nur vor Büchern und Arbeitsblättern, aber da man in Biologie sehr viel Stoff in kurzer Zeit durchnehmen muss, ist wenig Zeit für Nebensächliches. Natürlich gibt es auch Exkursionen, so hat mein BioLK zur Genetik ein Molekularbiologisches Labor besucht, zur Ökologie eine mehrtägige Kursfahrt an einen Stausee für Gewässeruntersuchungen unternommen und zur Evolution das Neanderthalmuseum besucht. Aber der Großteil des Unterrichts besteht nun mal aus dem Lesen von Texten, um sich neue Themen beizubringen bzw. neue Dinge zu erfahren. Dazu markiert man sich Dinge im Text, macht sich Notizen und bespricht das Ganze anschließend im Kurs, wobei dann das Tafelbild entsteht, das oftmals aber nicht hilfreicher ist als die eigenen Notizen. Wie ihr euch also vielleicht denken könnt, ist in Biologie sehr viel selbstständiges Arbeiten angesagt. Im Prinzip muss man sich alles selbst beibringen, mit dem Lehrer und dem Kurs sichert man dieses Wissen dann nur ab. Außerdem gibt es recht häufig Hausaufgaben auf, die dann meistens auch daraus bestehen, sich das und das zu erarbeiten oder dieses und jenes zu wiederholen. Das ist nämlich eine weitere Sache: In Biologie lernt man immer mehr, aber man darf von dem Gelernten möglichst nichts mehr vergessen. 

Braucht man für den BioLK Chemie?
Eine Frage, die auch ich mir damals gestellt habe. In der 10. Klasse hatte ich noch Chemie, habe dann für die 11. Klasse den BioLK gewählt und Chemie gleichzeitig abgewählt. Und deswegen kann ich euch ganz klar sagen, dass ihr nicht Chemie belegt haben müsst, um im BioLK zu überleben. Die Mehrheit meiner Bio-Mitschüler hat auch kein Chemie mehr und man kommt bestens ohne zurecht. Ich frage mich wirklich, wie dieser Mythos die Runde gemacht hat, denn man muss kein Chemie belegt haben, um zu wissen, was eine Wasserstoffbrückenbindung oder eine polare Bindung ist. Das sind alles Grundlagen, die man in der Mittelstufe gelernt hat, als Chemie noch Pflicht war. All das hat nichts mit dem Chemieunterricht der Oberstufe zu tun und selbst wenn man in der Mittelstufe eine Chemie-Niete war, sind das alles Sachen, die man sich innerhalb einer Stunde selbst nachträglich beibringen kann. Schließlich habt ihr Biologie gewählt, nicht Chemie. Im Abitur wird euch keiner fragen, wieso bei der Fotosynthese aus 12H2O schließlich 6H2O werden. Also tut mir einen Gefallen und macht euch wegen der Chemie nicht verrückt. Diese sollte meiner Meinung nach kein Ausschlusskriterium sein. Selbst wenn ihr einen Biolehrer abkriegt, dem Chemie total wichtig ist, könnt ihr euch die paar chemischen Grundlagen selbst beibringen. Im Zeitalter von YouTube und Büchern wie "Chemie für Dummies" ist das kein Problem mehr. 

Muss man für den BioLK viel lernen?
Ja! Falls ihr ein eher faules Gemüt habt, solltet ihr euch überlegen, ob ihr euch Biologie wirklich "antun" wollt. Dass man für Biologie viel lernen muss, ist leichter gesagt als getan. Erst wenn man wirklich drin steckt, merkt man, wie viel das alles eigentlich ist. Manchmal höre ich von Mitschülern anderer LKs am Tag vor den Klausuren, dass sie immer noch nicht mit dem Lernen begonnen haben, wohingegen ich schon seit Tagen sämtliche Begriffe und Regeln in meinen Kopf prügele. Außerdem müsst ihr euch bewusst sein, dass es immer mehr wird. Gerade für das Abitur. Da müsst ihr dann nämlich nicht nur den Stoff zur Molekulargenetik beherrschen, den ihr für eure erste BioLK-Klausur draufhaben musstet, sondern etwa achtmal soviel. Deswegen sind zwei Dinge für Biologie wichtig: 1. Fangt früh mit dem Lernen an! 2. Lernt regelmäßig! Außerdem ist es hilfreich, sich für die Klausuren immer ausführliche Lernzettel zu schreiben. Dann habt ihr es in puncto Abiturvorbereitung leichter, da ihr die Lernzettel nach der Klausur - ich bitte darum - hoffentlich nicht wegschmeißt. 

Wie sehen BioLK-Klausuren aus?
Wenn es um BioLK-Klausuren geht, dann geht es um einen wunden Punkt der meisten Schüler. Denn wenn man für eine Bioklausur lernt, dann lernen die Meisten die ganzen Begriffe und Definitionen des Themenkomplexes auswendig und können damit super die Reproduktionsaufgabe lösen. Blöd nur, dass die restlichen 80% der Bioklausur aus Transferaufgaben bestehen. Das heißt, dass es seitenweise Material gibt (Texte, Diagramme, Versuche), die man auswerten und mittels des Gelernten analysieren und erklären muss. Klingt einfach, ist es aber nicht. Schaut euch dazu am besten alte Abiturklausuren an, dann wisst ihr, was euch erwartet. Die Zeiten des "Fülle den Lückentext aus", "Beschrifte die Abbildung" oder "Definiere das und das" sind im BioLK nämlich definitiv vorbei. Leider. 

