Dienstag, 25. April 2017

THE ENGLISH LANGUAGE - von Sprachtipps, der Queen & British Accent


"British at heart", steht in der Profilbeschreibung meines Instagram-Accounts. Wieso, habe ich noch nie erzählt. Dennoch wurde ich immer mal wieder, und in letzter Zeit immer öfter gefragt, ob ich nicht ein wenig über das Thema Englisch reden könnte. Wie lernt man Englisch, wie verbessert man seine Aussprache, wie "erlernt" man einen Britischen Akzent? Diese Fragen, und andere, werden in diesem Post hoffentlich beantwortet. Viel Spaß beim Lesen!



Grammatik, Rechtschreibung - Wenn die Grundlagen nicht sitzen
Englisch ist, auch objektiv betrachtet, eine relativ einfache Sprache. Sobald man Englisch einigermaßen flüssig beherrscht, denkt man beim Schreiben und insbesondere beim Reden nicht wirklich darüber nach, welche Zeitform oder Formulierung gerade angebracht wäre - man geht einfach nach Gefühl, einem Sprachgefühl, das sich über viele Jahre entwickelt hat und immer weiter vernetzt, vorausgesetzt man kommt nach wie vor regelmäßig mit der englischen Sprache in Berührung (was, angemerkt, nach Verlassen der Schule nicht bei allen Menschen der Fall ist).
Vermutlich könnt ihr selbst einschätzen, ob euer Englisch "flüssig" ist, ob ihr Sätze ganz selbstverständlich bilden könnt oder euch diese und andere Grundlagen noch schwerfallen. Sollte das bei euch der Fall sein (was sich dann auch an entsprechenden, zumindest nicht sehr guten bis guten Schulnoten bemerkbar gemacht haben sollte), ist es zunächst einmal wichtig, dass ihr das Fundament der englischen Sprache erlernt. Wie ich bereits sagte, Englisch ist nicht die schwierigste aller Sprachen, weshalb das Ganze nicht Jahre dauern wird, sondern - je nach Ambition - eine Sache weniger Wochen bis Monate ist. Schnappt euch ein Lehrbuch oder sucht euch eine einigermaßen authentische Internetseite und geht noch einmal alle Zeitformen durch, unter besonderer Berücksichtigung der Satzstellung (im Englischunterricht ist mir damals immer aufgefallen, dass einige Mitschüler Wörter völlig falsch "anordnen"). Mit Sicherheit ist es vielen, vor allem älteren Personen unangenehm, dass sie die Weltsprache nicht einmal in ihren Grundlagen beherrschen - doch gerade das ist meiner Meinung nach ein Grund, ihr und sich selbst eine zweite Chance zu geben. Ihr könnt davon nur profitieren, ein ganzes Leben lang.

Feinschliff 
Vorausgesetzt, ihr beherrscht ein einigermaßen solides Englisch, ist die Basis für den Ausbau dieser Sprache bereits gelegt. Das Tolle ist, dass ihr keine Vokabelhefte oder Grammatiktabellen braucht, um eurer Englisch zu verbessern - Englisch kann man nämlich wunderbar in Alltag und Freizeit perfektionieren, ohne dabei auf Methoden zurückgreifen zu müssen, die einem aus der Schule bekannt sind. Und genau darum soll es in diesem Post gehen: Nicht um Vokabelkästen oder Online-Sprachtools, sondern um Möglichkeiten, dieser Sprache leidenschaftlich und mit Vergnügen zu begegnen.

