Sonntag, 8. Februar 2015

Lerntipps - Der Weg zu (sehr) guten Noten


Die wohl meistgestellte Frage an mich ist und bleibt die Frage nach Lerntipps. Oft will man anfangen zu lernen, weiß aber nicht wie. Doch was bedeutet "lernen" überhaupt? Im Wikipedia-Artikel zu "Lernen" steht geschrieben:

"Die Fähigkeit zu lernen ist für Mensch und Tier eine Grundvoraussetzung dafür, sich den Gegebenheiten des Lebens und der Umwelt anpassen zu können, darin sinnvoll zu agieren und sie gegebenenfalls im eigenen Interesse zu verändern."

Vor allem Letzteres halte ich für sinnvoll. Sich zu verändern und seinen Horizont zu erweitern sollte im Zentrum unseres Interesses stehen. Und auch wenn lernen ätzend sein kann, es kann Spaß machen und ist unausweichlich. Deswegen werde ich euch heute mal erzählen, wie ich lerne und welche Lerntipps ich für sinnvoll halte - und welche nicht. Natürlich ist nicht jeder Tipp für jeden von uns geeignet, aber vielleicht ist ja trotzdem etwas Nützliches dabei. Los geht's!

1. Findet euren Lerntyp
Zugegeben, das mit den verschiedenen Lerntypen hört sich schon etwas abgehoben an. Aber man sollte wissen, dass verschiedene Menschen auf unterschiedliche Art und Weise gut lernen können. Es gibt vier verschiedene Lerntypen: den auditiven, den visuellen, den kommunikativen und den motorischen Lerntyp. Es gibt also Menschen, die durch Zuhören gut lernen, andere wiederum durch "Sehen", durch Sprechen oder durch "Machen". Es gibt im Internet diverse Tests, mit denen ihr euren Lerntyp ermitteln könnt, wobei ich finde, dass man erst durch Ausprobieren feststellt, wie man am besten lernt. Ich schwanke irgendwo zwischen auditiv und visuell. Folglich lerne ich gut durchs Zuhören (z.B. im Unterricht), aber auch durch Abbildungen etc. 

2. Hausaufgaben 
Hier spalten sich die Geister. Ich bin der Meinung, dass es immer sinnvoll ist, seine Hausaufgaben zu erledigen. Ich mache jede noch so sinnlose Hausaufgabe, aus dem einfachen Grund, dass Hausaufgaben der Übung dienen. Wenn ihr etwas im Unterricht nicht ganz verstanden habt und ihr es aber für die Hausaufgaben braucht, müsst ihr euch zu Hause so lange mit dem Thema auseinandersetzen, bis ihr es versteht. Das ist die halbe Miete und erspart euch eine Menge Arbeit, da ihr, wenn ihr für Klausuren lernt, nicht sofort auf Unverstandenes stoßt. Auch mache ich meine Hausaufgaben so lange, bis ich zufrieden bin. Ich gebe also nicht während der Mathehausaufgaben auf, weil ich ständig die falsche Lösung herausbekomme, sondern probiere es so lang weiter, bis ich weiß, dass das Ergebnis stimmt. Dann könnt ihr eure Hausaufgaben auch im Unterricht vorstellen und erntet beim Lehrer Pluspunkte, da er merkt, dass euch sein Fach "wichtig" ist. Das gilt übrigens nicht nur für Mathe: Wenn ihr in Deutsch eine Analyse aufbekommt, dann macht diese auch sorgfältig, und schreibt nicht nur eine halbe Seite.
Übrigens solltet ihr eure Hausaufgaben möglichst in guter Haltung machen, am besten an eurem Schreibtisch. Das heißt nicht, dass ihr super unbequem sitzen müsst, aber Hausaufgaben im Bett zu machen ist meiner Meinung nach keine gute Idee (ich jedenfalls könnte im Bett nicht grade schreiben). Außerdem sollte eure Lampe möglichst richtig stehen. Das klingt verrückt, aber ich hatte meine Schreibtischlampe früher immer rechts von mir stehen. Und da ich Rechtshänderin bin, hat meine Hand dann immer Schatten auf das Blatt geworfen, sehr kontraproduktiv.