Wie groß ist der Unterschied zwischen BioLK und BioGK?
Der wesentliche Unterschied liegt zum einen in der Stoffmenge und zum anderen in den Klausuren, letztere sind im Grundkurs um einiges einfacher. Der Grundkurs knüpft ziemlich gut an den Bio-Unterricht aus Klasse 10 an, was das Level angeht. Von Klasse 10 in den BioLK ist es meiner Meinung nach jedoch ein etwas größerer Schritt, vor allem was die Klausuren angeht. Denn spätestens in den Klausuren wird man merken, wieso sich der eigene Kurs eigentlich Leistungskurs nennt. Aber ich möchte euch keine Angst machen, das ist alles machbar, wenn man will. Viele Schüler unterschätzen bloß, dass sie sich im LK nun viel mehr mit Biologie befassen müssen als noch in der 10. Klasse. Da war Biologie für viele ein Nebenfach mit guten Noten und Spaßfaktor. Sobald man ein Fach allerdings als LK wählt, wird es zum Hauptfach. Da reicht es nicht mehr aus, sich am Abend vorher ein paar Sätze aus Wikipedia herauszuschreiben, für grobes Verständnis. Grobes Verständnis muss im BioLK zum großen Verständnis werden. Ein LK ist quasi euer Beruf, nicht euer Nebenjob. 
Wenn ihr euer LK-Wahlkreuz also bei Biologie setzt, dann heiratet ihr dieses Fach. Das Eheversprechen wäre hierbei, dass ihr immer schön fleißig für Biologie lernt, in guten (interessanten, einfachen) wie in schlechten (uninteressanten, stressigen) Zeiten. Denn wenn ihr das nicht tut, kommt es zur Ehekrise und es regnet schlechte Noten. Ich denke, diese Metapher beschreibt den Leistungskurs-Aspekt ziemlich gut.

Bin ich für den BioLK geeignet?
Und nun zum Fazit und der Beantwortung der Fragen aller Fragen: "Bin ich für den BioLK geeignet?
Das ist natürlich eine Frage, die ich euch nicht beantworten kann. Das kann keiner, außer man selbst. Ich kann euch nur sagen, dass ihr die oben genannten Aspekte berücksichtigen solltet. Auch rate ich euch, nicht unbedingt ein zweites aufwendiges LK-Fach zu wählen, wenn ihr schon Biologie nehmen wollt. Biologie und Geschichte würden euch beispielsweise viele Stunden am Schreibtisch bescheren. 
Ihr braucht keine Angst wegen Chemie zu haben, solltet aber wissen, worauf ihr euch mit Biologie einlasst. Ihr werdet recht viel lernen müssen, wenn euch gute Noten wichtig sind. Das sollte aber eine Selbstverständlichkeit beziehungsweise Nebensächlichkeit sein, wenn man sich wirklich für die Biologie interessiert. Denn Leidenschaft ist, wie in so vielen Situationen des Lebens, ein wichtiger Punkt. Wenn ihr keinen Spaß an der Biologie habt, dann lasst es bleiben. Ihr könntet euer Abitur mit viel weniger Aufwand bekommen, wenn ihr Biologie nicht wählt. Mit der Kombination Deutsch/Englisch beispielsweise kommen viele Schüler ohne Lernen sehr weit. Denn für Leute mit der Einstellung "Ich hab Bio gewählt, weil ich Chemie und Physik noch schlimmer finde" ist der Grundkurs da, nicht der Leistungskurs. Der Leistungskurs ist für Leute, die Leistung erbringen wollen. Für Leute, die sich reinknien wollen. Für Leute, die mehr wissen wollen als man für das Abitur wissen muss. Für Leute, die auch gerne mal etwas später zu Bett gehen, weil sie noch ihre BioLK-Hausaufgaben erledigen müssen. Für Leute, die die Biologie, die Lehre vom Leben, mit jeder Zelle des Körpers interessiert.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Wie erstelle ich einen Lernplan?


Wenn man sich auf eine Klausur vorbereitet, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man vorgehen kann. Die organisierteste und am besten vorbereitende Variante ist meiner Meinung nach die Erstellung eines Lernplans. Vor allem in der Oberstufe werden in einer Klausur gleich mehrere (Unter-)themen abgefragt, die man während der Klausurvorbereitung alle noch einmal durchgehen sollte. Denn wer kennt es nicht: Man hat sich auf die Klausur eigentlich ganz gut vorbereitet und dann wird in einer Aufgabe genau das Thema abgefragt, das man vor drei Monaten mal kurz im Unterricht angesprochen und als unwichtig abgestempelt hat. Außerdem hilft ein Lernplan dabei, eine Nachtschicht vor der Klausur zu vermeiden. Denn was mit einem Lernplan garantiert nicht passieren wird, ist, dass ihr zwei Tage vor der Klausur merkt, dass ihr den ganzen Stoff bis übermorgen niemals ganz durchgehen könnt.

Deswegen zeige ich Euch heute mal an einem fiktiven Beispiel (das heißt, ich habe mir sämtliche Seitenzahlen ausgedacht und schreibe an dem angegebenen Tag auch keine Bio-Klausur), wie ich meine Lernpläne erstelle und mich auf Klausuren vorbereite. Los geht's!


Auf dem Bild seht ihr zunächst einmal all die Sachen, die ich für die Erstellung meines Lernplans brauche. 
Das sind zwei Blätter, möglichst viele bunte Textmarker (ihr könnt auch einfach andere, bunte Stifte nehmen), einen Stift zum Schreiben und kleine, bunte Klebezettelchen (möglichst in den Farben der Textmarker). 

Schritt 1: Themen aufschreiben
Ich nehme mir den ersten Zettel und schreibe dort erst mal all die Themen auf, die ich zu bearbeiten habe. Am besten geht ihr dafür euere Mappe durch, von der ersten Mitschrift nach der letzten Klausur bis zur letzten Mitschrift vor der Klausur. So könnt ihr sicherstellen, dass ihr nichts vergesst. Natürlich gibt es auch nette Lehrer, die vor der Klausur sagen, welche Themen abgefragt werden. Aber auch dann solltet ihr eure Mappe durchgehen, das wird für Schritt 2 noch einmal wichtig. Jedes Thema nummeriere ich übrigens.