Serien/Filme 
Wenn man jemanden fragt, was er gestern Abend, am Sonntag oder in den Ferien unternommen hat, lautet die Antwort nicht selten, aber immer öfter "Seriengucken". Die beliebtesten Serien sind selten deutscher Herkunft, weshalb derjenige, der seine Serie stets deutsch-synchronisiert schaut, mitunter ein ganzes Jahr warten muss bis er die neue Staffel sehen kann, wohingegen die englischsprachigen Zuschauer das Original viel eher zu Gesicht bekommen. Noch ein guter Grund also, Serien auf Englisch zu verfolgen. Da sich Seriencharaktere - genau wie wir auch - der Umgangssprache bedienen, bekommt ihr an dieser Stelle noch einmal einen ganz neuen Bezug zur Sprache. Durch Serien und Filme lernt ihr Redewendungen kennen, Formulierungen, die einem im Schulunterricht nie begegnet sind, spezielle Ausdrücke und Bezeichnungen, die das Grundvokabular nicht unbedingt umfasst (Beispiel: Wer Grey's Anatomy schaut, wird trotz Realitätsferne der Serie nach einer Weile das ein oder andere medizinische Vokabular auf Englisch draufhaben). 
Oft werde ich gefragt, wie man denn die Idee eines Britischen Akzentes (auf den ich noch an späterer Stelle dieses Posts eingehen werde) verinnerlichen kann. Die Antwort ist ganz simpel: Britisches Englisch hören, um es dann automatisch (unbewusst) zu übernehmen. Wer ausschließlich amerikanische Serien schaut, vernimmt kein Britisches Englisch und kann es daher auch nicht imitieren. Es hilft also, den Spieß einfach umzudrehen, sprich: Amerikanische Serien meiden, stattdessen gezielt Britische Serien, Filme, TV-Beiträge etc. gucken. Im Folgenden eine Aufzählung potenzieller Kandidaten:

* The Royals: Quasi Britische Monarchie im Gossip-Girl-Sil. Über den pädagogischen Wert dieser Serie lässt sich streiten, ich persönlich finde sie aber ziemlich unterhaltsam und aufgrund zahlreicher Plot-Twists definitiv sehenswert. 
* Downtown Abbey: Eine qualitativ wirklich gute Serie! Tolle Kulissen, Kostüme und Schauspieler. Eine nicht umsonst mit Preisen überhäufte Serie. Die Geschichte spielt vor etwa 100 Jahren, der Britische Adel und seine Angestellten stehen im Fokus. Eine wirklich tolle Serie!
* University Challenge: Keine Serie, sondern ein TV-Format. Britische Universitäten stellen je ein Team von vier Studenten auf, die dann unter Moderation des legendären Jeremy Paxman gegeneinander antreten (also Fragen beantworten, um Punkte zu sammeln und die nächste Runde zu erreichen). Ein Wettkampf der Universitäten also. Sucht auf YouTube nach einer Folge und überzeugt euch selbst. Ich persönlich bin ein großer Fan dieses Formates und wünschte, so etwas gäbe es auch hierzulande mit deutschen Universitäten. Weiterhin kann man beim Schauen dieser Serie ziemlich viel Wissen anhäufen und sich mächtig schlau fühlen, wenn man gefühlt alle 3 Folgen eine Frage selbst beantworten kann (Die Teilnehmer sind nämlich allesamt unfassbar intelligent und die Fragen dementsprechend anspruchsvoll).
* The Crown: Eine Netflix-Serie über Queen Elizabeth II und den Duke Of Edinburgh, geht ein wenig in Richtung Downtown Abbey.   
* The Theory Of Everything: Verfilmung über das Leben von Stephen Hawking, gespielt von Eddie Redmayne. Ich sehe mir den Film immer wieder gerne an und bin auch ein großer Fan der Filmmusik, bei Bedarf könnt ihr gerne den zugehörigen Soundtrack googlen. 
* Harry Potter: Ich denke, ich muss nicht viel dazu sagen. Harry Potter geht immer! Und immer wieder, und immer wieder. 
* YouTube: Natürlich gibt es den ein oder anderen (Britischen) YouTuber, egal aus welcher Branche, durch eine Eigenrecherche werdet ihr selbst sicherlich schnell fündig. Besonders hervorheben möchte ich die YouTuber JenDre und SandyMakesSense, die als Deutsche den Schritt "Migrate to the UK" gewagt haben und heute in London leben, dementsprechend auch Videos zu dieser Thematik veröffentlichen. 
* BBC: Zwar haben wir Deutschen unsere Tagesschau, aber - und das wissen viele nicht - wir können BBC World News auf unseren Fernsehgeräten empfangen, wenn auch leider nicht die andere Bandbreite an BBC- bzw. englischen Sendern. Dennoch könnt ihr ja hin und wieder einmal einschalten. Die Moderatoren sprechen nämlich allesamt "Hochenglisch", was für Englischanfänger klar und leicht zu verstehen sein sollte. 



