Sonntag, 19. März 2017

PRAG TRAVELGUIDE - Sightseeing, Food & Kafka


"Prag lässt nicht los", schrieb Franz Kafka einst in sein Tagebuch. Recht hatte er, dachte ich, als ich vor wenigen Wochen eine zweite Reise nach Prag gebucht habe, nachdem ich bereits mit meinem Bio-Leistungskurs auf unserer Abschlussfahrt die Stadt erkundet hatte. "Hm, Prag, langweilig", dachte ich vor über zwei Jahren, als das Abstimmungsergebnis über das Reiseziel unserer Kursfahrt feststand. Im Nachhinein bin ich dankbar dafür, dass mich das Leben damals nach Prag geführt und eines Besseren belehrt hat - wer weiß, wann und ob ich Prag sonst jemals einen Besuch abgestattet hätte.
All denjenigen, denen eine Reise nach Prag bevorsteht und auch all denjenigen, die noch keine Reise nach Prag geplant haben, aber vielleicht umgestimmt werden können, irgendwann einmal in die goldene Stadt zu reisen, sind die folgenden Eindrücke hoffentlich eine gute Hilfe!


ANREISE & UNTERKUNFT
Wer nach Prag möchte, muss im Grunde nur zwei Fragen klären: "Wie reise ich an?" und "Wo komme ich unter?". Da Tschechien eines unserer Nachbarländer und dementsprechend gut zu erreichen ist, muss man sich nicht ins Flugzeug setzen, um bequem nach Prag zu reisen - ein Bus tut es auch. Dementsprechend haben meine Reisebegleitung und ich Tickets bei Flixbus erstanden, Hin- und Rückfahrt dank eines Aktionscodes für jeweils nur 15€. Je nachdem, wo ihr wohnt, kommt ihr sogar günstiger und schneller nach Prag - von Dresden aus sind es zum Beispiel nur 2 Stunden. Nach etlichen Klassen- und Kursfahrten mit der Schule war dies meine erste private Reise in einem Fernbus. Alles hat super geklappt, der Bus war pünktlich - wenn auch bis auf den letzten Platz ausgebucht - und dank Wlan und Steckdosen kam keine Langeweile auf, wenn man trotz Nachtfahrt kein Auge zudrücken konnte. 
Ein riesiger Vorteil am Reiseziel Prag sind die wirklich, wirklich günstigen Unterkünfte. Für den Preis, den in Prag eine Nacht im Vier-Sterne-Hotel kostet, bekommt ihr in London gerade mal ein Hostel-Bett im Mehrpersonen-Zimmer. Empfehlen kann ich nach zwei Pragreisen das Hotel Expo, pro Person im Doppelzimmer für gerade mal 30€ die Nacht - inklusive Frühstück. Moderne Zimmer, Möglichkeit des Währungswechsels an der Rezeption (der Wechselkurs hier ist besser als bei deutschen Banken!, tauscht also in Deutschland nicht zu viel Euro im Voraus um) und eine Tram-Haltestelle in Hotelnähe.

FORTBEWEGUNG
Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: Fortbewegung. Zwar ist Prag mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern nicht die größte aller Hauptstädte, dennoch werdet ihr die gesamte Stadt unmöglich zu Fuß erkunden können. Wie in eigentlich jeder Großstadt sollten die öffentlichen Verkehrsmittel das Transportmittel eurer Wahl sein. Zwar sind Taxis in Prag, verglichen mit denen anderer Metropolen, nicht außerordentlich teuer, aber Fahrten mit U-Bahn und Tram (Straßenbahn) sind nicht nur unglaublich günstig, sondern auch ein Erlebnis für sich. 
Je nachdem, wir lang euer Prag-Urlaub dauert, könnt ihr Fahrkarten verschiedener Tarife erwerben. Die Tickets ermöglichen euch unbegrenzte Fahrten in einer bestimmten Zeit, dabei gibt es Karten für kurze Zeiträume (30min, 60min, 90min) oder ganze Tage (24h, 72h). Das 3-Tages-Ticket kostet umgerechnet gerade einmal 13€. Mit den Tickets könnt ihr die gesamte Bandbreite öffentlicher Verkehrsmittel verwenden, sowohl die Tram als auch Bus, U-Bahn und Seilbahn