Schritt 2: Material ergänzen
Unter jedes Thema schreibe ich mir dann Seiten aus verschiedenen Büchern, in denen das Thema behandelt wird. Diese Seiten sind dann die Grundlage für die Lernzettel, die ich mir erstelle. Ein Lernplan ist für mich nämlich größtenteils ein Plan, der mir sagt, wann ich welche Lernzettel zu erstellen habe. Ich lerne nämlich durch das Anfertigen von Lernzetteln und dem späteren Durchlesen dieser Zettel. Ein Post dazu, wie ich meine Lernzettel erstelle, wird in Zukunft auch noch folgen. 
Wie ihr seht, ist das letzte Thema eigentlich gar kein Thema, denn hier liste ich (Internet-)Seiten auf, auf denen es Übungsaufgaben  zu all den oben genannten Themen gibt, eventuell sogar ganze Klausuren. Vor allem in Mathe kann diese Liste richtig lang werden, da in diesem Fach nur "Rechnen, rechnen, rechnen" hilft. In Biologieklausuren sind Übungsaufgaben auch super, um mit dem Stil der Anwendungsaufgaben vertraut zu werden. Eventuell stolpert ihr bei sorgfältiger Bearbeitung dieses Punktes sogar auf eine Aufgabe, die euer Lehrer für die Klausur benutzt. 
Zudem wird hier deutlich, warum es wichtig/nützlich ist, sich für die Lernplanerstellung noch einmal die ganze Mappe anzusehen: In einigen Fächern teilen Lehrer Arbeitsblätter aus, die ganz hilfreich sind. Diese könnt ihr dann auch in der Liste ergänzen. Oder ihr findet beim Durchblättern eine Aufgabe, die schon ganz in Vergessenheit geraten ist.



Schritt 3: Themen farbig markieren
Jetzt kommen die Textmarker zum Einsatz. Jedes Thema wird samt seiner Nummer in einer bestimmten Farbe markiert. Warum? Zum einen sieht es schöner aus, zum anderen hat das Ganze auch einen Nutzen, wie ihr später noch sehen werdet. Natürlich gibt es Textmarker nicht in allen Farben des Regenbogens und wenn ihr für größere Klausuren mehrere Themen bearbeiten müsst, wird es etwas knifflig. Dann könnt ihr auch einfach Bunt- oder Filzstifte benutzen.

Schritt 4: Themen auf Tage verteilen
Dafür braucht ihr nun den zweiten Zettel. Hierauf könnt ihr nun den eigentlichen Lernplan schreiben, indem ihr überlegt, an welchen Tagen ihr welches Thema bearbeiten wollt. Das muss natürlich nicht unbedingt in der auf Zettel 1 festgelegten Reihenfolge passieren, wenn die Themen nicht wesentlich aufeinander aufbauen. Ich habe Mittwochs beispielweise nicht viel Zeit, weshalb ich das recht umfassende Thema 1 nicht bearbeiten könnte. Das mache ich dann am Freitag, während ich am Mittwoch "nur" Thema 2 durchnehme. Sinnvoll ist es dabei natürlich, den Punkt mit den Übungsaufgaben ganz zum Schluss zu erledigen, wenn man schon gut vorbereitet ist und sich Wissen angeeignet hat.
Ich glaube, das Prinzip ist verständlich. Natürlich könnte man das auch alles auf einen Zettel quetschen, aber ich habe es gerne übersichtlicher. Auf den zweiten Zettel könnte man auch ganz verzichten, wenn man Zettel 1 als eine Art "To-Do"-Liste benutzt, aber dann geht man das Risiko ein, nicht alle Themen rechtzeitig abzuarbeiten.


Schritt 5: Themen in Kalender übertragen
Das ist natürlich optional. Da jedes Thema seine Nummer hat, übertrage ich diese auch immer problemlos in meinen Tischkalender und in mein Hausaufgabenheft. Das minimiert das Risiko, den Lernplan zufälligerweise zu vergessen.
Lasst euch nicht vom Bild verwirren, weil die Nummern plötzlich ganz andere Farben haben. Das auf dem Bild sind die Nummern und ihre Farben, wie ich sie für den Lernplan meiner wirklichen Bioklausur benutzt habe. Der oben angefertigte Lernplan hingegen ist fiktiv. 

Schritt 6: Material markieren
Die in Zettel 1 aufgelisteten Buchseiten, Arbeitsblätter, etc. markiere ich oft mit Klebezettelchen, damit keine Zeit und Nerven dafür verloren gehen, ständig das Buch auf Seite X aufzuschlagen oder die Mappe nach dem und dem Arbeitsblatt zu durchforsten. Hier wird noch einmal der Sinn des Textmarkers deutlich: Das Thema "Biotischer Faktor Konkurrenz" hat auf auf den Zetteln die Farbe gelb (→gelber Textmarker), weshalb ich das Material zur "Konkurrenz" auch mit gelben Post-Its markiere.
Wenn ihr zu viele Farben habt und keine gleichfarbigen Klebezettel, dann könnt ihr diesen Schritt weglassen oder die Nummern der Themen auf Klebezettel irgendeiner Farbe schreiben. 



Meistens drucke ich mir auch noch zusätzlich eine allgemeine Übersicht aus, auf der alle Klausurtermine der Klausurphase vermerkt sind. Dort vermerke ich dann auch noch das Thema und den geplanten Termin des Lernstarts, damit ich die Termine nicht vergesse, und weiß, wann ich mit dem Lernen anfangen sollte. Der Lernstart für Biologie am 26.04. zum Beispiel bedeutet für mich, dass ich an diesem Tag den Lernplan erstelle. Für nicht so lernaufwändige Fächer wie Englisch reicht wesentlich weniger Lernzeit aus und ein Lernplan ist auch nicht unbedingt notwendig.

Und das war es auch eigentlich schon zu meiner Lernplanerstellung. Zwar habe ich damit das Rad nicht neu erfunden, aber ich bin mit dem System ganz zufrieden, da es sich eigentlich auf jedes Fach übertragen lässt. Natürlich fordert das Einhalten eines Lernplans eine Menge Motivation und Disziplin, aber wenn man die Themen nach und nach abhaken und durchstreichen kann und den Lernzettel nach der dank dem Lernplan erfolgreich verlaufenen Klausur zusammengeknüllt in den Papierkorb wirft, weiß man, dass es den Aufwand wert vor. Den Aufwand des Lernens natürlich, denn so ein Lernplan ist schneller erstellt, als man denkt. 

Sonntag, 8. Februar 2015

Lerntipps - Der Weg zu (sehr) guten Noten


Die wohl meistgestellte Frage an mich ist und bleibt die Frage nach Lerntipps. Oft will man anfangen zu lernen, weiß aber nicht wie. Doch was bedeutet "lernen" überhaupt? Im Wikipedia-Artikel zu "Lernen" steht geschrieben:

"Die Fähigkeit zu lernen ist für Mensch und Tier eine Grundvoraussetzung dafür, sich den Gegebenheiten des Lebens und der Umwelt anpassen zu können, darin sinnvoll zu agieren und sie gegebenenfalls im eigenen Interesse zu verändern."