3. Im Unterricht aufpassen
Oben habe ich gesagt, dass Hausaufgaben die halbe Miete sind. Die andere Hälfte ist das Aufpassen im Unterricht! Wenn ihr eurem Lehrer zuhört, euch gegebenenfalls auch Notizen zu dem, was er sagt macht (vor allem in Pädagogik sinnvoll, wie ich festgestellt habe), ist das ein super Weg zu guten Noten. Zunächst einmal merkt euer Lehrer, dass ihr aufmerksam seid und nicht mit euren Sitznachbarn quatscht. Wenn ihr noch einen draufsetzen wollt, dann haltet Blickkontakt zu eurem Lehrer und nickt ab und zu leicht und unauffällig. Das signalisiert Interesse und ich persönlich glaube, dass das bei den meisten Lehrern gut ankommt. Natürlich solltet ihr auch das mitschreiben, was euer Lehrer an die Tafel schreibt.
Und wenn ihr mal etwas nicht versteht, dann fragt ruhig nach. Euer Lehrer wird euch schon nicht als "doof" abstempeln, schließlich ist das Lehren seine Aufgabe und er wird dafür bezahlt. Falls ihr aber trotzdem nicht gerne zugebt, dass ihr etwas nicht ganz verstanden habt (ist bei mir fast immer so, wenn ich etwas nicht verstehe), dann merkt euch das Nicht-Verstandene und holt es zu Hause nach.

4. Mündliche Beteiligung
Die einen werden hier sicherlich überhaupt keine Probleme haben, die anderen jedoch schon. Wenn ihr ohnehin super Noten im Mündlichen habt, könnt ihr das hier gerne überspringen. Ich will mich hier nämlich an die Leute wenden, die sich nicht trauen, im Unterricht aufzuzeigen, und deswegen oft eine Note erhalten, die dem, was man wirklich kann, nicht gerecht wird. Mein Mathelehrer bezeichnet diese Leute als "Menschen, die alles können, aber nie was sagen", und irgendwie hat er ja recht. Vor der 11. Klasse habe ich mich auch nicht wirklich oft im Unterricht gemeldet, was aber eher daran lag, dass ich es als unnötig empfunden habe, bis zur 11. Klasse "Leistung" zu erbringen, wenn es sowieso nur um die Versetzung geht. Wenn Lehrer mir dann meine Noten gesagt haben hieß es immer ich sei schüchtern und als ich ihnen dann die wahre Intention genannt haben, waren sie immer ganz stutzig. Totschlagargument. Aber wenn es dann um die Punkte für's Abi geht ist es nun mal wichtig, sich im Unterricht zu beteiligen. Auch wenn manche Lehrer wirklich mies sind und sofort einen blöden Spruch drücken, wenn man etwas Falsches sagt. Aber diese Lehrer sind selten. Die meisten Lehrer freuen sich, wenn sich überhaupt jemand meldet. Das zeigt Bereitschaft, und auch wenn ihr etwas sagt, das nicht richtig ist: Jeder Fehler ist besser, als es nie versucht zu haben. Und selbst wenn es ein superblöder Beitrag ist: Am nächsten Tag denkt kein Mensch mehr daran. Zieht ihr eure Mitschüler auf, wenn sie in Mathe die falsche Lösung genannt haben oder in Deutsch eine Metapher falsch gedeutet haben? Nein! Also, meldet euch einfach und behauptet euch, es kann sogar richtig Spaß machen. Der erste Schritt ist immer der schwierigste.