Received Pronunciation 
Was im Deutschen Hochdeutsch ist, ist im Englischen die sogenannte Received Pronunciation - oder, einfacher ausgedrückt: Englisch, wie es vermutlich nur die Queen dauerhaft spricht, so sagt man.
Apropos Queen (gekonnte Überleitung!) - falls ihr der guten Dame schon immer einmal etwas sagen wolltet, oder euch einfach nur nach einem Brief samt Wappen und Siegel in eurem Briefkasten sehnt, könnt ihr Ihrer Majestät Post senden (Die Adresse findet ihr im Internet). Eine Tat, die ich in diesem Sommer auch noch vollbringen werde. Zwar werdet ihr eine abgefertigte Standardantwort, geschrieben vom Privatsekretär der Königin, zugeschickt bekommen - aber hey, wer kann schon von sich behaupten, royale Post aus dem Buckingham Palace erhalten zu haben?! Natürlich müsst ihr euch, wenn ihr so einen Brief schreiben solltet, diverse Formalitäten zurück ins Gedächtnis rufen (Wie ist so ein Brief nochmal aufgebaut? Wie redet man den Empfänger auf Englisch an? Was gibt es für Konnektoren? Wie lauten gängige Grußformeln?). Eine gute Übung für formales Englisch also, der gewisse Spaßfaktor inklusive. Für gesprochenes, hohes Englisch empfehlen sich übrigens auch die Weihnachtsansprachen der Queen, einsehbar auf YouTube.  



Lesen bildet
Natürlich muss ich in diesem Beitrag auch auf Bücher eingehen. Vor allem Eure Rechtschreibung könnt ihr verbessern, indem ihr Englisches lest - also die Worte vor Augen habt, und euch dabei natürlich auch unbewusst ein Gefühl für Satzbau und Sprache aneignet.
Selbstverständlich hat jeder Mensch andere Vorlieben, wenn es um das passende Genre geht, und sicherlich hängt der eigene Buchgeschmack auch vom Alter ab.
In meinen jüngeren Jahren (heute nicht mehr) habe ich gerne Bücher gelesen, die in Richtung John Green gehen, The Fault In Our Stars oder Looking For Alaska als Beispiel genannt. Weiterhin fallen mir, neben den allseits geliebten Harry-Potter-Büchern, auch noch die Panem-, sowie die Numbers-Reihe von Rachel Ward ein, die ich vor Jahren immer und immer wieder gelesen habe. 
Etwas erwachsenere, ernstere Bücher, die ich in den letzten Wochen und Monaten gelesen und für gut befunden habe, sind The Last Act Of Love (TOLLES Buch, ziemlich unbekannt, aber unfassbar lesenswert - nach wie vor bin ich froh, dass ich diese Entdeckung in einem Londoner Flughafenkiosk gemacht habe), The Girl On The Train, When Breath Becomes Air, All The Light We Cannot See.
Abgesehen von dem ein oder anderen Jane-Austen-Roman oder Shakespeare-Drama habe ich leider noch nicht viele englische Klassiker gelesen, was ich in Zukunft ändern werde. 
Und falls ihr speziell Bücher lesen möchtet, in denen Britische Kultur, Sitten etc. ein Thema sind, kann ich Bücher von Sue Townsend (z.B. The Queen And I, bei deren Lektüre ich Tränen gelacht habe) oder Gin'O Clock (bekannt geworden durch einen Twitter-Account) empfehlen. 



Ein weiterer Tipp ist das Folgen/Liken englischer Seiten im Internet. Neulich ist mir aufgefallen, dass in meiner Facebook-Timeline ziemlich viele englische Beiträge auftauchen. Das liegt daran, dass ich dort Seiten wie BBC News, BuzzfeetUK, British Memes usw. abonniert habe. Wenn man in Pausen, im Zug, im Wartezimmer oder wo auch immer also durch Facebook scrollt, um sich die Zeit zu vertreiben, kommt man ganz automatisch mit dieser Sprache in Kontakt, ohne darüber nachzudenke; darüber hinaus dann auch mit Politik und Kultur des Landes (englische Nachrichtenseiten berichten logischerweise vermehrt darüber, was auf eigenem Grund und Boden passiert). Wenn ihr euch durch englische Kommentare lest, werdet ihr zudem schnell merken, dass der Humor stellenweise ein anderer ist, falls man das so sagen kann. Auch das ist immer wieder interessant zu beobachten!