Vor allem Letzteres halte ich für sinnvoll. Sich zu verändern und seinen Horizont zu erweitern sollte im Zentrum unseres Interesses stehen. Und auch wenn lernen ätzend sein kann, es kann Spaß machen und ist unausweichlich. Deswegen werde ich euch heute mal erzählen, wie ich lerne und welche Lerntipps ich für sinnvoll halte - und welche nicht. Natürlich ist nicht jeder Tipp für jeden von uns geeignet, aber vielleicht ist ja trotzdem etwas Nützliches dabei. Los geht's!

1. Findet euren Lerntyp
Zugegeben, das mit den verschiedenen Lerntypen hört sich schon etwas abgehoben an. Aber man sollte wissen, dass verschiedene Menschen auf unterschiedliche Art und Weise gut lernen können. Es gibt vier verschiedene Lerntypen: den auditiven, den visuellen, den kommunikativen und den motorischen Lerntyp. Es gibt also Menschen, die durch Zuhören gut lernen, andere wiederum durch "Sehen", durch Sprechen oder durch "Machen". Es gibt im Internet diverse Tests, mit denen ihr euren Lerntyp ermitteln könnt, wobei ich finde, dass man erst durch Ausprobieren feststellt, wie man am besten lernt. Ich schwanke irgendwo zwischen auditiv und visuell. Folglich lerne ich gut durchs Zuhören (z.B. im Unterricht), aber auch durch Abbildungen etc. 

2. Hausaufgaben 
Hier spalten sich die Geister. Ich bin der Meinung, dass es immer sinnvoll ist, seine Hausaufgaben zu erledigen. Ich mache jede noch so sinnlose Hausaufgabe, aus dem einfachen Grund, dass Hausaufgaben der Übung dienen. Wenn ihr etwas im Unterricht nicht ganz verstanden habt und ihr es aber für die Hausaufgaben braucht, müsst ihr euch zu Hause so lange mit dem Thema auseinandersetzen, bis ihr es versteht. Das ist die halbe Miete und erspart euch eine Menge Arbeit, da ihr, wenn ihr für Klausuren lernt, nicht sofort auf Unverstandenes stoßt. Auch mache ich meine Hausaufgaben so lange, bis ich zufrieden bin. Ich gebe also nicht während der Mathehausaufgaben auf, weil ich ständig die falsche Lösung herausbekomme, sondern probiere es so lang weiter, bis ich weiß, dass das Ergebnis stimmt. Dann könnt ihr eure Hausaufgaben auch im Unterricht vorstellen und erntet beim Lehrer Pluspunkte, da er merkt, dass euch sein Fach "wichtig" ist. Das gilt übrigens nicht nur für Mathe: Wenn ihr in Deutsch eine Analyse aufbekommt, dann macht diese auch sorgfältig, und schreibt nicht nur eine halbe Seite.
Übrigens solltet ihr eure Hausaufgaben möglichst in guter Haltung machen, am besten an eurem Schreibtisch. Das heißt nicht, dass ihr super unbequem sitzen müsst, aber Hausaufgaben im Bett zu machen ist meiner Meinung nach keine gute Idee (ich jedenfalls könnte im Bett nicht grade schreiben). Außerdem sollte eure Lampe möglichst richtig stehen. Das klingt verrückt, aber ich hatte meine Schreibtischlampe früher immer rechts von mir stehen. Und da ich Rechtshänderin bin, hat meine Hand dann immer Schatten auf das Blatt geworfen, sehr kontraproduktiv.



3. Im Unterricht aufpassen
Oben habe ich gesagt, dass Hausaufgaben die halbe Miete sind. Die andere Hälfte ist das Aufpassen im Unterricht! Wenn ihr eurem Lehrer zuhört, euch gegebenenfalls auch Notizen zu dem, was er sagt macht (vor allem in Pädagogik sinnvoll, wie ich festgestellt habe), ist das ein super Weg zu guten Noten. Zunächst einmal merkt euer Lehrer, dass ihr aufmerksam seid und nicht mit euren Sitznachbarn quatscht. Wenn ihr noch einen draufsetzen wollt, dann haltet Blickkontakt zu eurem Lehrer und nickt ab und zu leicht und unauffällig. Das signalisiert Interesse und ich persönlich glaube, dass das bei den meisten Lehrern gut ankommt. Natürlich solltet ihr auch das mitschreiben, was euer Lehrer an die Tafel schreibt.
Und wenn ihr mal etwas nicht versteht, dann fragt ruhig nach. Euer Lehrer wird euch schon nicht als "doof" abstempeln, schließlich ist das Lehren seine Aufgabe und er wird dafür bezahlt. Falls ihr aber trotzdem nicht gerne zugebt, dass ihr etwas nicht ganz verstanden habt (ist bei mir fast immer so, wenn ich etwas nicht verstehe), dann merkt euch das Nicht-Verstandene und holt es zu Hause nach.