5. Lernzettel erstellen
Jetzt geht es um die Klausurvorbereitung. Bei mir hat es sich irgendwie eingebürgert, dass ich mir Lernzettel mache und diese nach der Klausur in meine Abiordner abhefte, um sie später auch in puncto Abiturvorbereitung nutzen zu können (darüber habe ich hier schon geschrieben).
Jedenfalls verwende ich dafür immer karierte Ringbuchblätter ohne Rand und fasse darauf die wichtigsten Unterthemen detailliert zusammen, vor allem in Bio kann das sehr ausführlich werden. Oft verwende ich dabei unterschiedliche Bücher als Quelle, da in jedem Buch etwas anderes gut erklärt ist. Natürlich könnt ihr euch auch einfach eine Zusammenfassung aus dem Internet runterladen, aber das selber-aufschreiben oder abtippen prägt das Wissen noch mal zusätzlich in eurem Kopf ein. Außerdem drucke ich mir oft auch noch hilfreiche Bilder / Grafiken aus und ergänze meine Lernzettel damit. So besteht eigentlich meine ganze "Lernerei" vor Klausuren nur aus Lernzettel-machen. Am Tag vor der Klausur lese ich mir diese dann alle mehrmals durch. Ich lerne niemals jedes Wort einzeln auswendig, es sei denn, ich habe mir in Deutsch schon vorab eine Einleitung oder Ähnliches formuliert. Aber in Biologie empfinde ich das zum Beispiel als unnötig. Die meisten meiner Mitschüler machen das, aber ganz ehrlich, was bringt das denn? Wenn man sich gemerkt hat, wie die ganzen Vorgänge detailliert ablaufen, kann man es auch in der Klausur ausformulieren, die zum Großteil sowieso nur aus Anwendungsaufgaben besteht. Es gilt also: Inhalt vor Verpackung.

6. Planen: Alles unter einen Hut kriegen
Dieser Tipp bezieht sich jetzt eher auf den Alltag. Hausaufgaben solltet ihr euch, wie hier bereits erwähnt, natürlich aufschreiben. In vielen Hausaufgabenheften verliert man vor lauter Stichpunkten allerdings schnell den Überblick oder es ist schwierig, auch noch Freizeitaktivitäten und Termine mit einzuplanen. So stellt man vielleicht fest, dass man die Deutschanalyse doch nicht wie geplant heute Nachmittag schreiben kann, da dort der Termin beim Zahnarzt ansteht. Und Abends kann das Ganze auch nicht nachgeholt werden, weil man zum Tennistraining muss.
Um genau dieses Phänomen zu vermeiden, drucke ich mir alle zwei Wochen den "2-Weeks Planner" von theprojectgirl.com aus, den findet ihr hier. Dort trage ich immer ein, was zu welcher Tageszeit zu erledigen ist, und wenn der Punkt erledigt ist, streiche ich ihn durch (ein super Gefühl!). Probiert's doch mal aus, wenn ihr ein wenig System ins Chaos bringen wollt.



7. Noten im Blick behalten
Hier habe ich bereits von meiner Notentabelle erzählt. Es ist also immer sinnvoll, sich seine Noten zu jeder Zeit vor Augen zu führen. Denn nichts ist schlimmer, als ein nahendes Zeugnis und ein Durchschnitt, der einem ein ganz flaues Gefühl im Magen beschert. Fangt also am besten frühstmöglich damit an, eure Noten festzuhalten. Es kann auch sinnvoll sein, mitten im Schuljahr zum Lehrer zu gehen und nach dem aktuellen Stand der Dinge zu fragen. Denn Lehrer sind dazu verpflichtet, euch jederzeit Auskunft über eure aktuelle Leistungssituation geben zu können.
Außerdem ist es viel leichter, sich zum Lernen aufzuraffen, wenn man weiß, dass in Fach XY noch Luft nach oben ist. Erst wenn man sich den Hürden stellt, kann man sie überqueren. Die ganz Mutigen können ja mal nach "Abirechner" googeln, den gibt es für die meisten Bundesländer. Dort könnt ihr eingeben, welche Punkte ihr voraussichtlich in euren Fächern erhalten könnt und das Programm rechnet euch dann euren Abischnitt aus. Ihr werdet feststellen, dass manchmal nur das ein oder andere Fach einen Punkt besser werden muss, um die Nachkommastelle des Schnittes zu verändern. Eine echte Motivation also.

