Dienstag, 20. September 2016

TMS - Was du über den Medizinertest wissen solltest


Im April 2016 habe ich ihn selbst absolviert - den Test für medizinische Studiengänge (TMS). Für viele ist er die letzte Hoffnung auf einen zeitnahen Medizinstudienplatz in Deutschland und selbst Studienbewerber mit Superabi unterziehen sich oft dem TMS, weil die 1,0 an einigen Unis schon lange kein Garant mehr für einen Studienplatz ist. Doch was hat es mit diesem Test eigentlich auf sich? Was ist der TMS überhaupt? Muss man Angst haben? Viel dafür üben? Und wem bringt er eigentlich etwas? Es folgt eine kleine Aufklärung über den TMS.

1. TMS - Was ist das überhaupt?
Der Test für Medizinische Studiengänge, besser bekannt als der Medizinertest, ist ein mehrstündiger Studierfähigkeitstest, in dem Fähigkeiten überprüft werden, die eine hohe Aussagekraft über die Eignung für das Medizinstudium haben sollen. Der TMS ist an vielen deutschen Universitäten als Bewerbungskriterium zugelassen, um so den Stellenwert der Abiturnote bei der Studienplatzvergabe zu senken.

2. Wo und wann findet der TMS statt? Wie melde ich mich an?
Der TMS findet einmal jährlich (Ende April/Anfang Mai) zeitgleich an verschiedenen Orten Deutschlands statt. Eine Übersicht zu allen Testorten Deutschlands findet ihr hier. Anmelden könnt ihr euch ab dem 1. Dezember des Vorjahres bis zum 15. Januar des Testjahres, dafür müsst ihr euch auf der offiziellen Internetseite registrieren. Am besten registriert ihr euch möglichst früh, um definitiv einen Platz in der Stadt eurer Wahl zu ergattern. Denn sollte euer präferiertes Testlokal bereits ausgebucht sein, könnt ihr den TMS nur noch an Standorten absolvieren, an denen noch freie Plätze zur Verfügung stehen. Diese können unter Umstunden ziemlich weit von eurem Zuhause entfernt sein.

3. Wie ist der TMS aufgebaut? Muss ich für den TMS lernen?
Der TMS ist wie folgt aufgebaut:

Aufgabe
Aufgabenzahl
Zeit
Muster zuordnen
24
22 min
Medizinisch- naturwissenschaftliches Grundverständnis
24
60 min
Schlauchfiguren
24
15 min
Quantitative und formale Probleme
24
60 min
Konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten
1
8 min
Pause (1 Stunde)
Merkfähigkeitstest (Einprägephase)
Figuren lernen
Fakten lernen

20 Lerneinheiten
15 Lerneinheiten

4 min
6 min
Textverständnis
24
60 min
Merkfähigkeitstest (Reproduktionsphase)
Figuren lernen
Fakten lernen

20
20

5 min
7 min
Diagramme und Tabellen
24
60 min

Beispielaufgaben und Wissenswertes findet ihr in der TMS-Infobroschüre.
Obwohl in der Broschüre geschrieben steht, dass man sich nicht auf den TMS vorbereiten kann, empfiehlt sich dennoch die ein oder andere Trainingseinheit. Ich selbst habe nur mit den beiden Originalversionen gelernt, weshalb ich keine Buchempfehlungen aussprechen kann. Für jeden Aufgabentyp gibt es eigene Übungsbücher von verschiedenen Verlagen, sodass ihr die Qual der Wahl habt. Trainiert besonders die Bereiche, mit denen ihr die größten Probleme habt. Es besteht auch die Möglichkeit, teure Seminare zu besuchen. Davon rate ich euch aber ab! Gebt keinen vierstelligen Betrag für Vorbereitungskurse aus, die eigentlich gar nicht nötig sind. Kauft euch lieber das ein oder andere Buch und übt beispielsweise eine Stunde täglich. Fangt rechtzeitig mit der Vorbereitung an und nicht erst drei Tage vorher (so wie ich), das stresst nämlich nur zusätzlich. In Online-Foren wie medilearn.de könnt ihr euch mit anderen Testteilnehmern austauschen und bei der Vorbereitung unterstützen. Allerdings sind auch diese Foren ein Hort der Panikmache. Lasst euch nicht von Leuten verunsichern, die angeblich seit Weihnachten für den TMS üben. Ein sehr gutes Ergebnis ist auch nach kürzerer Vorbereitung machbar!