4. Mündliche Beteiligung
Die einen werden hier sicherlich überhaupt keine Probleme haben, die anderen jedoch schon. Wenn ihr ohnehin super Noten im Mündlichen habt, könnt ihr das hier gerne überspringen. Ich will mich hier nämlich an die Leute wenden, die sich nicht trauen, im Unterricht aufzuzeigen, und deswegen oft eine Note erhalten, die dem, was man wirklich kann, nicht gerecht wird. Mein Mathelehrer bezeichnet diese Leute als "Menschen, die alles können, aber nie was sagen", und irgendwie hat er ja recht. Vor der 11. Klasse habe ich mich auch nicht wirklich oft im Unterricht gemeldet, was aber eher daran lag, dass ich es als unnötig empfunden habe, bis zur 11. Klasse "Leistung" zu erbringen, wenn es sowieso nur um die Versetzung geht. Wenn Lehrer mir dann meine Noten gesagt haben hieß es immer ich sei schüchtern und als ich ihnen dann die wahre Intention genannt haben, waren sie immer ganz stutzig. Totschlagargument. Aber wenn es dann um die Punkte für's Abi geht ist es nun mal wichtig, sich im Unterricht zu beteiligen. Auch wenn manche Lehrer wirklich mies sind und sofort einen blöden Spruch drücken, wenn man etwas Falsches sagt. Aber diese Lehrer sind selten. Die meisten Lehrer freuen sich, wenn sich überhaupt jemand meldet. Das zeigt Bereitschaft, und auch wenn ihr etwas sagt, das nicht richtig ist: Jeder Fehler ist besser, als es nie versucht zu haben. Und selbst wenn es ein superblöder Beitrag ist: Am nächsten Tag denkt kein Mensch mehr daran. Zieht ihr eure Mitschüler auf, wenn sie in Mathe die falsche Lösung genannt haben oder in Deutsch eine Metapher falsch gedeutet haben? Nein! Also, meldet euch einfach und behauptet euch, es kann sogar richtig Spaß machen. Der erste Schritt ist immer der schwierigste.

5. Lernzettel erstellen
Jetzt geht es um die Klausurvorbereitung. Bei mir hat es sich irgendwie eingebürgert, dass ich mir Lernzettel mache und diese nach der Klausur in meine Abiordner abhefte, um sie später auch in puncto Abiturvorbereitung nutzen zu können (darüber habe ich hier schon geschrieben).
Jedenfalls verwende ich dafür immer karierte Ringbuchblätter ohne Rand und fasse darauf die wichtigsten Unterthemen detailliert zusammen, vor allem in Bio kann das sehr ausführlich werden. Oft verwende ich dabei unterschiedliche Bücher als Quelle, da in jedem Buch etwas anderes gut erklärt ist. Natürlich könnt ihr euch auch einfach eine Zusammenfassung aus dem Internet runterladen, aber das selber-aufschreiben oder abtippen prägt das Wissen noch mal zusätzlich in eurem Kopf ein. Außerdem drucke ich mir oft auch noch hilfreiche Bilder / Grafiken aus und ergänze meine Lernzettel damit. So besteht eigentlich meine ganze "Lernerei" vor Klausuren nur aus Lernzettel-machen. Am Tag vor der Klausur lese ich mir diese dann alle mehrmals durch. Ich lerne niemals jedes Wort einzeln auswendig, es sei denn, ich habe mir in Deutsch schon vorab eine Einleitung oder Ähnliches formuliert. Aber in Biologie empfinde ich das zum Beispiel als unnötig. Die meisten meiner Mitschüler machen das, aber ganz ehrlich, was bringt das denn? Wenn man sich gemerkt hat, wie die ganzen Vorgänge detailliert ablaufen, kann man es auch in der Klausur ausformulieren, die zum Großteil sowieso nur aus Anwendungsaufgaben besteht. Es gilt also: Inhalt vor Verpackung.

6. Planen: Alles unter einen Hut kriegen
Dieser Tipp bezieht sich jetzt eher auf den Alltag. Hausaufgaben solltet ihr euch, wie hier bereits erwähnt, natürlich aufschreiben. In vielen Hausaufgabenheften verliert man vor lauter Stichpunkten allerdings schnell den Überblick oder es ist schwierig, auch noch Freizeitaktivitäten und Termine mit einzuplanen. So stellt man vielleicht fest, dass man die Deutschanalyse doch nicht wie geplant heute Nachmittag schreiben kann, da dort der Termin beim Zahnarzt ansteht. Und Abends kann das Ganze auch nicht nachgeholt werden, weil man zum Tennistraining muss.
Um genau dieses Phänomen zu vermeiden, drucke ich mir alle zwei Wochen den "2-Weeks Planner" von theprojectgirl.com aus, den findet ihr hier. Dort trage ich immer ein, was zu welcher Tageszeit zu erledigen ist, und wenn der Punkt erledigt ist, streiche ich ihn durch (ein super Gefühl!). Probiert's doch mal aus, wenn ihr ein wenig System ins Chaos bringen wollt.



7. Noten im Blick behalten
Hier habe ich bereits von meiner Notentabelle erzählt. Es ist also immer sinnvoll, sich seine Noten zu jeder Zeit vor Augen zu führen. Denn nichts ist schlimmer, als ein nahendes Zeugnis und ein Durchschnitt, der einem ein ganz flaues Gefühl im Magen beschert. Fangt also am besten frühstmöglich damit an, eure Noten festzuhalten. Es kann auch sinnvoll sein, mitten im Schuljahr zum Lehrer zu gehen und nach dem aktuellen Stand der Dinge zu fragen. Denn Lehrer sind dazu verpflichtet, euch jederzeit Auskunft über eure aktuelle Leistungssituation geben zu können.
Außerdem ist es viel leichter, sich zum Lernen aufzuraffen, wenn man weiß, dass in Fach XY noch Luft nach oben ist. Erst wenn man sich den Hürden stellt, kann man sie überqueren. Die ganz Mutigen können ja mal nach "Abirechner" googeln, den gibt es für die meisten Bundesländer. Dort könnt ihr eingeben, welche Punkte ihr voraussichtlich in euren Fächern erhalten könnt und das Programm rechnet euch dann euren Abischnitt aus. Ihr werdet feststellen, dass manchmal nur das ein oder andere Fach einen Punkt besser werden muss, um die Nachkommastelle des Schnittes zu verändern. Eine echte Motivation also.