8. Die Sache mit den Vokabeln
"Vokabeln lernen? Das machen nur die Fünftklässler!" - und ja, irgendwie ist schon was dran an dem Satz. Natürlich muss man Vokabeln kennen, um eine Sprache sprechen zu können. Und wenn ihr eine Sprache erst seit kurzer Zeit lernt, dann ist es natürlich notwendig, dass man sich einen Grundwortschatz aufbaut. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man Wörterbücher in den Klausuren benutzen darf. Und da hört für mich persönlich das Vokabellernen auf. In Klausuren braucht man oft themenspezifisches Vokabular, in meiner mündlichen Spanischprüfung musste ich zum Beispiel wissen, was "Stacheldrahtzaun" heißt. Aber man muss sich immer vor Augen führen, dass man Sprachen für die Zukunft lernt. Und ich denke nicht, dass man diese spezifischen Wörter dann noch mal braucht. Konzentriert euch also lieber auf die Zeitformen und das Drumrum. Formulierungen sind natürlich schon wichtig, Standardsätze zur Einleitung etc.
Wenn ihr aber dennoch mal Vokabeln lernt, dann kann ich euch Computerprogramme dafür sehr empfehlen. Ich habe immer den Vokabeltrainer von Langenscheidt benutzt, es gibt aber auch noch diverse andere Programme, zum Beispiel "Phase 6". Auch findet man viele kostenlose Apps, mit deren Hilfe ihr sogar in Bus und Bahn Vokabeln lernen könnt. Ich persönlich bin kein Freund der Karteikarten (in der Unterstufe mussten wir immer Vokabeln mit Kärtchen lernen, unsere Lehrerin hat es uns aufgezwungen. Es war schrecklich nervig). Dann gibt es natürlich noch das Vokabelheft, mein Ding war das allerdings auch nie.

9. Mathe, der Außenseiter
Für fast jede Klausur kann man Informationen sammeln, zusammenfassen und auswendiglernen. Wäre da nicht unser aller Freund, die Mathematik. In Mathe kann man sich natürlich auch Lernzettel machen und Rechenwege an einem Beispiel erläutern, was in Hinblick auf die Abiturvorbereitung sogar ganz sinnvoll sein kann. Aber wenn es um das Lernen für die anstehende Matheklausur geht, hilft leider nur eines: Rechnen, rechnen, rechnen. Am besten fangt ihr schön frühzeitig damit an, indem ihr noch einmal alle Aufgaben durchgeht, die ihr im Unterricht behandelt habt - diese Aufgabentypen werden nämlich in der Klausur abgefragt. Natürlich packen die meisten Lehrer noch eine weiterführende, letzte Aufgabe in die Klausur rein, aber um die solltet ihr euch erst mal keine Sorgen machen. Wichtig ist, dass ihr wisst, wie ihr bei welcher Aufgabenstellung vorgehen müsst.



10. Lernvideos
Wenn ihr einen recht bekannten Text bekommen habt (z.B. ein Gedicht von Goethe), den ihr nicht versteht, oder einfach nur Bahnhof versteht, wenn ihr ein Thema im Buch nachlest, dann gibt es zum Glück immer noch Leute (Gott habe sie selig), die im Internet Lernvideos hochladen. Von A wie Analyse über P wie Polynomdivision bis Z wie Zellatmung findet man wirklich Videos zu fast jedem Thema. Besonders viele Videos gibt es zu Mathe, Deutsch und Bio, sucht einfach auf YouTube nach eurem Thema und schon wird euch geholfen. Das ist ein wirklich super Tipp, auch für diejenigen von uns, die gerne mal etwas auf den letzten Drücker in ihren Kopf bekommen müssen. Lernvideos sind kurz und veranschaulichen das Thema in seinen wichtigsten Aspekten.
Wenn ihr beispielsweise in Deutsch ein Drama hättet lesen müssen, euch aber einfach nur ein zusammenfassendes Video dazu anseht und dann die Klausur schreibt - dann kann ich euch nicht garantieren, dass ihr eine Eins schreibt, aber prinzipiell ist nichts unmöglich.
Lernvideos sind also super für faule Leute, für visuelle Menschen oder auch für Schüler, die ihr bereits vorhandenes Wissen einfach noch mal abgleichen und festigen wollen.
Besonders empfehlen kann ich euch "GeroMovieOriginal" für Biologie und "Deutschstundeonline" für Deutsch - beide Kanäle findet ihr auf YouTube.