APP (OFFLINE-STADTPLAN & REISEFÜHRER)
Während sämtlicher Städtereisen vergangener Jahre waren die Apps von Ulmon eine große Hilfe für mich und meine Reisegefährten. Die Prag-App beinhaltet zunächst einmal einen Offline-Stadtplan, den ihr zuvor in Deutschland runterladen und vor Ort dann ohne Internetzugang nutzen könnt. Auf dem Stadtplan könnt ihr euch auch offline orten und die Richtung anzeigen lassen, in die ihr gerade geht - unverzichtbar, wenn man sich in einem der vielen Gässchen Prags verläuft. Des Weiteren könnt ihr euch in der App Restaurants, Supermärkte, Sehenswürdigkeiten, U-Bahn-Stationen etc. in der Umgebung anzeigen lassen. Wenn ihr zum Beispiel mit Hunger auf Sushi in der Prager Altstadt steht, kann euch die App das nächstgelegene Asia-Restaurant anzeigen. Auch könnt ihr eure Reise mit der App planen, indem ihr im Voraus bekannte Sehenswürdigkeiten auf der Karte einspeichert, weitere Ziele durch Vorschläge entdeckt oder Bewertungen verschiedener Cafés und Restaurants durchlest. Und das Beste ist: die App funktioniert nicht nur offline, sondern ist auch kostenlos und daher ein ganz großer Tipp von mir (gibt es auch für Reisen nach London, Paris und so weiter). Einfach mal im AppStore suchen! 

SEHENSWÜRDIGKEITEN 
Jede Stadt hat ihre Gemäuer und Plätze, welche die Titelseiten von Reiseführern zieren oder im Internet als erstes angezeigt werden, wenn man den Stadtnamen in die Zeile der Suchmaschine eintippt. In Prag sind diese Touristenmagneten beispielsweise die Astronomische Uhr, der Wenzelsplatz, die Prager Burg, der Aussichtsturm Petřín, die John Lennon Wall oder die Karlsbrücke. Ein Besuch der Prager Burg ist auf jeden Fall empfehlenswert, meiner Meinung nach vor allem wegen des Goldenen Gässchens und der Aussichtsplattform. Eine noch bessere Aussicht hat man nur vom Aussichtsturm Petřín aus, den man am besten über die Seilbahn erreicht (auch eine Fahrt wert). In der Nähe von Petřín befindet sich außerdem die Klosterbibliothek Strahovská knihovna, die zu den schönsten Bibliotheken der Welt zählt und von jedem Buchliebhaber gesehen werden sollte! 
Natürlich kostet die ein oder andere Sehenswürdigkeit ein kleines Eintrittsgeld. Blöderweise hatte ich meinen Studentenausweis in Deutschland vergessen, netterweise durfte ich dennoch oft den Studententarif verwenden, da meine Reisebegleitung ihren Studentenausweis dabei hatte und man mir freundlicherweise geglaubt hat. Dennoch, geht sicher, dass ihr euren Schüler-/Studentenausweis dabei habt, so spart ihr oft die Hälfte des, zwar günstigen, aber dennoch vorhandenen Eintrittspreises. 


Nahe des Kafka Museums gibt es außerdem den - seltsamerweise - unbekannten Buchladen Shakespeare a synové, der zwei Etagen voll englischer Bücher bietet und allein schon aufgrund seiner Einrichtung einen Besuch wert ist.