8. Die Sache mit den Vokabeln
"Vokabeln lernen? Das machen nur die Fünftklässler!" - und ja, irgendwie ist schon was dran an dem Satz. Natürlich muss man Vokabeln kennen, um eine Sprache sprechen zu können. Und wenn ihr eine Sprache erst seit kurzer Zeit lernt, dann ist es natürlich notwendig, dass man sich einen Grundwortschatz aufbaut. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man Wörterbücher in den Klausuren benutzen darf. Und da hört für mich persönlich das Vokabellernen auf. In Klausuren braucht man oft themenspezifisches Vokabular, in meiner mündlichen Spanischprüfung musste ich zum Beispiel wissen, was "Stacheldrahtzaun" heißt. Aber man muss sich immer vor Augen führen, dass man Sprachen für die Zukunft lernt. Und ich denke nicht, dass man diese spezifischen Wörter dann noch mal braucht. Konzentriert euch also lieber auf die Zeitformen und das Drumrum. Formulierungen sind natürlich schon wichtig, Standardsätze zur Einleitung etc.
Wenn ihr aber dennoch mal Vokabeln lernt, dann kann ich euch Computerprogramme dafür sehr empfehlen. Ich habe immer den Vokabeltrainer von Langenscheidt benutzt, es gibt aber auch noch diverse andere Programme, zum Beispiel "Phase 6". Auch findet man viele kostenlose Apps, mit deren Hilfe ihr sogar in Bus und Bahn Vokabeln lernen könnt. Ich persönlich bin kein Freund der Karteikarten (in der Unterstufe mussten wir immer Vokabeln mit Kärtchen lernen, unsere Lehrerin hat es uns aufgezwungen. Es war schrecklich nervig). Dann gibt es natürlich noch das Vokabelheft, mein Ding war das allerdings auch nie.

9. Mathe, der Außenseiter
Für fast jede Klausur kann man Informationen sammeln, zusammenfassen und auswendiglernen. Wäre da nicht unser aller Freund, die Mathematik. In Mathe kann man sich natürlich auch Lernzettel machen und Rechenwege an einem Beispiel erläutern, was in Hinblick auf die Abiturvorbereitung sogar ganz sinnvoll sein kann. Aber wenn es um das Lernen für die anstehende Matheklausur geht, hilft leider nur eines: Rechnen, rechnen, rechnen. Am besten fangt ihr schön frühzeitig damit an, indem ihr noch einmal alle Aufgaben durchgeht, die ihr im Unterricht behandelt habt - diese Aufgabentypen werden nämlich in der Klausur abgefragt. Natürlich packen die meisten Lehrer noch eine weiterführende, letzte Aufgabe in die Klausur rein, aber um die solltet ihr euch erst mal keine Sorgen machen. Wichtig ist, dass ihr wisst, wie ihr bei welcher Aufgabenstellung vorgehen müsst.



10. Lernvideos
Wenn ihr einen recht bekannten Text bekommen habt (z.B. ein Gedicht von Goethe), den ihr nicht versteht, oder einfach nur Bahnhof versteht, wenn ihr ein Thema im Buch nachlest, dann gibt es zum Glück immer noch Leute (Gott habe sie selig), die im Internet Lernvideos hochladen. Von A wie Analyse über P wie Polynomdivision bis Z wie Zellatmung findet man wirklich Videos zu fast jedem Thema. Besonders viele Videos gibt es zu Mathe, Deutsch und Bio, sucht einfach auf YouTube nach eurem Thema und schon wird euch geholfen. Das ist ein wirklich super Tipp, auch für diejenigen von uns, die gerne mal etwas auf den letzten Drücker in ihren Kopf bekommen müssen. Lernvideos sind kurz und veranschaulichen das Thema in seinen wichtigsten Aspekten.
Wenn ihr beispielsweise in Deutsch ein Drama hättet lesen müssen, euch aber einfach nur ein zusammenfassendes Video dazu anseht und dann die Klausur schreibt - dann kann ich euch nicht garantieren, dass ihr eine Eins schreibt, aber prinzipiell ist nichts unmöglich.
Lernvideos sind also super für faule Leute, für visuelle Menschen oder auch für Schüler, die ihr bereits vorhandenes Wissen einfach noch mal abgleichen und festigen wollen.
Besonders empfehlen kann ich euch "GeroMovieOriginal" für Biologie und "Deutschstundeonline" für Deutsch - beide Kanäle findet ihr auf YouTube.

11. Referate
Natürlich sind Referate eine ganz gute Möglichkeit, die mündliche Note zu verbessern. Manche Lehrer machen Referate sogar "verpflichtend", das heißt, sie teilen Themen in Gruppen auf und ihr kommt nicht drumrum, ein Referat vorzubereiten. Jetzt gibt es mit Sicherheit zwei Arten von Schülern: Die einen freuen sich, weil sie sowieso Freunde des Referates sind und alle 2 Wochen freiwillig beim Lehrer nachfragen, ob er denn Referate zu verteilen hätte - auch wenn diese Leute es notentechnisch gar nicht nötig haben. Und dann gibt es Leute wie mich, die Referate super langweilig und viel zu zeitaufwendig finden. Ich persönlich lerne von den wenigsten Referaten meiner Mitschüler etwas, da sie einfach nicht in der Lage sind, komplizierte Themen zu erklären. Zu ihrer Verteidigung muss gesagt werden, dass Schüler keine Lehrer sind und manche Lehrer einfach Referate verteilen, um sich ein halbes Jahr lang ein schönes Leben in der letzten Reihe machen zu können.
Egal, das soll ja ein lehrreicher Post sein. Also, wenn ihr mal ein Referat vorbereiten müsst, dann bereitet euch bitte auch darauf vor. Wenn ihr selbst nur die Hälfte von dem versteht, was ihr sagt, dann verstehen eure Mitschüler erst recht nichts. Befasst euch also gründlich mit dem Thema, sodass ihr auch auf gemeine Fragen des Lehrers Antworten parat habt.
Die meisten halten Referate wohl über PowerPoint. Wichtig sind natürlich die üblichen Dinge, das heißt keine überladenen Folien, aber auch keine langweiligen Folien (schwarz/weiß, ohne Bilder, ohne Liebe). Vortragen solltet ihr das ganze natürlich möglichst frei, was nicht heißt, dass ihr keinen Merkzettel haben dürft. Aber wenn ihr nur ablest, seid ihr unnötig. Dann könnt ihr euren Mitschülern auch einfach nur das Handout geben, damit die es sich durchlesen können. Eure Rolle des Referates ist es nämlich, das Ganze anschaulich und verständlich rüberzubringen.
Am besten übt ihr das Referat (am besten alles, nicht nur euren Teil. Die Ausrede "Das war Peters Teil. Der ist heute krank" funktioniert nämlich nur bei den wenigsten Lehrern) zu Hause frei-sprechend ein. Das heißt, ihr führt Selbstgespräche mit euch und tut so, als ob euere Stifte euer Publikum wären. Das hilft aber wirklich. Und selbst wenn dann beim Referat etwas schief läuft: Ihr seid nicht Wikipedia, das ist total okay. Und hinterher wissen eure Mitschüler meistens wenigstens ein bisschen mehr als vorher, seht's positiv.

