Donnerstag, 14. Mai 2015

Wie erstelle ich einen Lernplan?


Wenn man sich auf eine Klausur vorbereitet, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie man vorgehen kann. Die organisierteste und am besten vorbereitende Variante ist meiner Meinung nach die Erstellung eines Lernplans. Vor allem in der Oberstufe werden in einer Klausur gleich mehrere (Unter-)themen abgefragt, die man während der Klausurvorbereitung alle noch einmal durchgehen sollte. Denn wer kennt es nicht: Man hat sich auf die Klausur eigentlich ganz gut vorbereitet und dann wird in einer Aufgabe genau das Thema abgefragt, das man vor drei Monaten mal kurz im Unterricht angesprochen und als unwichtig abgestempelt hat. Außerdem hilft ein Lernplan dabei, eine Nachtschicht vor der Klausur zu vermeiden. Denn was mit einem Lernplan garantiert nicht passieren wird, ist, dass ihr zwei Tage vor der Klausur merkt, dass ihr den ganzen Stoff bis übermorgen niemals ganz durchgehen könnt.

Deswegen zeige ich Euch heute mal an einem fiktiven Beispiel (das heißt, ich habe mir sämtliche Seitenzahlen ausgedacht und schreibe an dem angegebenen Tag auch keine Bio-Klausur), wie ich meine Lernpläne erstelle und mich auf Klausuren vorbereite. Los geht's!


Auf dem Bild seht ihr zunächst einmal all die Sachen, die ich für die Erstellung meines Lernplans brauche. 
Das sind zwei Blätter, möglichst viele bunte Textmarker (ihr könnt auch einfach andere, bunte Stifte nehmen), einen Stift zum Schreiben und kleine, bunte Klebezettelchen (möglichst in den Farben der Textmarker). 

Schritt 1: Themen aufschreiben
Ich nehme mir den ersten Zettel und schreibe dort erst mal all die Themen auf, die ich zu bearbeiten habe. Am besten geht ihr dafür euere Mappe durch, von der ersten Mitschrift nach der letzten Klausur bis zur letzten Mitschrift vor der Klausur. So könnt ihr sicherstellen, dass ihr nichts vergesst. Natürlich gibt es auch nette Lehrer, die vor der Klausur sagen, welche Themen abgefragt werden. Aber auch dann solltet ihr eure Mappe durchgehen, das wird für Schritt 2 noch einmal wichtig. Jedes Thema nummeriere ich übrigens.

Schritt 2: Material ergänzen
Unter jedes Thema schreibe ich mir dann Seiten aus verschiedenen Büchern, in denen das Thema behandelt wird. Diese Seiten sind dann die Grundlage für die Lernzettel, die ich mir erstelle. Ein Lernplan ist für mich nämlich größtenteils ein Plan, der mir sagt, wann ich welche Lernzettel zu erstellen habe. Ich lerne nämlich durch das Anfertigen von Lernzetteln und dem späteren Durchlesen dieser Zettel. Ein Post dazu, wie ich meine Lernzettel erstelle, wird in Zukunft auch noch folgen. 
Wie ihr seht, ist das letzte Thema eigentlich gar kein Thema, denn hier liste ich (Internet-)Seiten auf, auf denen es Übungsaufgaben  zu all den oben genannten Themen gibt, eventuell sogar ganze Klausuren. Vor allem in Mathe kann diese Liste richtig lang werden, da in diesem Fach nur "Rechnen, rechnen, rechnen" hilft. In Biologieklausuren sind Übungsaufgaben auch super, um mit dem Stil der Anwendungsaufgaben vertraut zu werden. Eventuell stolpert ihr bei sorgfältiger Bearbeitung dieses Punktes sogar auf eine Aufgabe, die euer Lehrer für die Klausur benutzt. 
Zudem wird hier deutlich, warum es wichtig/nützlich ist, sich für die Lernplanerstellung noch einmal die ganze Mappe anzusehen: In einigen Fächern teilen Lehrer Arbeitsblätter aus, die ganz hilfreich sind. Diese könnt ihr dann auch in der Liste ergänzen. Oder ihr findet beim Durchblättern eine Aufgabe, die schon ganz in Vergessenheit geraten ist.