4. Wie verläuft der Testtag?
Der TMS selbst beginnt um 10 Uhr morgens, die Testlokale öffnen aber bereits um 8 Uhr morgens ihre Pforten. Zwischen 8 und 9 Uhr müsst ihr euch in euer Testlokal begeben, um euch dort zu registrieren. Denn nur wer morgens anwesend ist, darf auch mitschreiben. Falls ihr es euch also anders überlegt haben solltet und doch nicht mitschreiben wollt (wegen Krankheit, Angst, etc.), dann taucht einfach nicht auf. Solange ihr euch am Testtag nicht registrieren lasst, dürft ihr in einem der Folgejahre teilnehmen. Die Testgebühr bekommt ihr allerdings nicht zurückerstattet.
Bei der Registrierung selbst müsst ihr eure Einladung vorlegen (diese wird wenige Wochen vor Testbeginn auf eurem TMS-Account zum Ausdrucken bereit gestellt, in ihr steht auch eure Sektornummer), sowie einen Ausweis (Personalausweis oder Führerschein) und - falls ihr noch minderjährig seid - eine von euren Eltern unterschriebene Einverständniserklärung. 
Euer Sektor ist wichtig. Angenommen ihr bekommt Sektor D zugewiesen, dann stellt ihr euch zur Registrierung in der Schlange zu Sektor D an. Nachher im Testsaal werdet ihr euch dann einen Platz in dem mit Sektor D ausgeschilderten Bereich suchen müssen.
Nach Vorlage der Unterlagen bei der Registrierung bekommt ihr ein TMS-Armband um euer Handgelenk geklebt, das ihr später beim Betreten des Testraums vorzeigen müsst. Außerdem bekommt ihr einen Klebestreifen mit 4 Aufklebern, die ihr später zum Bekleben eurer Testhefte braucht. 
Anschließend müsst ihr eure Habseligkeiten an der Garderobe abgeben. Mitnehmen dürft ihr nur erlaubte Gegenstände wie etwa eure Stifte oder Verpflegung, verpackt in durchsichtigen Tüten. Eine genaue Liste der erlaubten und verbotenen Gegenstände findet ihr hier.
Gegen 9 Uhr wird dann der Testsaal geöffnet. Alle suchen sich ihren Platz und die Testaufseher beginnen zu kontrollieren, ob alle Registrierten im Testsaal sitzen. Gegen 9:30 beginnt dann das "Programm". Euer Testleiter stellt sich vor. Dieser sitzt vorne auf einer Tribüne und redet über ein Mikrofon zu den meist mehreren Hundert Teilnehmern. Er wird euch den ganzen Tag lang durch den Test leiten, euch sagen, wann welche Aufgabe beginnt und wann ihr eure Stifte fallen lassen müsst, wann ihr umblättern sollt etc.
Nach der Hälfte des Gesamttests gibt es eine sechzigminütige Pause. Anschließend geht es weiter, bis der Test endet. Nach Ende müsst ihr so lange im Testsaal bleiben, bis die Mitarbeiter alle Testhefte auf Vollständigkeit durchgezählt haben. Nach einem Schlusswort des Testleiters dürft ihr dann den Saal - und somit auch das Gelände - verlassen.