12. Eure Lehrer
Das soll jetzt kein Tipp à la: "Schleimt euch bei euren Lehrern ein!" sein - aber zu euren Feinden machen solltet ihr sie euch auch nicht. Schließlich sind es immer noch die Lehrer, die über eure Note entscheiden, und es ist eine Tatsache, dass einige Lehrer gerne mal einen unverdienten Punkt mehr geben oder einen verdienten Punkt abziehen, je nachdem, ob sie den Schüler mögen - oder nicht. An eurer Lehrerbesetzung könnt ihr sowieso nichts ändern (bei jungen Lehrerinnen könnt ihr nur hoffen, dass sie schwanger werden), also bringt es nichts, sich ständig über Lehrer X aufzuregen. Viel mehr sollte man versuchen, irgendwie mit seinem Lehrer klarzukommen. Viele Lehrer sind wirklich in Ordnung, aber es gibt an jeder Schule Lehrer, denen man es nicht recht machen kann. Dann gilt: Wenn man es dem Lehrer nicht recht machen kann, muss man eben Recht haben. Sodass er gar nicht anders kann, als euch eine gute Note zu geben.
Aber natürlich solltet ihr versuchen, von Anfang an mit euren Lehrern klarzukommen. Ich bin kein Mensch, der sich mit seinen Lehrern auch über private Dinge unterhält (einige meiner Mitschüler machen das, aber mein Ding ist das nicht). Aber wenn ihr immer schön fleißig eure Hausaufgaben macht und Interesse am Unterricht zeigt (Lehrer, vor allem Lehrer mit wenig Autorität, freuen sich immer total, wenn sich überhaupt jemand am Unterricht beteiligt), dann seid ihr auf dem richtigen Weg. Wenn ihr dann noch gute Klausuren schreibt, ist euer Lehrer vielleicht sogar von euch beeindruckt und lässt Punkte regnen. Und wenn ihr mal wirklich Probleme mit einem Lehrer habt, dann redet mit ihm. "Lehrer sind auch nur Menschen". Und es gibt kaum einen Satz auf der Welt, der wahrer ist. Euere Lehrer waren auch mal Schüler, eure Lehrer haben auch mal eine Klausur verhauen, eure Lehrer essen und schlafen genauso, wie ihr es tut. Eure Lehrer sind keine Roboter und selbst der grausamste Lehrer hat ein Herz (auch, wenn es nur anatomisch ist). 

13. Grammatikbuch / Regelheft
Darüber habe ich auf Instagram (hier) schon einmal berichtet. Es ist wirklich sinnvoll, sich kleine Notizbücher oder Hefte anzulegen, in denen man wichtige Dinge zusammenfasst. Sehr sinnvoll ist das für Fremdsprachen, vor allem dann, wenn ihr viele verschiedene habt. Dort könnt ihr alle Zeiten zusammenfassen und bei Bedarf einfach nachschlagen, wie man Zeit X bildet, was die Ausnahmen sind und wann man die Zeit verwendet. So ein Büchlein macht aber nicht nur bei Französisch, Spanisch & Co Sinn, sondern auch bei naturwissenschaftlichen Fächern. In Mathe kann man wichtige Formeln und Regeln zum Beispiel in einem Regelheft festhalten und immer eine Beispielaufgabe dazu schreiben.
Ihr seht, so ein Heft ist auf jedes Fach übertragbar. Wenn ich für mein Abitur lernen werde, dann werde ich mir für alle Prüfungsfächer große Notizbücher anschaffen, in denen ich den gesamten Stoff zusammenfassen werde. Dann hat man alles Wichtige immer griffbereit in seiner Tasche dabei.

14. Lernen - alleine oder zusammen, still oder leise?
Das müsst ihr auch wieder selbst herausfinden. Manchen Leuten bringen Lerngruppen etwas, vor allem, wenn man den Stoff selbst noch nicht ganz versteht und ihn sich von anderen erklären lassen kann. Ich persönlich bin kein Lerngruppenmensch, da alle bisherigen Mitschüler, mit denen ich das versucht habe, nach 5 Minuten schon wieder etwas anderes als das Lernen im Kopf hatten. Da hatten auf einmal alle ihr Handy draußen oder es wurde sich über das Outfit von Person X unterhalten. Wenn ihr aber mit vernünftigen Leuten zusammen lernt, kann das sicherlich ganz sinnvoll werden. Ich persönlich brauche zum lernen immer absolute Totenstille, andere Leute wiederum können gut mit Musik lernen. Deshalb eignet sich die Bibliothek super als Lernort, wenn man Ruhe braucht (zum Beispiel, weil zu Hause immer ständig jemand in euer Zimmer reinplatzt). Wie ihr seht, geht hier probieren wieder über studieren.

15. Bibliothek
Und wo wir grade schon bei der Bibliothek waren: Bibliotheken sind super! Es ist echt erschreckend, dass vielleicht 5 Leute meiner Stufe einen Bibliotheksausweis hatten, bevor es für die Facharbeit verpflichtend wurde. Ich meine, wenn ihr schon das Glück habt, dass eure Stadt eine große Bibliothek hat, dann solltet ihr dieses Glück auch nutzen. Für Schüler sind Bibliotheksausweise kostenlos, für Studenten meist auch, und wenn nicht, dann bekommt ihr eine Ermäßigung. Dafür könnt ihr das ganze Jahr über Bücher ausleihen (die ihr, wie oben angesprochen, für die Erstellung von Lernzetteln benutzen könnt). Und vielleicht wollt ihr euch auch einfach nur mal ein Buch zum Vergnügen ausleihen, von dem ihr nicht wisst, ob es den Kauf wert ist (denn wer viel liest, wird merken, dass der Kauf neuer Bücher ganz schön ins Geld gehen kann).