CITY OF KAFKA
Diejenigen, denen in der Schule Der Prozess, Die Verwandlung oder der Brief an den Vater begegnet ist, werden es wissen: Kafka und Prag sind ohneeinander nicht vorstellbar. So gibt es keinen Prager Reiseführer, keinen Prager Souvenirshop und keine Prager Buchhandlung, in der nicht mindestens einmal von Kafka die Rede ist. Umgekehrt stolpert man früher oder später zwangsläufig über die Stadt Prag, wenn man sich allein mit Kafka und seinen Werken beschäftigt. Auch, wenn ihr mit Literatur nicht viel am Hut haben solltet, werdet ihr spätestens in Prag merken, dass Kafka dort allgegenwärtig ist.
Für diejenigen, die Prag auf den Spuren von Franz Kafka erkunden möchten, habe ich ein paar Orte aufgelistet, die mit dem guten Autor in Verbindung stehen.

   >>  Kafka Museum 
Selbstverständlich gibt es ein ganzes Museum über Kafka. Wer also mehr über sein Leben erfahren und sehen möchte, etwa handgeschriebene Seiten seiner Werke, Tagebucheinträge, Fotos, Zeitungsausschnitte damaliger Zeit - und das alles in kafkaesker Ausstellungsatmosphäre - ist hier genau richtig. Auch gibt es einen Museumsshop voller Kafka-Artikel, der allerdings (zu) stolze Preise für seine Artikel verlangt. 
   >>  Kafka Buchladen
In einer Seitenstraße versteckt und daher nicht von Touristen überflutet ist ein kleiner, liebevoll eingerichteter Buchladen namens "Knihkupectví Franze Kafky". Hier solltet ihr reinschauen, wenn ihr etwas kaufen möchtet, das mit Kafka in Verbindung steht. Ein Jutebeutel zum Beispiel kostet hier nur halb so viel (!) wie im Kafka-Museumsladen.

   >>  Kafka Denkmäler
Inspiriert durch Kafkas "Beschreibung eines Kampfes", befindet sich nahe seines Geburtshauses Kafkas Denkmal, in welchem er auf den Schultern eines kopf- und armlosen Mannes thront. Ein weiteres Kafka-Denkmal neben dem Einkaufszentrum Quadrio stellt einen riesigen, sich bewegenden Kopf Kafkas dar. 
   >>  Kafkas Geburtshaus & Café Kafka
Wer an einem hellgelben Haus vorbeiläuft und sich fragt, wieso Touristen davor halten und Fotos schießen, sollte wissen, dass es sich um das Haus handelt, in dem Kafka geboren wurde. Im Erdgeschoss hat man die Möglichkeit, im Café Kafka einen Halt einzulegen. Bei der riesigen Auswahl an Prager Lokalen bleibt jedoch zu sagen, dass es viele Cafés gibt, die günstiger und mitunter auch besser sind als der oben erwähnte Touristenmagnet. 
   >>  Neuer Jüdischer Friedhof 
Nicht nur wegen Kafkas Grab, auch so ist der Neue Jüdische Friedhof einen Besuch wert. Er liegt vergleichsweise außerhalb des Zentrums, ist allerdings mit der U-Bahn schnell zu erreichen. 

RESTAURANTS & LOKALE
Prag hat jede Menge einladender Restaurants und Lokale, von denen man viel mehr besuchen möchte als man Zeit und Geld zur Verfügung hat. Wer durch Prag läuft, muss nicht einmal gezielt nach einem Restaurant suchen, da es an jeder Ecke ansprechende Optionen gibt. Dieses Mal waren wir eher ungesund unterwegs und haben unter anderem Tom's Burger, der Pizzeria Kmotra, Santafe und Joy Burger einen Besuch zur Mittagszeit abgestattet. Pro Person haben immer um die 5€ bis 7€ pro Mahlzeit bezahlt, was oft günstiger war als ein vergleichbares Essen in Deutschland. Auch werdet ihr überall Stände finden, an denen Trdelník verkauft wird, eine tschechische Gebäckrolle, wahlweise mit Füllung (s.o.). 