5. Wann gibt's die Ergebnisse und was bedeuten diese?
Die Wartezeit, sprich die Zeitspanne zwischen Testtag und Ergebnistag, dauert etwa zwei Monate. Es ist nicht möglich, seine Ergebnisse zu einem früheren Zeitpunkt zu erfragen. Meist werden die Ergebnisse 1-2 Tage vor dem angegebenen Ergebnistermin veröffentlicht, was aber nichts daran ändert, dass ihr wochenlang warten müsst. Entweder, ihr macht euch während dieser Zeit verrückt, oder aber ihr nehmt es so wie ich und bleibt gelassen - ändern könnt ihr das Ergebnis ohnehin nicht mehr.
Am Ergebnistag wird auf eurem TMS-Account eine PDF-Datei hochgeladen, die aus mehreren Seiten besteht. Entscheidend ist die letzte Seite, denn auf dieser befindet sich eure persönliche TMS-Tabelle. Ein Beispiel für diese Tabelle und dafür, was die einzelnen Werte zu bedeuten haben, findet ihr hier. Generell gilt aber für alle Werte bis auf die Durchschnitssnote: Je höher, desto besser. Ein hoher Prozentrang, ein hoher Standardwert und ein Durchschnitt gleich oder nahe 1,0 sind ein Indiz dafür, dass ihr den TMS gerockt habt. Welchen Wert genau die Universität eurer Wahl berücksichtigt, müsst ihr selbst recherchieren, da im AdH jede Uni ihre eigene Suppe kocht. Die Uni Heidelberg interessiert sich für den Standardwert, die Uni Bochum hingegen für die Durchschnittsnote. Je nach Auswahlverfahren wird der TMS und euer (hoffentlich gutes) Ergebnis stark oder eher schwach im Verhältnis zu eurer Abiturnote gewichtet. Solltet ihr ein "schlechtes" Abitur haben, aber einen hervorragenden TMS, dann empfiehlt sich die Bewerbung an einer Universität, die dem TMS sehr viel Bedeutung schenkt. 

6. Wann sollte man den TMS machen?
Diese Frage beinhaltet eigentlich zwei. Einmal die Frage, ob man den TMS überhaupt machen sollte, und (für alle Schüler) die Frage, in welchem Alter sich der TMS empfiehlt.
Generell schadet es nicht, den TMS zu machen. Auch Personen, die bereits ziemlich sicher sein können, dass sie ein Abitur nahe 1,0 absolvieren werden, können den TMS machen. Wer zum Beispiel nach Heidelberg möchte, eine "schlechte" 1,0 hat (z.B. 850/900 Punkte im Abitur), der braucht den TMS ohnehin, um dort einen Studienplatz zu erhalten. Generell empfiehlt er sich aber besonders den Personen, die den hohen NC nicht knacken und die Wartezeitquote oder ein Studium im Ausland umgehen möchten. Je schlechter euer Abitur, desto besser müsst ihr beim TMS abschneiden, aber rechnerisch kann ein super TMS an einigen Unis sogar ein schlechtes Zweierabitur wettmachen.
Schüler fragen sich oft, in welchem Schuljahr sie zum Test antreten sollen. Ihr dürft den TMS frühestens ein Jahr vor dem Abitur absolvieren. Ihr müsst im folgenden oder aktuellen Jahr zur Abiturprüfung antreten. Vorher ist die Teilnahme am TMS nicht erlaubt. Des Weiteren müssen eure Eltern ihr schriftliches Einverständnis geben, falls ihr am Testtag noch minderjährig noch sein solltet. Ob ihr euch die TMS-Vorbereitung parallel zur Abiturvorbereitung antun wollt, müsst ihr selbst wissen. Ich persönlich finde es aber nicht sinnvoll, den TMS ein Jahr vor dem Abitur zu absolvieren. So habe ich noch bis zum Abitur vor allem in Biologie eine Menge Wissen angehäuft (primär in Neurologie), das mir Teile des TMS erleichtert hat. Beim medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundverständnis und beim Textverständnis wusste ich die Antworten auf einige Fragen, ohne die zugehörigen Texte lesen zu müssen. Einen Zeitvorteil, den ich nicht gehabt hätte, hätte ich den TMS ein Jahr früher absolviert. Zudem ist es ratsam, sich in der Schulzeit auf den Schulstoff und nicht auf die TMS-Vorbereitung zu konzentrieren. Jeder Punkt mehr, den ihr euch in der Oberstufe erkämpft, bringt euch dem Medizinstudium näher.