11. Referate
Natürlich sind Referate eine ganz gute Möglichkeit, die mündliche Note zu verbessern. Manche Lehrer machen Referate sogar "verpflichtend", das heißt, sie teilen Themen in Gruppen auf und ihr kommt nicht drumrum, ein Referat vorzubereiten. Jetzt gibt es mit Sicherheit zwei Arten von Schülern: Die einen freuen sich, weil sie sowieso Freunde des Referates sind und alle 2 Wochen freiwillig beim Lehrer nachfragen, ob er denn Referate zu verteilen hätte - auch wenn diese Leute es notentechnisch gar nicht nötig haben. Und dann gibt es Leute wie mich, die Referate super langweilig und viel zu zeitaufwendig finden. Ich persönlich lerne von den wenigsten Referaten meiner Mitschüler etwas, da sie einfach nicht in der Lage sind, komplizierte Themen zu erklären. Zu ihrer Verteidigung muss gesagt werden, dass Schüler keine Lehrer sind und manche Lehrer einfach Referate verteilen, um sich ein halbes Jahr lang ein schönes Leben in der letzten Reihe machen zu können.
Egal, das soll ja ein lehrreicher Post sein. Also, wenn ihr mal ein Referat vorbereiten müsst, dann bereitet euch bitte auch darauf vor. Wenn ihr selbst nur die Hälfte von dem versteht, was ihr sagt, dann verstehen eure Mitschüler erst recht nichts. Befasst euch also gründlich mit dem Thema, sodass ihr auch auf gemeine Fragen des Lehrers Antworten parat habt.
Die meisten halten Referate wohl über PowerPoint. Wichtig sind natürlich die üblichen Dinge, das heißt keine überladenen Folien, aber auch keine langweiligen Folien (schwarz/weiß, ohne Bilder, ohne Liebe). Vortragen solltet ihr das ganze natürlich möglichst frei, was nicht heißt, dass ihr keinen Merkzettel haben dürft. Aber wenn ihr nur ablest, seid ihr unnötig. Dann könnt ihr euren Mitschülern auch einfach nur das Handout geben, damit die es sich durchlesen können. Eure Rolle des Referates ist es nämlich, das Ganze anschaulich und verständlich rüberzubringen.
Am besten übt ihr das Referat (am besten alles, nicht nur euren Teil. Die Ausrede "Das war Peters Teil. Der ist heute krank" funktioniert nämlich nur bei den wenigsten Lehrern) zu Hause frei-sprechend ein. Das heißt, ihr führt Selbstgespräche mit euch und tut so, als ob euere Stifte euer Publikum wären. Das hilft aber wirklich. Und selbst wenn dann beim Referat etwas schief läuft: Ihr seid nicht Wikipedia, das ist total okay. Und hinterher wissen eure Mitschüler meistens wenigstens ein bisschen mehr als vorher, seht's positiv.

12. Eure Lehrer
Das soll jetzt kein Tipp à la: "Schleimt euch bei euren Lehrern ein!" sein - aber zu euren Feinden machen solltet ihr sie euch auch nicht. Schließlich sind es immer noch die Lehrer, die über eure Note entscheiden, und es ist eine Tatsache, dass einige Lehrer gerne mal einen unverdienten Punkt mehr geben oder einen verdienten Punkt abziehen, je nachdem, ob sie den Schüler mögen - oder nicht. An eurer Lehrerbesetzung könnt ihr sowieso nichts ändern (bei jungen Lehrerinnen könnt ihr nur hoffen, dass sie schwanger werden), also bringt es nichts, sich ständig über Lehrer X aufzuregen. Viel mehr sollte man versuchen, irgendwie mit seinem Lehrer klarzukommen. Viele Lehrer sind wirklich in Ordnung, aber es gibt an jeder Schule Lehrer, denen man es nicht recht machen kann. Dann gilt: Wenn man es dem Lehrer nicht recht machen kann, muss man eben Recht haben. Sodass er gar nicht anders kann, als euch eine gute Note zu geben.
Aber natürlich solltet ihr versuchen, von Anfang an mit euren Lehrern klarzukommen. Ich bin kein Mensch, der sich mit seinen Lehrern auch über private Dinge unterhält (einige meiner Mitschüler machen das, aber mein Ding ist das nicht). Aber wenn ihr immer schön fleißig eure Hausaufgaben macht und Interesse am Unterricht zeigt (Lehrer, vor allem Lehrer mit wenig Autorität, freuen sich immer total, wenn sich überhaupt jemand am Unterricht beteiligt), dann seid ihr auf dem richtigen Weg. Wenn ihr dann noch gute Klausuren schreibt, ist euer Lehrer vielleicht sogar von euch beeindruckt und lässt Punkte regnen. Und wenn ihr mal wirklich Probleme mit einem Lehrer habt, dann redet mit ihm. "Lehrer sind auch nur Menschen". Und es gibt kaum einen Satz auf der Welt, der wahrer ist. Euere Lehrer waren auch mal Schüler, eure Lehrer haben auch mal eine Klausur verhauen, eure Lehrer essen und schlafen genauso, wie ihr es tut. Eure Lehrer sind keine Roboter und selbst der grausamste Lehrer hat ein Herz (auch, wenn es nur anatomisch ist). 