CAFÉS 
Die Prager Restaurantvielfalt ist nur durch die Vielfalt an Cafés zu übertreffen. Es gibt wahnsinnig liebevoll eingerichtete Cafés und sämtliche Bedienungen waren freundlich und entgegenkommend. Als mein ganz persönliches Highlight ist das Café Louvre zu nennen, ein Traditionscafé, in dem schon Einstein und - natürlich - Kafka Gäste waren. In dem Café sieht es wahnsinnig vornehm aus, dennoch ist es erstaunlich günstig. Wir haben uns einen Afternoon Tea genehmigt (Tee sowie eine Auswahl an Scones, Sandwiches und Kuchen), was pro Person umgerechnet 8€ gekostet hat. Das Ganze sah so hübsch aus, dass wir unbewusst sogar die Gäste am Nachbartisch dazu animiert haben, das Gleiche zu bestellen.
Besucht haben wir auch das Choco Café, in dem es neben einer Auswahl an Kuchen und allerlei schokoladigen Dingen auch - wortwörtlich - Heiße Schokolade gibt, also wirklich flüssige Schokolade in Tassen, die man viel eher löffeln als trinken muss. 
Ein paar Stunden haben wir auch im Mamacoffee verbracht. Sehr hübsch eingerichtet (auf eine Instagram-taugliche Art und Weise) und wirklich, wirklich günstig. 


SUPERMÄRKTE
Hin und wieder ist ein Gang in den Supermarkt angesagt, wenn es für die ein oder andere Mahlzeit doch nicht ins Restaurant gehen soll oder man einfach ein paar Flaschen Wasser für unterwegs kaufen möchte. Sehr populär ist der Supermarkt BILLA, außerdem gibt es Tesco in Tschechien. Auch gibt es Marks & Spencer Food (für die GB-Liebhaber unter uns); etwas teuer als die anderen Supermärkte, aber von mir allein schon deswegen besucht, um meinen liebsten Earl Grey nachzukaufen.

SHOPPING
Wer noch Geld über hat/loswerden möchte, kann dies vielerorts tun. Das größte Einkaufszentrum ist das Palladium, in dem es neben den üblichen Ketten auch Geschäfte gibt, die wir in Deutschland nicht haben (Sephora, Paul, M&S, die tschechische Pflege- und Beautykette Manufaktura,...) oder nicht so häufig haben (Topshop, Reserved,...). Weitere Einkaufsstraßen sind Na Příkopě und Václavské nám nahe des Wenzelsplatzes. Die richtig teuren Läden à la Prada und Burberry, die der normale Reisende ohnehin nicht betritt, befinden sich auf der Pařížská - falls jemand einen Schaufensterbummel anstrebt.

DIE SACHE MIT DER WÄHRUNG
Um noch einmal auf das Geld zurückzukommen: In Prag zahlt ihr mit Tschechischen Kronen, nicht mit dem Euro. In den allerwenigsten Geschäften wird der Euro akzeptiert, weshalb ihr spätestens vor Ort Geld tauschen müsst. Ich habe einen kleinen Betrag in Deutschland bei meiner Bank eingetauscht, den Rest dann nach Bedarf an der Hotelrezeption. Falls eure Unterkunft einen Währungstausch nicht anbietet, wechselt euer Geld nicht an der nächstbesten Tauschstelle. Vermeidet kleine Buden auf den Straßen und wendet euch an seriösere Tauschstellen wie etwa an den Tauschschalter im Busbahnhof Florenc, um nicht an Falschgeld zu geraten oder eine unverschämt hohe Provision zahlen zu müssen. Zur Orientierung: Ein Euro entspricht etwa 27 Kronen, beim Geldtausch könnt ihr mit 25-26 Kronen pro Euro rechnen. 