Schritt 3: Themen farbig markieren
Jetzt kommen die Textmarker zum Einsatz. Jedes Thema wird samt seiner Nummer in einer bestimmten Farbe markiert. Warum? Zum einen sieht es schöner aus, zum anderen hat das Ganze auch einen Nutzen, wie ihr später noch sehen werdet. Natürlich gibt es Textmarker nicht in allen Farben des Regenbogens und wenn ihr für größere Klausuren mehrere Themen bearbeiten müsst, wird es etwas knifflig. Dann könnt ihr auch einfach Bunt- oder Filzstifte benutzen.

Schritt 4: Themen auf Tage verteilen
Dafür braucht ihr nun den zweiten Zettel. Hierauf könnt ihr nun den eigentlichen Lernplan schreiben, indem ihr überlegt, an welchen Tagen ihr welches Thema bearbeiten wollt. Das muss natürlich nicht unbedingt in der auf Zettel 1 festgelegten Reihenfolge passieren, wenn die Themen nicht wesentlich aufeinander aufbauen. Ich habe Mittwochs beispielweise nicht viel Zeit, weshalb ich das recht umfassende Thema 1 nicht bearbeiten könnte. Das mache ich dann am Freitag, während ich am Mittwoch "nur" Thema 2 durchnehme. Sinnvoll ist es dabei natürlich, den Punkt mit den Übungsaufgaben ganz zum Schluss zu erledigen, wenn man schon gut vorbereitet ist und sich Wissen angeeignet hat.
Ich glaube, das Prinzip ist verständlich. Natürlich könnte man das auch alles auf einen Zettel quetschen, aber ich habe es gerne übersichtlicher. Auf den zweiten Zettel könnte man auch ganz verzichten, wenn man Zettel 1 als eine Art "To-Do"-Liste benutzt, aber dann geht man das Risiko ein, nicht alle Themen rechtzeitig abzuarbeiten.


Schritt 5: Themen in Kalender übertragen
Das ist natürlich optional. Da jedes Thema seine Nummer hat, übertrage ich diese auch immer problemlos in meinen Tischkalender und in mein Hausaufgabenheft. Das minimiert das Risiko, den Lernplan zufälligerweise zu vergessen.
Lasst euch nicht vom Bild verwirren, weil die Nummern plötzlich ganz andere Farben haben. Das auf dem Bild sind die Nummern und ihre Farben, wie ich sie für den Lernplan meiner wirklichen Bioklausur benutzt habe. Der oben angefertigte Lernplan hingegen ist fiktiv. 

Schritt 6: Material markieren
Die in Zettel 1 aufgelisteten Buchseiten, Arbeitsblätter, etc. markiere ich oft mit Klebezettelchen, damit keine Zeit und Nerven dafür verloren gehen, ständig das Buch auf Seite X aufzuschlagen oder die Mappe nach dem und dem Arbeitsblatt zu durchforsten. Hier wird noch einmal der Sinn des Textmarkers deutlich: Das Thema "Biotischer Faktor Konkurrenz" hat auf auf den Zetteln die Farbe gelb (→gelber Textmarker), weshalb ich das Material zur "Konkurrenz" auch mit gelben Post-Its markiere.
Wenn ihr zu viele Farben habt und keine gleichfarbigen Klebezettel, dann könnt ihr diesen Schritt weglassen oder die Nummern der Themen auf Klebezettel irgendeiner Farbe schreiben. 



Meistens drucke ich mir auch noch zusätzlich eine allgemeine Übersicht aus, auf der alle Klausurtermine der Klausurphase vermerkt sind. Dort vermerke ich dann auch noch das Thema und den geplanten Termin des Lernstarts, damit ich die Termine nicht vergesse, und weiß, wann ich mit dem Lernen anfangen sollte. Der Lernstart für Biologie am 26.04. zum Beispiel bedeutet für mich, dass ich an diesem Tag den Lernplan erstelle. Für nicht so lernaufwändige Fächer wie Englisch reicht wesentlich weniger Lernzeit aus und ein Lernplan ist auch nicht unbedingt notwendig.

Und das war es auch eigentlich schon zu meiner Lernplanerstellung. Zwar habe ich damit das Rad nicht neu erfunden, aber ich bin mit dem System ganz zufrieden, da es sich eigentlich auf jedes Fach übertragen lässt. Natürlich fordert das Einhalten eines Lernplans eine Menge Motivation und Disziplin, aber wenn man die Themen nach und nach abhaken und durchstreichen kann und den Lernzettel nach der dank dem Lernplan erfolgreich verlaufenen Klausur zusammengeknüllt in den Papierkorb wirft, weiß man, dass es den Aufwand wert vor. Den Aufwand des Lernens natürlich, denn so ein Lernplan ist schneller erstellt, als man denkt.