13. Grammatikbuch / Regelheft
Darüber habe ich auf Instagram (hier) schon einmal berichtet. Es ist wirklich sinnvoll, sich kleine Notizbücher oder Hefte anzulegen, in denen man wichtige Dinge zusammenfasst. Sehr sinnvoll ist das für Fremdsprachen, vor allem dann, wenn ihr viele verschiedene habt. Dort könnt ihr alle Zeiten zusammenfassen und bei Bedarf einfach nachschlagen, wie man Zeit X bildet, was die Ausnahmen sind und wann man die Zeit verwendet. So ein Büchlein macht aber nicht nur bei Französisch, Spanisch & Co Sinn, sondern auch bei naturwissenschaftlichen Fächern. In Mathe kann man wichtige Formeln und Regeln zum Beispiel in einem Regelheft festhalten und immer eine Beispielaufgabe dazu schreiben.
Ihr seht, so ein Heft ist auf jedes Fach übertragbar. Wenn ich für mein Abitur lernen werde, dann werde ich mir für alle Prüfungsfächer große Notizbücher anschaffen, in denen ich den gesamten Stoff zusammenfassen werde. Dann hat man alles Wichtige immer griffbereit in seiner Tasche dabei.

14. Lernen - alleine oder zusammen, still oder leise?
Das müsst ihr auch wieder selbst herausfinden. Manchen Leuten bringen Lerngruppen etwas, vor allem, wenn man den Stoff selbst noch nicht ganz versteht und ihn sich von anderen erklären lassen kann. Ich persönlich bin kein Lerngruppenmensch, da alle bisherigen Mitschüler, mit denen ich das versucht habe, nach 5 Minuten schon wieder etwas anderes als das Lernen im Kopf hatten. Da hatten auf einmal alle ihr Handy draußen oder es wurde sich über das Outfit von Person X unterhalten. Wenn ihr aber mit vernünftigen Leuten zusammen lernt, kann das sicherlich ganz sinnvoll werden. Ich persönlich brauche zum lernen immer absolute Totenstille, andere Leute wiederum können gut mit Musik lernen. Deshalb eignet sich die Bibliothek super als Lernort, wenn man Ruhe braucht (zum Beispiel, weil zu Hause immer ständig jemand in euer Zimmer reinplatzt). Wie ihr seht, geht hier probieren wieder über studieren.

15. Bibliothek
Und wo wir grade schon bei der Bibliothek waren: Bibliotheken sind super! Es ist echt erschreckend, dass vielleicht 5 Leute meiner Stufe einen Bibliotheksausweis hatten, bevor es für die Facharbeit verpflichtend wurde. Ich meine, wenn ihr schon das Glück habt, dass eure Stadt eine große Bibliothek hat, dann solltet ihr dieses Glück auch nutzen. Für Schüler sind Bibliotheksausweise kostenlos, für Studenten meist auch, und wenn nicht, dann bekommt ihr eine Ermäßigung. Dafür könnt ihr das ganze Jahr über Bücher ausleihen (die ihr, wie oben angesprochen, für die Erstellung von Lernzetteln benutzen könnt). Und vielleicht wollt ihr euch auch einfach nur mal ein Buch zum Vergnügen ausleihen, von dem ihr nicht wisst, ob es den Kauf wert ist (denn wer viel liest, wird merken, dass der Kauf neuer Bücher ganz schön ins Geld gehen kann).