The British Accent
Vorab sei erwähnt, dass es den einen, wahren Britischen Akzent nicht gibt. Genau wie im Deutschen auch, gibt es zahlreiche regionsabhängige Dialekte, sei es ein Londoner Akzent, welcher der Received Pronunciation sehr nahe kommt, oder aber eine Aussprache eher schottischer Art, oder ein Cockney-Akzent und so weiter, und so weiter. Viele Deutsche sprechen mich auf "meinen Britischen Akzent" an, woraufhin ich stets anmerke, dass dieser wahrscheinlich bloß ein Gewusel aller möglichen englischen Aussprachen ist. Komplimente wie "Du klingst wie eine Muttersprachlerin" erfreuen mich zwar, ein englischer Native Speaker würde in mir aber vermutlich sofort eine Nicht-Engländerin erkennen. Einmal wurde ich beispielsweise für eine Neuseeländerin ("Kiwi") gehalten, die sich an Received Pronunciation versucht (lustige Geschichte). 
Dennoch, um euren Wissensdurst auf "Wie klinge ich für andere (Deutsche) Britisch?" zu beantworten: Es gibt natürlich Grundregeln, die eine Britische Aussprache von einer eher Amerikanischen unterscheiden. Drei ganz wesentliche Regeln werde ich kurz erläutern. Verinnerlicht ihr diese Regeln, werdet ihr von jetzt auf gleich wesentlich britischer klingen. Das Ganze kann und wird sich zunächst wahrscheinlich ziemlich aufgesetzt, vielleicht sogar lächerlich anhören, weshalb ihr die oben genannten Tipps beachten solltet, um euere Aussprache mit der Zeit nach und nach zu verbessern.
Regel Nummer 1: Das "a" wie ein "a" aussprechen, nicht wie ein "ä" oder "äjjj". 
Das heißt ihr sprecht "I can't" so aus, wie es geschrieben steht, und sagt nicht "I cÄn't", wie es im Amerikanischen üblich ist. Ihr sagt "castle" und nicht "cÄstle", und als extremes Beispiel sei auch noch "Dirty dAncing" statt "Dirty dÄncing" genannt. Das sagt natürlich so gut wie niemand, was aber verdeutlicht, wie sehr sich amerikanische Aussprache in unserem Englischwortschatz manifestiert hat.
Regel Nummer 2: Das "t" wie ein "t" aussprechen, nicht wie ein "d". 
Beispiel "butter". Ihr sagt "batta" und nicht "badder", "better" sprecht ihr wie "betta" und nicht "bedder" aus, ihr sagt "attitude" und nicht "ädditude". 
Sprich: Wörter so aussprechen, wie sie dort stehen.
Regel Nummer 3: Das "r" nicht rollen/betonen.
Im Amerikanischen Englisch wird das "r" oft gerollt bzw. besonders betont, beispielsweise bei "hurt" oder "better". Im Britischen lässt man das "r" hingegen eher weg und sagt "höat" statt "hörrt", und "betta" statt "bedderrrrr".
[Ich hoffe, dieser Versuch einer Lautschrift war einigermaßen verständlich. Ansonsten hilft es auch immer, sich auf Seiten wie pons.de die Aussprache von bestimmten Worten sowohl auf British als auch auf American English vorspielen zu lassen.]
Diese drei Regeln lassen sich auf so ziemlich jedes wesentliche Wort beziehen. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, aber ein gut differenziertes Sprachgefühl lässt euch die Worte im Prinzip wie von selbst aussprechen, ohne dass ihr lange vorher überlegen müsst, wie ihr was genau betonen müsst. Hier helfen euch vor allem die oben genannten Serien, Filme, ect.
Die Apple-Nutzer können Siri auch auf Britisch umstellen (ich empfehle die männliche Stimme) und sich einfach eine Weile lang mit ihr unterhalten, um so britisches Englisch zu hören und als Reaktion darauf auch gleich anzuwenden bzw. umzusetzen. 



Sich unters Volk mischen 
Last but not least, die unumstritten beste Möglichkeit, etwas über Kultur, Leben, Leute und Sprache eines anderen Landes zu erfahren: Reisen. Sich selbst unter Menschen zu begeben ist nun einmal doch etwas anderes als Bücher zu lesen, Serien zu schauen, What'sApp-Sprachnachrichten zu versenden oder eben Blogposts im Internet zu lesen. Genauer werde ich an dieser Stelle nicht auf Reisen ins Vereinigte Königreich eingehen, auf Wunsch kann ich in Zukunft aber mehr dazu schreiben. Ein London-Travelguide ist ohnehin in Planung!