16. Lesen bildet
Womit wir wieder beim nächsten Punkt wären: Lesen! Vor allem wenn ihr in Klausuren Probleme mit der Darstellungsleistung habt, solltet ihr hinterfragen, ob ihr genug lest. Denn alle Leute, die ich kenne und in der Darstellungsleistung immer volle Punktzahl haben, lesen viel. Durchs Lesen eignet man sich "unbewusst" einen gewissen Wortschatz an und es macht sogar Spaß (wenn es denn ein gutes Buch ist). Wenn ihr also keinen Spaß am lesen habt, dann habt ihr bloß noch nicht das richtige Buch gefunden.
Übrigens ist es empfehlenswert, Bücher auf eBay zu ersteigern, anstatt sie sich neu zu kaufen. Dort versteigern Leute total neuwertige Bücher für einen Euro, und ihr könnt wirklich eine Menge Geld sparen. Ich habe mal für 4€ ein Buch ersteigert, das neu 26€ gekostet hätte. Und an dem Buch war absolut nichts dran. Denn wenn ihr ein Buch einmal lest, dann sieht es danach ja (hoffentlich) auch nicht aus, als hättet ihr es durch den Dreck gezogen.

17. Motivation
Das A und O einer jeden Lernsession ist die Motivation. Wer nicht motiviert ist, tut nur das Nötigste. Wer motiviert ist, geht darüber hinaus. Deshalb ist es wirklich wichtig, Motivation zu finden. Leider sind wir viel zu oft unmotiviert und suchen verzweifelt nach etwas oder jemandem, der uns antreibt. Über Motivation könnte ich ganze Bücher schreiben, deshalb reihe ich jetzt einfach mal ganz taktlos Dinge auf, die Motivation verschaffen können:
Berufswunsch, Belohnungen, Lernbilder (Instagram, Tumblr, WeHeartIt), Dokus, Serien, Bücher, Filme, Idole / Vorbilder, Zitate (hier habe ich ein paar aufgelistet), Lieder, Schulsachen ...
Und es gibt noch so viele andere Dinge. Ich denke, dass Problem liegt bei jedem woanders. Der eine zweifelt an seinen Fähigkeiten, der andere traut sich nicht, zu versagen, der ganz andere hat kein Ziel vor Augen ... Im Endeffekt geht es nur darum, es zu tun. Der erste Schritt ist immer der schwierigste. Aber wenn man erst mal losgegangen ist, wer will dann noch zurückgehen? Lernen kann Spaß machen. Wissen ist unbegrenzt und auch wenn wir niemals allwissend sein werden, das Streben nach Weisheit ist das schönste Streben überhaupt. Wieso stehen bleiben oder zurückgehen? Viel schöner ist es doch, irgendwann die Ziellinie zu überqueren.

18. Pausen
Und da wir alle keine Übermenschen sind, sind Pausen wirklich wichtig. Und hört nicht auf irgendwelche Experten und Möchtegern-Experten, die euch sagen, wie lange diese Pausen zu gehen haben. "Am besten ist es, nach 60min lernen eine 15-minütige Pause einzulegen." - Nein, nein, nein! Macht Pause, so lange ihr wollt. Ihr müsst nur irgendwann wieder anfangen, weiterzumachen. Und egal ob ihr nach 5 Minuten eine Pause macht oder nach 50. Wichtig ist, dass ihr etwas gemacht habt. Und ich denke, dass jeder von uns selbst einschätzen kann, wie lange diese Pausen zu gehen haben. Und was ihr in den Pausen macht, ist auch egal. Hauptsache, es macht Spaß. Wenn ihr in der Pause ein gutes Buch lest, dann habt ihr sogar schon 2 Lerntipps miteinander verknüpft, so einfach kann das Ganze sein.

19. Ablenkung
Wo wir grade bei Pausen waren: Oft lassen wir uns auch beim lernen viel zu oft zum nicht-lernen verleiten, weil das Handy klingelt, die Lieblingssendung im Fernsehen kommt oder das Essen fertig ist. Die Hartgesonnen unter uns verzichten beim Lernen ganz auf Computer, Handy & Co, die noch Härtergesonnenen versuchen sich trotz hochgefahrenem Computer nicht ablenken zu lassen. Ich persönlich könnte meinen Computer beim lernen nicht ausmachen. Und zwar nicht, weil ich nicht ohne könnte, sondern weil ich das Internet zum lernen benutze. Und um ein "nur mal schnell auf Facebook gucken" zu vermeiden, habe ich mir in meinem Browser "Stay Focused" installiert (hier für Google Chrome). Dort könnt ihr für alle Wochentage Urzeiten angeben, zu denen bestimmte Internetseiten gesperrt werden. In der Woche ist es mir von 14-20 Uhr zum Beispiel nicht möglich, auf YouTube, Facebook etc. zu gehen, weil die Anwendung diese Seite nach 60 Sekunden sperrt (ihr könnt eine gewisse Zeit angeben, die ihr auf den Seiten verbringen könnt, bis sie gesperrt werden). Ich finde dieses Tool unglaublich praktisch, vor allem weil man es nicht einfach abschalten kann, wenn es einem auf die Nerven geht. Für den aktuellen Tag kann man es nämlich nicht deaktivieren. Eine wirklich super Sache! (Den Tipp habe ich übrigens von der lieben Elli (Instagram) bekommen, schaut mal bei ihr vorbei und hinterlasst ihr einen lieben, motivierenden Kommentar. Sie kann mehr, als sie glaubt).

20. Sonstiges
Das wäre es jetzt für's Erste, wahrscheinlich ergänze ich den Post von Zeit zu Zeit. Ja, dann wird er noch länger, als er sowieso schon ist. Tut mir Leid, dass die ganzen Tipps so durcheinander sind, aber eine "bunte Mischung" hat doch auch was. Auf so neunmalkluge Ratschläge wie "Trinkt ausreichend Wasser!" und "Schlaft genug!" habe ich hier aber bewusst verzichtet, da man meiner Erfahrung nach durchaus (sehr) gute Leistungen erbringen kann, wenn man nicht die empfohlenen 8 Stunden geschlafen hat, sondern sehr viel weniger. Nichts ist unmöglich.

Wie immer könnt ihr eure Tipps und Tricks gerne in den Kommentaren anpreisen. Viel Spaß beim fleißig sein!