16. Lesen bildet
Womit wir wieder beim nächsten Punkt wären: Lesen! Vor allem wenn ihr in Klausuren Probleme mit der Darstellungsleistung habt, solltet ihr hinterfragen, ob ihr genug lest. Denn alle Leute, die ich kenne und in der Darstellungsleistung immer volle Punktzahl haben, lesen viel. Durchs Lesen eignet man sich "unbewusst" einen gewissen Wortschatz an und es macht sogar Spaß (wenn es denn ein gutes Buch ist). Wenn ihr also keinen Spaß am lesen habt, dann habt ihr bloß noch nicht das richtige Buch gefunden.
Übrigens ist es empfehlenswert, Bücher auf eBay zu ersteigern, anstatt sie sich neu zu kaufen. Dort versteigern Leute total neuwertige Bücher für einen Euro, und ihr könnt wirklich eine Menge Geld sparen. Ich habe mal für 4€ ein Buch ersteigert, das neu 26€ gekostet hätte. Und an dem Buch war absolut nichts dran. Denn wenn ihr ein Buch einmal lest, dann sieht es danach ja (hoffentlich) auch nicht aus, als hättet ihr es durch den Dreck gezogen.

17. Motivation
Das A und O einer jeden Lernsession ist die Motivation. Wer nicht motiviert ist, tut nur das Nötigste. Wer motiviert ist, geht darüber hinaus. Deshalb ist es wirklich wichtig, Motivation zu finden. Leider sind wir viel zu oft unmotiviert und suchen verzweifelt nach etwas oder jemandem, der uns antreibt. Über Motivation könnte ich ganze Bücher schreiben, deshalb reihe ich jetzt einfach mal ganz taktlos Dinge auf, die Motivation verschaffen können:
Berufswunsch, Belohnungen, Lernbilder (Instagram, Tumblr, WeHeartIt), Dokus, Serien, Bücher, Filme, Idole / Vorbilder, Zitate (hier habe ich ein paar aufgelistet), Lieder, Schulsachen ...
Und es gibt noch so viele andere Dinge. Ich denke, dass Problem liegt bei jedem woanders. Der eine zweifelt an seinen Fähigkeiten, der andere traut sich nicht, zu versagen, der ganz andere hat kein Ziel vor Augen ... Im Endeffekt geht es nur darum, es zu tun. Der erste Schritt ist immer der schwierigste. Aber wenn man erst mal losgegangen ist, wer will dann noch zurückgehen? Lernen kann Spaß machen. Wissen ist unbegrenzt und auch wenn wir niemals allwissend sein werden, das Streben nach Weisheit ist das schönste Streben überhaupt. Wieso stehen bleiben oder zurückgehen? Viel schöner ist es doch, irgendwann die Ziellinie zu überqueren.

18. Pausen
Und da wir alle keine Übermenschen sind, sind Pausen wirklich wichtig. Und hört nicht auf irgendwelche Experten und Möchtegern-Experten, die euch sagen, wie lange diese Pausen zu gehen haben. "Am besten ist es, nach 60min lernen eine 15-minütige Pause einzulegen." - Nein, nein, nein! Macht Pause, so lange ihr wollt. Ihr müsst nur irgendwann wieder anfangen, weiterzumachen. Und egal ob ihr nach 5 Minuten eine Pause macht oder nach 50. Wichtig ist, dass ihr etwas gemacht habt. Und ich denke, dass jeder von uns selbst einschätzen kann, wie lange diese Pausen zu gehen haben. Und was ihr in den Pausen macht, ist auch egal. Hauptsache, es macht Spaß. Wenn ihr in der Pause ein gutes Buch lest, dann habt ihr sogar schon 2 Lerntipps miteinander verknüpft, so einfach kann das Ganze sein.