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Ich hoffe, dieser doch etwas ausführlichere Blogpost hat den ein oder anderen nützlichen Ratschlag bieten können. Wenn ihr mir schon länger folgt, werdet ihr gemerkt haben, dass mir Englisch und Großbritannien in gewisser Weise am Herzen hängen. Leidenschaft und Sprache gehören für mich ganz fest zusammen und sind in dieser Kombination essentiell, wenn man seinen Lebensstil und vielleicht auch seine Persönlichkeit davon beeinflussen lässt.
"Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." (Wittgenstein)

Have a nice day!

Mittwoch, 19. April 2017

WHAT'S IN MY UNI BAG - Vorlesung, Bibliothek, Klausur


Wieso besucht man die Universität? Man besucht sie, um zu lernen. Wo lernt man Neues? In Vorlesungen, und irgendwann auch einmal in der Bibliothek. Wozu lernt man? Um Klausuren zu bestehen. -- Ich wurde gefragt, ob ich zeigen könnte, was ich mit zur Uni nehme. Abgesehen davon, dass kein Tag dem anderen gleicht, habe ich die Antwort auf diese Frage dreigeteilt und im Folgenden abgebildet und beschrieben, was meine Tasche(n) füllt. Um "Wo gibt's denn das und das?"-Fragen zu umgehen, habe ich Gegenstände verlinkt oder dazu geschrieben, wo sie erhältlich sind. Falls dennoch Fragen auftauchen, könnt ihr diese natürlich jederzeit stellen. 

Die Vorlesungsversion 
Vielleicht hätte der ein oder andere erwartet, dass ich viel mehr Zeug mit in die Uni nehme, als auf dem Bild zu sehen. Tatsächlich ist es so, dass ich zu Schulzeiten viel mehr Krempel mit mir herumgetragen habe, als ich es heute noch tue. In der Schule hatte ich einen ganzen Schreibwarenladen in meinem Federmäppchen, hatte einen riesigen Ordner mit Blättern aller Fächer darin, hinzu kamen die Schulbücher. Durch mein iPad brauche ich all das nicht mehr - keine dreiundzwanzig Textmarker oder schweren Lehrwerke, Hefte und so weiter.
Für den Fall der Fälle habe ich dennoch ein Etui dabei, allerdings nur mit einer Auswahl an Textmarkern (Pastellmarker von Frixon und seit neustem auch Stabilo) und meinem super-super-fein-schreibenden Hema-Lieblingsstift, der leider aus dem Sortiment genommen wurde, weshalb ich in Kürze auf das Dupe von Muji umsteigen muss. Weiterhin habe ich meinen Moleskine-Kalender dabei, der quasi Timer und Notizbuch in einem ist, weshalb ich - falls handschriftliche Notizen nötig sind - hierauf zurückgreife, und nicht extra noch einen Collegeblock dabei habe. 
Unverzichtbar ist auch meine Powerbank - nicht für mein iPad, sondern für mein iPhone, da der Akku einfach nur schlecht ist. Neben meinem Portemonnaie, in dem sich neben Geld und Ausweisen auch ein für Laborpraktika benötigter Vorrat an Haargummis befindet, habe ich als letztes auch immer eine Handcreme dabei. Die auf dem Bild abgebildete Creme (z.B. bei DM) hat sich nach dem Chemiepraktikum als Rettung erwiesen (all das Aceton und die unverdünnte Natronlauge haben den ein oder anderen Ausschlag hinterlassen). Ich musste mich übrigens durch die halbe Drogerie testen, bis ich endlich eine wirksame Creme gefunden habe. 

Ganz oft wird auch die Frage gestellt, welche Tasche ich für die Universität verwende. Ein Vorteil an einem Ordner-Bücher-Collegeblock-freien Leben ist definitiv, dass man so gut wie jede Tasche verwenden kann, da ein iPad ziemlich handlich ist. Erfreulicherweise stehe ich also nicht mehr vor Schaufenstern und frage mich, ob wohl ein großer Ordner in dieser Tasche platz fände, sondern kann die Tasche einfach kaufen ;). Meine Unitasche ist von Parfois (gekauft Ende letzten Jahres), sie hat mehrere schmale Fächer (optimal für iPad, Skripte und alles, was flach ist, auch Laptops). 