7. Ich habe den TMS verhauen, was nun? 
Ein schlechtes Ergebnis, vor allem nach intensiver Vorbereitung, ist natürlich ernüchternd. Leider gilt hier "Chance vertan", da man nicht noch einmal zum TMS antreten darf. Dennoch: Ein schlechtes Ergebnis, beispielsweise die Gewissheit, dass man zu den 10% der schlechtesten Teilnehmer gehört, ist nicht mit eigener Doofheit gleichzustellen. Ein schlechter TMS ist kein Indiz dafür, dass ihr nicht für das Medizinstudium geeignet seid. Denn das TMS-Ergebnis beruht nicht einfach darauf, wie viel ihr richtig beantwortet habt, sondern darauf, wie viel ihr im Verhältnis zu den anderen Teilnehmern richtig beantwortet habt. Angenommen, ihr habt im Testteil "Diagramme und Tabellen" 20 von 24 Aufgaben richtig beantwortet (eine super Leistung, in der Schule mindestens Note 2), über 50% aller Teilnehmer haben aber 21 von 24 Aufgaben richtig beantwortet. Dann gehört ihr hier automatisch zur "schlechteren" Hälfte. Ihr seht, wie absurd die Bewertung ist. Und selbst, wenn ihr in einem Teil nur sehr wenig richtige Antworten haben solltet (denkbar wären 3 von 24), dann führt euch vor Augen, dass der TMS vom Schwierigkeitsgrad auf seine Teilnehmer ausgerichtet ist. Es sind keine leichten Aufgaben, denn die Teilnehmer sollen gestresst werden. Außerdem haben die Teilnehmer allesamt einen hohen Bildungsstand (es sind schließlich (Bald-)Abiturienten), dementsprechend anspruchsvoll sind die Aufgaben.
Bedenkt, dass der TMS nicht der einzige Weg zum Studienplatz ist. Es gibt den HamNAT, den MedAT, Auswahlgespräche, die Wartezeitquote, das Losverfahren und andere Möglichkeiten.

8. Vor- und Nachteile des TMS
Zum Schluss noch eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile des Tests für medizinische Studiengänge:

PRO CON
kein naturwissenschaftliches Vorwissen nötig wie etwa beim HamNAT oder MedAT
man darf den TMS nur ein einziges Mal im Leben absolvieren
Anerkennung an vielen deutschen Universitäten
man sollte ausreichend für den TMS üben, um kein schlechtes Ergebnis zu riskieren
Leute ohne Einserabi erhalten bei überdurschschnittlichem Ergebnis die Chance auf einen Medizinstudienplatz
ökonomische Komponente: Leute, die viel Geld in teure Seminare/Bücher investieren können, haben einen Vorteil gegenüber Leuten mit weniger finanziellen Mitteln
eigene Schwächen in bestimmten Testteilen können gezielt trainiert werden
Stresstest: Zeitdruck und große psychische Belastung während des Tests;
Glückssache: wer am Testtag einen schlechten Tag hat, ist im Nachteil   

Solltet ihr euch dazu entschieden haben, den TMS zu absolvieren, wünsche ich euch Viel Spaß bei der Vorbereitung (das Knacken der Matheaufgaben hat mir beispielsweise viel Freude bereitet) und natürlich Viel Erfolg für euren Testtag! 

Donnerstag, 1. September 2016

Bücher für Oberstufe und Abitur - meine Empfehlungen


Wikipedia, YouTube, Arbeitsblätter, Bücher - es gibt viele Wege, sich neues Wissen zu beschaffen, und wenn es um die Schule geht, dann sind viele Schüler zum Glück noch "old-school" genug, um sich ihre Informationen nicht aus mehr oder weniger seriösen Internetartikeln zu besorgen, sondern aus Schulbüchern. Spezielle Bücher werden von den Schulen verliehen oder müssen von den Eltern extra für den Unterricht angeschafft werden. Doch ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich sage, dass die schuleigenen Wälzer oft nicht die besseren sind.
Ich persönlich habe in meiner Oberstufenlaufbahn eine Menge verschiedener Bücher "getestet", denn in Klausurphasen habe ich die Bibliothek regelrecht geplündert. Die Bücher, die mir am meisten helfen konnten, habe ich nach und nach selbst gekauft, weshalb ich sie in diesem Blogpost vorstellen kann. Es geht dabei primär um Bücher meiner Abiturfächer, aber natürlich gibt es sämtliche Buchreihen für diverse Fächer. Und falls ihr nicht sicher seid, ob und welches Buch ihr euch anschaffen wollt, kann ich euch den Gang in eine Bibliothek nur ans Herz legen, um die Bücher ebenfalls "auszuprobieren". Und natürlich muss man Bücher nicht neu kaufen; Flohmärkte und eBay & Co sind immer einen Besuch wert. 