UND SONST?
Lasst Prag auf Euch zukommen! Mit Englisch kommt man bestens zurecht, wenn man - so wie ich - kein Wort Tschechisch versteht und nicht einmal erahnen kann, was dieses oder jenes Wort bedeutet. Prag ist ein super Reiseziel für Spontane, für Unentschlossene, für diejenigen, die knapp bei Kasse sind (Liebe Studenten: Glas Bier, 1€), für Literaturliebhaber (Kafka, Rilke...), für diejenigen, die gerne durch die Stadt schlendern und schöne Häuser bewundern (Stichwort: Prager Altstadt), für diejenigen, die das U-Bahn-Fahren lieben, nostalgische Straßenbahnen, und Smetanas Die Moldau, in einer Großstadt, die vielleicht nicht so hektisch und aufgeregt ist wie Paris oder London, aber dennoch eine Zufluchtsmöglichkeit, wenn einem gerade alles über den Kopf wächst und man einfach mal zu Hause raus möchte - Gute Reise!

Samstag, 4. März 2017

Sparen und Geld verdienen - Tipps für Studenten


Es ist ein Klischee: Bevor der Monat zu Ende ist, ist das Konto leer, es kommen nur noch Nudeln auf den Teller und gelächelt wird erst wieder, wenn der Monatserste vor der Tür steht. So schlimm ist sieht es bei den Meisten von uns dann doch nicht aus, aber neben horrenden Mietpreisen in den Unistädten gibt es zahlreiche Gründe, wieso gegen den ein oder anderen zusätzlichen Euro im Portemonnaie nichts einzuwenden wäre. Es folgen ein paar Tipps und Tricks, wie man an der ein oder anderen Stelle Geld sparen kann. Selbst wenn es manchmal nur sehr wenig ist - Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. 

Kleingeld
Banal, aber wirksam. Ich durchsuche das Münzfach meines Portemonnaies regelmäßig nach Kupfergeld und schmeiße dieses in eine Spardose, da ich an der Kasse selten passend bezahle und sich daher immer mehr Kleingeld ansammelt, das sich auf Dauer auch durch sein Gewicht bemerkbar macht. Dabei verwende ich eine undurchsichtige Blechspardose ohne Öffnung, sodass ich nicht in Versuchung geraten kann, Geld zu entwenden ohne die Dose zu zerstören. Außerdem sehe ich nicht, wieviel Geld sich angesammelt hat, was die Spannung bis zur nächsten Zählung erhöht. Etwa einmal im Jahr öffne ich die Spardose und zahle das Geld über einen Münzzählautomaten bei der Bank ein. Dabei stelle ich den Inhalt unter ein Motto, meist Reisen, sodass ich das Geld vor einem größeren Urlaub einzahle, um für diesen dann weiteres "Taschengeld" zur Verfügung zu haben. 



Studentenrabatte
Einen Vorteil hat das Studentenleben: Manchmal gibt's Ermäßigungen, auch das Internet wimmelt von Studentenrabatten. Bekannte Anbieter, die ich auch selbst nutze, habe ich im Folgenden aufgelistet:
* Amazon Student: Kostenloses Film- und Seriengucken sowie kostenloser Prime-Versand im ersten Jahr, danach 34€ jährlich, wobei ab dem zweiten Jahr auch noch Amazon Music und eBooks im Preis enthalten sind. Daher brauche ich a) kein Netflix und kann b) auch Spotify kündigen, sobald mein Amazon-Probejahr abgelaufen ist, da ich Musik dann darüber hören werde.
* ASOS: Studenten können sich einen persönlichen Rabattcode erstellen lassen und auf jeden Einkauf 10% Rabatt erhalten. 
* Spotify: Werbefrei Musik hören, auch offline. Für Studenten kostet Spotify nur 4,99€ anstatt 9,99€ monatlich.
* Apple: Wer für sein Studium in ein Apple-Gerät investieren möchte, bekommt Ermäßigung auf den Kaufpreis.
* Microsoft Office: An vielen Unis könnt ihr Word, Excel und PowerPoint gegen eine winzige Gebühr erwerben (etwa 5€ statt 150€). 
* PrintPeter: Eure Skripte für die Uni könnt ihr euch hier kostenlos und in Farbe ausdrucken, binden und zuschicken lassen, im Gegenzug enthalten einige Seiten Werbeanzeigen, die aber klein und meiner Meinung nach nicht störend sind. 