Die Bibliotheksversion
Offen gesagt bin ich kein wirklicher Bibliotheksmensch. Hin und wieder lerne ich dort, meist aber zu Hause an meinem eigenen Schreibtisch. Einer der Gründe, weshalb ich mich nur schwer zu einem Bibliotheksbesuch aufraffen kann, ist die Umständlichkeit des all-seine-Sachen-in-Körbe-Packens. Dann ist man so weit, hat alles im Spind verstaut und stellt fest, dass man keine Zwei-Euro-Münze für das Schloss parat hat. Dieses lästige Prozedere kann mit einer Bibliothekstasche umgangen werden (ich besitze die "Luise"), denn durchsichtige Taschen sind in Bibliotheken erlaubt. Übrigens dürft ihr mit so einer Tasche auch die Hallen des Medizinertests betreten, falls dieser euch noch bevorsteht. 
Neben iPad, eventuellen Büchern (meist kann man sich das zum Lernen benötigte Buch einfach in der Bibliothek aus dem Regal nehmen, sodass man nicht seine eigenen Exemplare mitschleppen muss), Ladegeräten und Federmäppchen ist eine große Flasche Wasser unverzichtbar. Und, für mich ganz wichtig - Ohrstöpsel. Obwohl Ruhe in einer Bibliothek das oberste Gebot ist, gibt es dennoch die klassischen Fälle von "mein Sitznachbar haut wie verrückt in die Laptoptasten" oder "das Mädchen gegenüber hat Schnupfen, aber offenbar kein Taschentuch - sie schnieft". Ich bin ganz schlecht darin, solche Geräusche auszublenden, weshalb Ohropax die Lage retten müssen. Man könnte sich natürlich fragen, wieso man denn in die Bibliothek geht, nur um sich dort dann Ohrstöpsel einzuführen - das kann man doch auch Zuhause tun. Ja, das stimmt. Wie ich bereits sagte, allzu oft lasse ich mich in Bibliotheken nicht blicken. 

Die Klausurversion 
Ziemlich unaufgeregt, aber der Vollständigkeit halber trotzdem erwähnt: Die Gegenstände, die mich am Tag einer Klausur begleiten. Da wir den Großteil unserer Klausuren elektronisch an Computern kreuzen, muss ich zu Prüfungen kein Sammelsurium von Stiften mitnehmen, sondern nur das Allernötigste.
Mit dabei ist eine kleine Flasche Wasser (da ich Toilettengänge während Prüfungen zu vermeiden versuche, trinke ich nicht viel und auch erst, wenn ich merke, dass es läuft und/oder schon einige Zeit seit Beginn vergangen ist), ein Lippenpflegestift (blöde Angewohnheit), Ohropax (weil 200 Personen in einem Raum gleichzeitig auf Computermäusen klicken und ich mich davon nicht irritieren lassen möchte), Taschentücher (gibt es überhaupt eine Situation, in der man keine Taschentücher dabei haben sollte?), Schokolade und Obst (hier ein exemplarischer Apfel, in Wirklichkeit ist es immer eine Banane). Es gibt natürlich Leute, die ihren halben Kühlschrank am Klausurtag dabeihaben - diese Leute gab es auch schon zu Abiturzeiten - aber ich persönlich komme während vieler Klausuren nicht einmal zum Essen. Nicht aus Zeitmangel, sondern einfach, weil ich das Ganze lieber hinter mich bringe, als auf der Hälfte der Strecke erst einmal gemütlich zu frühstücken. 

"Langweilig", denkt ihr euch vielleicht nach Lesen dieses Beitrags. Ich finde auch, dass es spannendere Themen gibt als ein Blick in die Taschen anderer Leute (mich persönlich interessiert es nicht wirklich brennend, was meine Mitmenschen mit sich herumtragen), viele von euch allerdings schon, was viele Nachrichten und Kommentare gezeigt haben. Ich hoffe, der Beitrag war in irgendeiner Hinsicht hilfreich/amüsant/ - keine Zeitverschwendung eben.