Stark: ABITUR Original-Prüfungsaufgaben mit Lösungen (je 10,95€) 
Fangen wir mit Büchern an, die im klassischen Sinne keine Schulbücher sind. Es sind Bücher, welche die von eurem Bundesland gestellten Abiturklausuren der letzten Jahre enthalten, einschließlich eines ausformulierten Lösungstextes (oder Rechenwegs bei Mathematik). Ich habe mir diese Bücher zum Ende hin gekauft und bin vor meinen Abiturklausuren sämtliche Altklausuren durchgegangen. Da meine Lehrer schon immer Klausuren auf Abiturniveau gestellt hatten, die auch in mehreren Stunden gelöst werden mussten, war mir der Schwierigkeitsgrad der Abiturklausuren nicht fremd. Doch gerade Schüler, die nicht das "Glück" haben, während ihrer Schulzeit 4-stündige Klausuren schreiben zu dürfen, sollten diese Bücher eine große Hilfe sein, damit sie wissen, was im Abitur auf sie zukommt. Im Fach Deutsch wird man zum Beispiel merken, dass die Aufgabenstellung bei dem in eigentlich jedem Jahrgang vorkommenden Lyrikvergleich immer die gleiche ist. 
Neben den Abiturklausuren enthalten die Bücher auf ihren ersten Seiten übrigens Tipps für die Herangehensweise an bestimmte Klausurtypen und Erläuterungen der Operatoren. Vielleicht habt ihr ja auch das Glück, dass einer eurer Lehrer sich für reguläre Klausuren an einem dieser Hefte bedient. In meiner Schulzeit ist es nämlich schon einmal vorgekommen, dass eine Klausur eine alte Abiturklausur war. 
Und wie ihr euch sicherlich denken könnt, gibt es die Bücher für verschiedene Bundesländer und Abiturjahrgänge. Jedes Jahr kommen sie neu heraus. Ihr braucht aber nicht zwingend die Bücher für genau euer Abiturjahr. Die Bücher für 2015 und 2016 unterscheiden sich nur darin, dass das 2016er-Buch die Abiturklausur von 2015 enthält. 
Für NRW kann ich jedoch sagen, dass man sich Klausuren der drei letzten Jahre auf der Internetseite des Schulministeriums kostenlos herunterladen kann. Eine Anschaffung dieser Bücher ist also kein Muss (es sei denn, ihr markiert gerne und möchtet Druckerkosten sparen). 

Weiter geh's mit Biobücher. Das linke Buch ist mein heiliger Gral. Das beste Schulbuch - von mir auch liebevoll Biobibel genannt - das ich je gefunden habe. Zunächst einmal ist es ziemlich günstig. Und der Inhalt ist grandios! Es steht wortgenau das gleiche wie im "Fit fürs Abitur Biologie" drin, doch letzteres kostet 10€ mehr. Die Biobibel enthält eigentlich alles, was man für den Biounterricht wissen muss, auch Wissen, das man aus der Unterstufe haben sollte (Stoffwechsel, Zytologie, ...). Der Stoff ist wahnsinnig einfach erklärt, zunächst theoretisch, und im Anschluss daran an einem Beispiel. Diese Trennung finde ich wahnsinnig wichtig, denn in den meisten Biobüchern werden Dinge sofort an Beispielen erklärt, ohne dass sie überhaupt richtig definiert werden.
Das rechte Buch steht stellvertretend für alle Biobücher der grünen Reihe. Dieses ist das einzig hier gezeigte Buch / die einzige Bücherreihe, die ich von unserer Schule ausgeliehen bekommen habe und für gut befinde. In der grünen Reihe ist alles wahnsinnig detailliert erklärt, die Illustrationen und Grafiken sind ein Traum, und das Glossar am Buchende ist vorbildlich. Natürlich enthalten die Bücher mehr Themen, als man für das Abitur wissen muss, weshalb es unnötig wäre, für das Bioabitur die gesamte Grüne Reihe durchzuarbeiten. Aber da die Bücher wirklich jedes noch so unpopuläre Randthema abdecken, sind sie vor allem für den Leistungskurs geeignet. 