Blutspenden
Viele Krankenhäuser besitzen eine eigene Blutspende-Abteilung und entlohnen jede Vollblutspende mit in der Regel 20€, manchmal sogar mit 30€. Männer dürfen alle zwei Monate Blutspenden, Frauen leider nur alle drei Monate. Leicht verdientes Geld, und je nach Krankenhaus gibt es sogar noch ein gratis Mittagessen nach der Spende dazu! Und da das Ganze einem guten Zweck dient, bessert ihr damit nicht nur euer Bank-, sondern auch euer Karmakonto auf! Wer regelmäßig Vollblut spendet, darf eventuell auch noch Plasma- und/oder Thrombozyten spenden, was ebenfalls entsprechend vergütet wird. Natürlich müsst ihr gewisse Kriterien erfüllen, um Blut spenden zu dürfen, den typischen Spenderfragebogen findet ihr hier. Wer so ehrenhaft ist und sich nicht für die Blutspende bezahlen lassen möchte, kann das Geld natürlich spenden. Viele Blutspendedienste arbeiten mit Hilfsorganisationen zusammen, an die das Geld direkt weitergegeben werden kann. 

Punkten 
"Haben Sie eine Payback Karte?", wurde wohl jeder schon einmal gefragt. Viele verneinen diese Frage, könnten davon aber profitieren. Wie funktioniert das System? Pro Euro eurer Einkaufssumme bekommt ihr einen Punkt gutgeschrieben. Wenn ihr zuvor Coupons aktiviert, etwa über die App (z.B. Fünffach-Punkte auf den gesamten Einkauf bei DM) lassen sich schnell viele Punkte sammeln. Mit den Punkten eures Kontos könnt ihr euch dann bei DM, Rewe, Thalia und anderen Teilnehmern Gutscheine ausdrucken, 100 Punkte entsprechen dabei 1€. Wer also 1500 Punkte hat, bekommt einen 15€-Gutschein. Klingt zunächst so, als bräuchte man Jahre, um überhaupt auf eine beachtliche Punktesumme zu kommen, doch bei mir sammeln sich über ein Jahr immer um die 3000 Punkte an, ohne dass ich überdurchschnittlich oft oder viel einkaufe.
Karten, die nach diesem System funktionieren, sind neben Payback zum Beispiel die DeutschlandCard und die Douglas-BeautyCard.


Lebensmittel
Auch diejenigen, die stets in der Mensa dinieren, werden früher oder später den Supermarkt aufsuchen müssen. Sinnvoll ist es, nach Angeboten einzukaufen (also vorher Prospekte durchblättern oder auf der Internetseite vorbeischauen und eine Liste schreiben!), um nicht wahllos durch die Gänge zu rennen. Gerade beim Obst- und Gemüseeinkauf kann man viel sparen, denn es macht einen Unterschied, ob ein Schälchen Himbeeren 1,50€ oder 4€ kostet. Für ereignisreiche Phasen des Semesters empfiehlt sich mitunter das Vorkochen, um nicht in jeder stressigen Situation den teuren Lieferservice anrufen zu müssen. 

Ausmisten + Verkaufen 
Egal ob Bücher, der Fehlkauf aus der Schrankecke oder Omas altes Fahrrad - es gibt für alles eine Plattform, um Dinge loszuwerden, die man nicht mehr braucht. Neben Kleiderkreisel für Kleidung und Accessoires gibt es Booklooker für Bücher (hier könnt ihr Preise selbst setzen, zahlt eine niedrigere Provision als bei eBay und verdient mehr als bei ReBuy & Co) sowie eBay-Kleinanzeigen für alles weitere. Auch Facebook-Gruppen sind ein Tipp, etwa wenn man Fachbücher nicht mehr benötigt und sie an niedrigere Semester der eigenen Universität verkaufen möchte. Dabei erübrigt sich dann auch das Versand-Prozedere, da man sich ganz einfach auf dem Campus treffen kann.
Außerdem ist es immer hilfreich, sich einen Überblick über all die Sachen zu verschaffen, die man bereits besitzt, aber viel zu selten verwendet. Dinge, die in Vergessenheit geraden eben. Ich habe für Dinge, die ich in nächster Zeit öfter verwenden möchte, Boxen, zum Beispiel mit Kosmetikartikeln und Schreibwaren.