19. Ablenkung
Wo wir grade bei Pausen waren: Oft lassen wir uns auch beim lernen viel zu oft zum nicht-lernen verleiten, weil das Handy klingelt, die Lieblingssendung im Fernsehen kommt oder das Essen fertig ist. Die Hartgesonnen unter uns verzichten beim Lernen ganz auf Computer, Handy & Co, die noch Härtergesonnenen versuchen sich trotz hochgefahrenem Computer nicht ablenken zu lassen. Ich persönlich könnte meinen Computer beim lernen nicht ausmachen. Und zwar nicht, weil ich nicht ohne könnte, sondern weil ich das Internet zum lernen benutze. Und um ein "nur mal schnell auf Facebook gucken" zu vermeiden, habe ich mir in meinem Browser "Stay Focused" installiert (hier für Google Chrome). Dort könnt ihr für alle Wochentage Urzeiten angeben, zu denen bestimmte Internetseiten gesperrt werden. In der Woche ist es mir von 14-20 Uhr zum Beispiel nicht möglich, auf YouTube, Facebook etc. zu gehen, weil die Anwendung diese Seite nach 60 Sekunden sperrt (ihr könnt eine gewisse Zeit angeben, die ihr auf den Seiten verbringen könnt, bis sie gesperrt werden). Ich finde dieses Tool unglaublich praktisch, vor allem weil man es nicht einfach abschalten kann, wenn es einem auf die Nerven geht. Für den aktuellen Tag kann man es nämlich nicht deaktivieren. Eine wirklich super Sache! (Den Tipp habe ich übrigens von der lieben Elli (Instagram) bekommen, schaut mal bei ihr vorbei und hinterlasst ihr einen lieben, motivierenden Kommentar. Sie kann mehr, als sie glaubt).

20. Sonstiges
Das wäre es jetzt für's Erste, wahrscheinlich ergänze ich den Post von Zeit zu Zeit. Ja, dann wird er noch länger, als er sowieso schon ist. Tut mir Leid, dass die ganzen Tipps so durcheinander sind, aber eine "bunte Mischung" hat doch auch was. Auf so neunmalkluge Ratschläge wie "Trinkt ausreichend Wasser!" und "Schlaft genug!" habe ich hier aber bewusst verzichtet, da man meiner Erfahrung nach durchaus (sehr) gute Leistungen erbringen kann, wenn man nicht die empfohlenen 8 Stunden geschlafen hat, sondern sehr viel weniger. Nichts ist unmöglich.

Wie immer könnt ihr eure Tipps und Tricks gerne in den Kommentaren anpreisen. Viel Spaß beim fleißig sein!

Kommentare:

  1. Was für ein toller Post - mit ganz vielen hilfreichen Tipps :-) . Ich kann dir in allem zustimmen, vor allem was die mündliche Mitarbeit und die Lernzettel betrifft ...
    Liebe Grüße an dich !

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  2. Hi! Ich bin Edii und ich komme aus Polen. Heute habe ich dein blog gefunden. Es geffaellt mir seeehr! Ich bin deine regulare Leserin. :) Liebe Gruesse!

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  3. Hi meine Liebe
    Wirklich ein toller Post!! Ich bin gerade auch an einem Lerntipp Post dran und weiss wie viel Zeit du dafür investiert hast.
    Ich wünschte mir ich hätte in deinem Alter auch so effektiv und regelmässig gelernt. Ich habe wirklich erst in meinem letzten Schuljahr angefangen zu richtig fleissig zu sein. vorher hatte ich alle meine Blätter irgendwo und habe einzig in den Fächern die mich interessiert haben Hausaufgaben gemacht. naja, dafür musste ich dann in den letzten paar Monaten echt Gas geben und hab fast in der Bib gewohnt. Ich bin mir sicher, dass du dein Ziel Medizinstudium erreichen wirst:) Mach so weiter, es wird dich einer der spannendsten Studiengänge, die es gibt erwarten(ich studiere Med im 2. Semester und sollte jetzt eigentlich Embryologie und Physiologie lernen). Ich bin Leserin geworden und werde wenn ich ein bisschen mehr Zeit habe,bestimmt deinen ganzen Blog durchforsten.
    Alles Liebe Lena

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