Campbell Biologie Gymnasiale Oberstufe (39,95€) und das zugehörige Übungsbuch (19,95€).
Das rechte Werk ist mit Abstand mein teuerstes Schulbuch. Aber es wird als Biologiebuch sogar von Studenten benutzt, weil es wahnsinnig dick, detailliert und vollständig ist. Es ist auch mit Abstand das Biologiebuch mit den allerschönsten und detailliertesten Illustrationen. Wer weiß, was im Campbell steht, der kann sich sicher sein, dass er alles weiß, was zu wissen ist. Überprüft werden kann das Wissen im zugehörigen Übungsbuch, welches dem Multiple-Choice-Prinzip folgt. Wirklich klausurvorbereitend ist das Übungsbuch leider nicht, weil echte Bioklausuren die Anwendung von Wissen erfordern und nicht nur die stumme Reproduktion. Aber um zu prüfen, ob man den Stoff zu Genüge gelernt hat, ist es ganz nützlich.
Natürlich ist der Campbell eher ein Luxusprodukt. Das Buch ist für das Meistern des Abiturs absolut nicht notwendig, sondern eher ein Buch für Leute, die sich leidenschaftlich für die Biologie interessieren und gerne mehr Wissen erlangen wollen, als für die Schule nötig oder üblich. 

Nicht viele Schüler haben Pädagogik bzw. Erziehungswissenschaft als Fach oder gar als Abiturfach, doch diejenigen werden wissen, dass es nicht viele Bücher auf diesem Gebiet gibt. Da unser Schulbuch in meinen Augen die reinste, undurchschaubare Katastrophe war, habe ich mich auf dem kleinen Markt der Pädagogikbücher für die beiden obigen Exemplare entschieden und es nicht bereut.
Das linke Buch ist sehr ausführlich. Dennoch werden Theorien, wie für Stark üblich, sehr verständlich erklärt. Das Ganze wird durch Tabellen, Beispiele und Vergleiche gestützt und am Ende jeder Theorie gibt es Fragen, anhand derer man sein Wissen überprüfen kann.
Das rechte Buch ist schmal, eher ein Heftchen, aber es hat mir für mein Pädagogikabitur am meisten gebracht. Denn jede Theorie ist hier kurz und knapp, in Stichpunkten, auf wenigen Seiten erklärt. Fachbegriffe und wichtige Aspekte sind fettgedruckt hervorgehoben und zu jeder Theorie werden auch pädagogische Konsequenzen genannt, was vor allem für die dritte Aufgabe in Pädagogikklausuren enorm hilfreich ist. Auch das Abiturskript für das Fach Deutsch war sehr nützlich!

Für den Deutsch-LK habe ich nie ein wirkliches Schulbuch gebraucht, auch haben wir das schuleigene Buch nie im Unterricht verwendet. Wir haben vorwiegend mit Kopien gearbeitet, doch wenn Romane oder Dramen gelesen wurden, können Lektüreschlüssel hilfreich sein. Wer hat schon Lust darauf, die zig Figuren aus einer Lektüre selbst zu charakterisieren? Man munkelt ja auch, dass einige Schüler die Werke erst gar nicht lesen und daher immer auf der Suche nach einer guten, ausführlichen Inhaltszusammenfassung sind... ;-)
Meine liebsten Lektüreschlüssel waren die gelben von Klett. Der Inhalt wird nicht nur detailliert zusammengefasst, sondern zugleich auch in seinen Grundzügen interpretiert. Im Anschluss an die Inhaltsangabe werden wichtige Themen (wie z.B. die Schuld in Kafkas Der Prozess) noch einmal in einem gesonderten Kapitel beleuchtet. Auch auf Stil und Sprache wird eingegangen.
Die Königs Erläuterungen finde ich nicht ganz so gut, allerdings enthalten sie - im Gegensatz zu den Klett-Büchern - Charakterisierungen einzelner Figuren. Schön sind auch die stets vorgestellten Interpretationsansätze, die dem verzweifelten Schüler den "Sinn" des Werks erläutern können.   
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Das sind sie also, meine liebsten Schulbücher, die mir persönlich eine große Hilfe waren. Vielleicht gibt es das ein oder andere Buch, mit dem der ein oder andere gar nicht klarkommen würde. Deshalb rate ich euch, vorher immer einen Blick in ein Buch zu werfen, bevor ihr euch zum Kauf entschließt. Nichtsdestotrotz bleibt zu sagen, dass eine Investition in Schulbücher indirekt eine Investition in eure Zukunft sein kann und ich daher finde, dass Bücher trotz Wikipedia und Compagnie noch lange nicht aus der Mode sind!