Wunschliste
In neue Artikel verliebt man sich schnell, und ehe man sich versieht, liebäugelt man nicht mehr mit dem Kauf, sondern hat bereits den virtuellen Warenkorb gefüllt. Große Websites jedoch haben die Funktion einer Wunschliste. Bevor ich dort Einkäufe tätige, setze ich sämtliche Artikel auf die Wunschliste, um erstens noch einmal etwas Zeit vergehen zu lassen und somit Käufe zu vermeiden, die ich später bereut hätte, und zweitens die Preise zu beobachten! Vor allem bei Amazon ändern sich die Preise ständig. Je teurer der Artikel, desto größer kann der Preisunterschied sein. Nicht selten finde ich unter Artikeln meines Wunschzettels den Satz "Der Preis ist um x% gefallen, seit Sie den Artikel hinzugefügt haben". Jeder Artikel ist früher oder später günstiger, wenn auch nur für eine kurze Zeit. Warten und regelmäßiges Reinschauen, um den richtigen Moment abzupassen, lohnt sich.

Anspornen
Um sich einmal darüber bewusst zu werden bzw. vor Augen zu führen, wie viel man am Ende der Woche gespart hat, kann man - wenn man den Nerv dazu hat - zumindest für einen kurzen Zeitraum auflisten, was man alles eingespart hat. Den eigentlich hübschen Pullover im Laden, den man doch nicht gekauft sondern zurückgehängt hat, die Eiskugel nach dem Einkaufsbummel, die man sich nach kurzem Zögern doch nicht genehmigt hat, den geplanten Kinobesuch, den man in einen DVD-Abend verwandelt hat, das Buch, das man in der Bibliothek ausgeliehen und doch nicht selbst gekauft hat... Am Ende ist man erstaunt darüber, wie viel Geld man eigentlich eingespart hat, was sehr motivierend ist, wenn es darum geht, am Ball zu bleiben.

Nebenjob
Last but not least - natürlich - der Nebenjob. Es gibt kaum eine Ausrede, die rechtfertigen würde, wieso man keine Nebentätigkeit betreiben kann. Selbst, wenn es sich um ein Medizinstudium handelt ("Das Studium ist soo zeitaufwändig, ich kann nicht nebenbei arbeiten!"; Woher weiß man das, wenn man es nicht einmal versucht hat?).  Es gibt ganz viele Möglichkeiten, wenige Stunden in der Woche zu arbeiten, manchmal nur sechs bis sieben. Optimal ist natürlich ein Job als studentische Hilfskraft, da dieser oft mit dem beruflichen Werdegang selbst in Verbindung steht, allerdings haben es gerade Studienanfänger hier nicht leicht (Medizin: Vor dem Physikum nimmt dich keiner ernst). Also, fragt beim Supermarkt nach, beim Bäcker, in der Buchhandlung, im Kleidungsgeschäft, in der Drogerie, beim Schnellimbiss - die Stadt ist groß, irgendwo wird immer jemand gesucht, selbst wenn es nur für den Samstagvormittag ist. Denn am Ende des Monats ist ein Nebenjob neben BAFöG, einem Stipendium und/oder elterlicher Unterstützung das einzig sichere, regelmäßige Einkommen, das ihr haben könnt. Nicht viel, aber immerhin etwas, und außerdem ein Schritt in die Unabhängigkeit. Selbstverständlich muss man nicht neben dem Studium arbeiten, wenn man nicht will, aber wer nebenbei keine Tätigkeit ausübt, hat ein Recht weniger, zu meckern.